Management Studie: Jeder vierte Arbeitgeber unzufrieden mit Berufsanfängern

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Deutschlands Ausbildungssystem steht im Vergleich mit anderen EU-Staaten gut da. Doch auch hierzulande klagen viele Arbeitgeber einer Studie zufolge über mangelnde Fertigkeiten der Berufseinsteiger.

Jeder vierte Arbeitgeber (26 Prozent) in Deutschland klagt nach einer Studie des Beratungsunternehmens
McKinsey über fehlende Qualifikationen seines Nachwuchses. Mängel sehen die Befragten demnach vor allem bei der Arbeitsmoral oder den Fähigkeiten zur systematischen Problemlösung. Knapp ein Drittel (32 Prozent) der Arbeitgeber gaben an, mangelnde Qualifikationen seien häufig der Grund, dass Stellen für Jobanfänger unbesetzt blieben.

Qualifikationslücken sehen die Autoren der Studie als mitverantwortlich für die hohe Jugendarbeitslosigkeit vor allem in den Krisenländern Südeuropas. Hier spiele nicht allein die wirtschaftliche Flaute eine Rolle. „Das Überraschende ist: Es gibt auch ein Problem auf Seiten der Arbeitgeber“, sagt Kai Holleben, der
an der Studie mitgeschrieben hat. „In allen analysierten Staaten scheint das Bildungssystem die Jugendlichen nicht gut genug auf den Beruf vorzubereiten.“ Unter den untersuchten Ländern berichteten Arbeitgeber vor allem in Frankreich, Griechenland, Italien und Portugal über Probleme.

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EU-Bildungskommissarin Androulla Vassiliou, die sich auch bei der Vorstellung des Berichts am Montag in Brüssel äußern wollte, bezeichnete fehlende Fertigkeiten als Bedrohung für Europas künftigen Wohlstand. „Die Diskrepanz zwischen dem, was unsere Bildungssysteme liefern und den Bedürfnissen der Arbeitgeber führt zu einem ernsthaften Mangel an Fertigkeiten.“

Frühere praktische Erfahrungen gefordert

Um das Problem anzugehen, schlagen die Autoren der Studie unter anderem eine stärkere Zusammenarbeit von Ausbildungsinstitutionen und Wirtschaft vor. Auch berufsbegleitende Ausbildungen und frühere praktische Erfahrungen seien sinnvoll.

Im Vergleich mit anderen europäischen Ländern schlägt sich Deutschland den Autoren zufolge übrigens gut: So fühlt sich über ein Drittel der jungen Menschen gut informiert über Studienmöglichkeiten und Jobchancen – deutlich mehr als in den anderen untersuchten EU-Staaten. Dort sieht sich nur bis zu einem Fünftel der Befragten ähnlich gut im Bilde. Auch die Bundesagentur für Arbeit erfülle ihre Aufgaben gut.

Für die Untersuchung befragte McKinsey im vergangenen Jahr mehr als 8500 junge Menschen, Arbeitgeber und Vertreter von Bildungseinrichtungen in Deutschland, Großbritannien, Griechenland, Frankreich, Portugal, Spanien, Italien und Schweden. Die Daten für Deutschland und Großbritannien sind aus dem Jahr 2012.

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