Management Unternehmen bauen Unterstützung von Eltern aus

Oft kehren Mitarbeiter wegen fehlender Kinderbetreuung nicht aus der Elternzeit zurück. Immer mehr Unternehmen bauen deshalb die Unterstützung bei der Kinderbetreuung aus. Einige greifen den Eltern finanziell unter die Arme, andere bieten mehr eigene Kitaplätze an. Das zeigt eine Umfrage in Deutschland.

Oft kehren Mitarbeiter wegen fehlender Kinderbetreuung nicht aus der Elternzeit zurück. Viele Unternehmen bauen deshalb die Unterstützung bei der Kinderbetreuung aus. Das zeigt eine Umfrage unter Konzernen in Deutschland.

Commerzbank

Anzeige

Die Commerzbank beispielsweise bietet ihren Mitarbeitern in Abhängigkeit von deren finanziellen Lage bereits seit Mitte der 1990er Jahre eine Beihilfe für die Kinderbetreuung. Derzeit gibt es für bis zu 14-Jährige monatlich bis zu 150 Euro. Die Bank bietet auch Betreuungsplätze in Kitas, Kindergärten und einem eigenen Schulhort an. Derzeit sind es rund 300.

Deutsche Bank

Die Deutsche Bank stellt ebenfalls rund 300 Plätze in externen Krippen und Kitas zur Verfügung – einen Zuschuss gibt es jedoch nicht. Die Allianz zahlt nach eigenen Angaben zwar Zuschüsse – allerdings ist das Angebot nicht konzernweit geregelt. Die einzelnen Gesellschaften von Europas größtem Versicherer entscheiden selbst, was sie ihren Mitarbeitern anbieten. Bei manchen besteht Anspruch auf einen Zuschuss, wenn kein Platz in einer Allianz Kinderkrippe mehr frei ist – von diesen gab es für die 40.000 Mitarbeiter in Deutschland 2012 rund 180.

Siemens

Siemens zahlt seinen Mitarbeitern monatlich bis zu 500 Euro pro Kind dazu. Seit zwei Jahren gilt das Angebot, der Vorstand verlängerte es kürzlich. Die Maßnahme ist begehrt: Im vergangenen Jahr gingen Unternehmensangaben zufolge rund 13.000 Anträge auf den Zuschuss ein. Damit will der Konzern Eltern dazu ermuntern, nach der Geburt eines Kindes möglichst schnell wieder an den Arbeitsplatz zurückzukehren.

Deutsche Börse

Auch bei der Deutschen Börse gibt es finanzielle Hilfe – monatlich bis zu 255 Euro bis zur Einschulung des Kindes. 2011 kam so Unternehmensangaben zufolge eine Gesamtsumme von mehr als einer halben Million Euro zusammen. Auch Plätze in einer Kita hat das Unternehmen reserviert.

Daimler, VW, Continental, BMW

Auch in der Autoindustrie setzen die Unternehmen auf Krippenplätze. Bei Daimler gibt es 470 Betreuungsplätze an elf Standorten in Deutschland, bis 2014 sollen es 570 werden. Europas größter Autobauer Volkswagen (VW) unterstützt die Mitarbeiter ebenfalls mit Betreuungsplätzen, teils in eigener Regie, aber auch zusammen mit kommunalen Trägern. Beim Autozulieferer und Reifenhersteller Continental werden am Standort Hannover pro Jahr knapp 200.000 Euro für 20 Betreuungsplätze ausgegeben, wie eine Sprecherin sagt. Geplant ist ein Ausbau um rund 50 weitere Plätze, Kostenpunkt der Investition: eine Million Euro.

BMW will das Kinderbetreuungsangebot für die Mitarbeiterfamilien in diesem Jahr mehr als verdoppeln. Am Stammsitz München werde derzeit eine Kita mit 220 Plätzen gebaut, in Regensburg eine weitere mit 49 Plätzen. „An allen deutschen Standorten haben wir dann ab September zusammen über 440 Kita- und Kindergartenplätze für unsere Mitarbeiter“, sagte ein Sprecher.

Henkel

Auch bei Henkel in Düsseldorf wird ausgebaut: Der Waschmittelriese bietet für Kinder in Betriebskindergärten – von denen einer seit 1940 besteht – rund 160 Plätze an, ab Sommer 2013 sollen es 240 werden.

Bayer

Beim Chemie- und Pharmakonzern Bayer stehen 450 Kita-Plätze bereit, hinzu kommen flexible Arbeitszeitregelungen. Geplant ist am Firmensitz in Leverkusen zudem eine neue Kita für sechs Millionen Euro. Zuschüsse von bis zu 100 Euro in der Woche gibt es bei Bayer für Ferienbetreuung in Sportvereinen und anerkannten Veranstaltern.

Deutsche Post

Der weltgrößte Logistikkonzern Deutsche Post hat im Herbst vergangenen Jahres die Zahl seiner Kinderbetreuungsplätze in Bonn auf knapp 150 verdoppelt. Mit Familienfreundlichkeit will der Konzern nach eigenen Angaben Fach- und Führungskräfte langfristig an sich binden. Bei der Telekom fließt kein Geld für die Kinderbetreuung. Mit einem speziellen Programm soll aber sichergestellt werden, dass Mitarbeiter während einer Auszeit nicht die Bindung ans Unternehmen verlieren.

Lufthansa

Die Lufthansa stellt ihren Mitarbeitern rund 50 feste Plätze in Kindertagesstätten zur Verfügung, bald sollen noch 20 Plätze dazukommen. Zudem vermittelt die größte deutsche Airline nach eigenen Schätzungen jährlich rund 600 Plätze in privaten Tagesstätten.

SAP

Der Softwareriesen SAP zahlt keinen Zuschuss: „Ob Eltern damit tatsächlich früher aus der Elternzeit kommen, kann man noch gar nicht sagen“, meint Nadja Alber, Leiterin des Bereichs Familie und Karriere. Die Walldorfer setzen neben mehr als 200 Betreuungsplätzen unter anderem auf eine Tagesmutter-Datenbank, über die Mitarbeiter die Tagesmütter ihrer Kinder weiterempfehlen können.

Hinterlassen Sie einen Kommentar

(Kommentare werden von der Redaktion montags bis freitags von 10 bis 18 Uhr freigeschaltet)

Bitte beantworten Sie die Sicherheitsabfrage (Anti-Spam-Schutz): *Captcha loading...