Management TV-Duell: Deutschland, Land der Erbsenzähler

Gingen beide auf Nummer sicher: Angela Merkel (CDU) und Peer Steinbrück (SPD)

Gingen beide auf Nummer sicher: Angela Merkel (CDU) und Peer Steinbrück (SPD)

Keine Ideen, kaum Argumente, dafür umso mehr Phrasen: Das TV-Duell - das angebliche Highlight des Wahlkampfs 2013 - hielt wenig Überraschungsmomente bereit. Kein Wunder, dass so wenige Unternehmer Lust auf Politik haben, schreibt Chefredakteur Nikolaus Förster in seinem Blog.

Was Neues? Nein. „Die hat ja eine Deutschlandkette an“, sagte mein neunjähriger Sohn noch, bevor ich ihn ins Bett schickte. „Stimmt. Ich sag Dir morgen, wie es ausgegangen ist.“ „Wer gewinnt denn? Worum geht es eigentlich?“, wollte er noch wissen, als er sich vom Fernseher losriss. „Um die besseren Argumente“, sagte ich. „Um Ideen, wie man Deutschland besser regieren kann.“ Ein fragender Blick. Ab ins Bett.

Was soll ich also jetzt berichten, nach 90 Minuten „TV-Duell“? Kein Kampf, kein Duell, keine Lanzen und Pferde, wie jemand twitterte, kein Schlagabtausch – vor allem : keine Ideen, kaum Argumente. Stattdessen (unterstützt von vier Moderatoren, die alles dafür taten, den Abend in eine Doppel-Pressekonferenz zu verwandeln) lauter Phrasen, einstudierte Angriffe, wenige Überraschungsmomente, abgesehen von Steinbrücks vermeintlichem Lapsus, er werde künftig Beamten-Pensionen beschneiden. Und am Ende Merkels Satz: „Und jetzt wünsch ich Ihnen noch einen schönen Abend!“ Als habe die Kanzlerin Gefallen an einer neuen Rolle gefunden, der der TV-Ansagerin.

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