Der Bierdeckel-Businessplan Der kleinste Businessplan der Welt

Von wegen Schnapsidee: Der Bierdeckel-Businessplan hilft, den Überblick zu behalten.

Von wegen Schnapsidee: Der Bierdeckel-Businessplan hilft, den Überblick zu behalten.© mariusFM / iStockUnreleased / Getty Images

Unternehmer brauchen Klarheit: über ihre Kunden, ihr Angebot, ihre Strategie. Wer den Bierdeckel-Businessplan ausfüllt, hat seinen Fahrplan immer parat.

Businesspläne sind oft schon veraltet, kaum dass ein Unternehmen gestartet ist. Kein Wunder, dass sie nur selten wieder angefasst werden, sobald sie ihren Zweck erfüllt haben.  Der Bierdeckel Businessplan ist anders: Er bringt Ihr Geschäftsmodell auf den Punkt.

Doch was kann ein Businessplan auf einem Bierdeckel leisten? Was auf den ersten Blick nach einer Schnapsidee klingt, erweist sich bei näherem Hinsehen als hilfreiches Werkzeug, um Klarheit zu gewinnen und Prioritäten für das eigene Geschäft festzulegen.

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Warum ein Businessplan auf einen Bierdeckel passen sollte

Beim klassischen Businessplan handelt es sich meist um sehr ausschweifende Dokumente.

Die wenigsten Unternehmer schreiben den Businessplan für sich selbst. Meist sollen Investoren oder Partner damit überzeugt werden. Entsprechend strotzen sie vor wohlklingenden Details und rosigen Aussichten.

Zwar bietet die strukturierte Ausarbeitung eines Businessplans die große Chance, das eigene Geschäftsmodell im Detail zu hinterfragen und sich auf verschiedene Szenarien vorzubereiten. Doch viele Unternehmer verlieren dadurch den Blick auf das Wesentliche.

Bestehen Sie diesen schnellen Test?

Machen Sie den Test: Können Sie in drei Sätzen genau beschreiben, was Ihr Unternehmen macht, wer der ideale Kunde ist und warum dieser gerade bei Ihnen kaufen sollte?

Das gelingt den wenigsten Unternehmern. Wie oft wurde Ihnen bereits auf Messen oder Networking-Veranstaltungen das Ohr abgekaut und nach gefühlt 60 Minuten wussten Sie noch immer nicht, was Ihr Gegenüber genau macht? Vielleicht haben Sie sich auch selbst schon um Kopf und Kragen geredet, weil Ihr Geschäftsmodell nun mal komplex ist.

Genau hier liegt die Stärke des Bierdeckel-Businessplans: Er zwingt Unternehmer und Selbstständige dazu, auf den Punkt zu kommen. Statt vieler Worte bringt er Klarheit über die strategischen Säulen, auf denen Ihr Unternehmen aufbaut.

So funktioniert der Bierdeckel-Businessplan

Jedes Geschäftsmodell lässt sich im Kern einfach beschreiben: Es gibt ein Angebot und eine Zielgruppe, für die es geschaffen wurde. Der Unternehmer hat die Herausforderung, Kunden für sein Angebot zu gewinnen und möchte im Gegenzug dafür bezahlt werden. Inwieweit dies gelingt, hängt maßgeblich davon ab, ob der geschaffene Nutzen für den Kunden groß genug ist.

Diese einfachen Zusammenhänge lassen sich selbst auf der geringen Fläche eines Bierdeckels grafisch darstellen:

Im Zentrum: Ihre Positionierung

Der Kern des Geschäftsmodells – die Positionierung – steht in der Mitte des Bierdeckel-Businessplans. Angebot, Nutzen und Wunschkunde bilden hierfür den strategischen Dreiklang. Je harmonischer diese drei Noten ineinander spielen, desto größer die Erfolgschancen des Unternehmens.

Wer bisher gedacht hat, der Bierdeckel-Businessplan sei eine einfache Spielerei, gerät spätestens jetzt ins Schwitzen. Denn es kommt darauf an, spezifisch zu sein und sich nicht mit einer „Ich kann alles“-Antwort aus der Affäre zu ziehen. Je spitzer die Positionierung, desto größer fällt der Nutzen für Ihre Kunden in der Regel aus.

Denn wer sich auf das Wesentliche konzentriert, erkennt meist auch, wo noch Optimierungspotenzial schlummert: Was ist Ihr wichtigstes Angebot? Welches ist Ihre wichtigste Zielgruppe? Und warum kaufen diese Kunden ausgerechnet bei Ihnen?

Der Höhepunkt: Kunden gewinnen

In der oberen Hälfte des Bierdeckel Businessplans steht die Frage, wie Sie Kunden gewinnen:

Können Sie Ihre Marketingstrategie in wenigen Stichpunkten zusammenfassen? Wenn nicht, versuchen Sie möglicherweise, zu viele Kanäle auf einmal zu bedienen. Meist bringt die Konzentration auf eine Strategie bessere Ergebnisse als mehrgleisig zu fahren. Erst wenn die Möglichkeiten hier ausgeschöpft sind, lohnt sich die Erschließung weiterer Kanäle.

Und wie stellen Sie Ihrem Kunden Ihr Angebot zur Verfügung? Es ist grundsätzlich gut, verschiedene Varianten im Portfolio zu haben. Eine ist in der Regel jedoch der größte Umsatzbringer, dem am meisten Aufmerksamkeit gebührt.

Die Basis Ihres Geschäfts: der Wert

Haben Sie Klarheit über diese ersten Bereiche gewonnen, stellt sich die Preisfrage: Wie viel können Sie für Ihr Angebot verlangen?

Häufig wird dazu eine Kalkulation auf Basis der Kosten (Produktanbieter) bzw. aufgrund der investierten Zeit (Dienstleister) zu Rate gezogen. Viel interessanter für die Kalkulation ist jedoch der geschaffene Wert:

Welchen Vorteil erhält der Kunde?

Welche Schmerzen oder Verluste erspart er sich?

Mitunter ergeben sich dabei sehr konkrete Zahlen (z. B. 10 Prozent Kostenersparnis). Meist ist der Wert aber überwiegend emotional (z. B. Statusgewinn, Schmerzlinderung, Liebe, Anerkennung …). Auch wenn sich diese Werte kaum in Geld fassen lassen, bieten sie doch wichtige Anhaltspunkte für die Preisfindung.

Jede Medaille hat zwei Seiten

Ein Bierdeckel hat zwei Seiten – so auch der Bierdeckel-Businessplan. Ging es auf der ersten Seite um das Geschäft, geht es auf der Rückseite um noch viel mehr. Hier ist Raum für die wichtigste Frage für Ihr Unternehmen: die Frage nach Ihrer Unternehmervision.

Welchen Wert möchten Sie in der Welt schaffen? Wofür soll Ihr Unternehmen stehen? Nur mit einer klaren Vision, der Sie konsequent folgen, wird aus Ihrem Unternehmen mehr als nur ein Geschäft. Nämlich eine Marke, die einen Wert für sich darstellt.

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1 Kommentar
  • Willi Jung 8. Februar 2019 15:44

    sehr gut, ich geh gleich ein Kölsch trinken. Dann habe ich schon mal das Grundwerkzeug.
    Beim 2. fülle ich die Vorderseite aus, beim 3. die Rückseite. Und dann ….?

    Nix für ungut. Sehr gute Idee.

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