Buchtipps Diese 12 Bücher empfiehlt Richard Branson

Richard Branson empfiehlt in seinem Literaturclub regelmäßig einige seiner Lieblingsbücher. Das sind die 12 Tipps des Ausnahmeunternehmers.

Richard Bransons Buecher

© Alex Wong/Getty Images

Auf seinem persönlichen Blog gibt der britische Erfolgsunternehmer Richard Branson immer wieder Einblicke in seinen Alltag. In einem der jüngsten Beiträge stellt er zwölf Bücher vor, die er 2021 gelesen hat, und die er weiterempfiehlt.

Einige der Autoren hat Branson für seinen Buchclub sogar selbst interviewt. Die Videos finden Sie unter den jeweiligen Büchern:

1. „Just Mercy“ von Bryan Stevenson

Als Erstes empfiehlt Branson ein Sachbuch des amerikanischen Anwalts Bryan Stevenson. „Ich finde, jeder sollte das Buch ‚Just Mercy‘ lesen“, schreibt er. „Sie werden über die Todesstrafe nachdenken und verstehen, warum sie keinen Platz auf der Welt verdient.“

Das Buch handelt von Fällen, die Stevenson als Anwalt selbst vor Gericht vertreten hat. Er verteidigt Menschen, die ansonsten keinen oder nur pro forma einen Rechtsbeistand erhalten, und kämpft dafür, unschuldige Menschen aus der Todeszelle herauszuholen. Es geht beispielsweise um Walter MacMillian, einen schwarzen Mann, der 1988 in Alabama zu Unrecht wegen Mordes zum Tode verurteilt wurde. Ein Fall, der übrigens auch verfilmt wurde. Im gleichnamigen Film ‚Just Mercy‘ spielt Michael B. Jordan den Anwalt Bryan Stevenson. Die Rolle von McMillian übernahm Jamie Foxx.

Bryan Stevenson: „Keine Gnade. Polizeigewalt und Justizwillkür in den USA“. Piper, 11 Euro.

2. „The Dice Man“ von Luke Rhinehart

Der Roman „The Dice Man“ stammt bereits aus dem Jahr 1971. Darin beginnt ein Psychoanalytiker, Entscheidungen mithilfe eines Würfels zu treffen. Was zunächst ein Spiel ist, wird immer größer: Der Mann überlasst irgendwann alle Lebensentscheidungen dem Zufall.

Im Laufes des Buchs entwickelt der Psychoanalytiker die Theorie, dass jeder Mensch multiple Persönlichkeiten besitzt, die er durch den Würfel ausleben kann. Seine Theorie nennt er Würfeltherapie – um die sich bald ein Kult entwickelt.

Branson schreibt, dass er das Buch schon vor Jahren einmal gelesen habe. „Ich liebe den Zufall, Spaß und Abenteuer, und wie Lukes Philosophie dazu ermutigt, Risiken einzugehen“, erklärt er.  Branson selbst fälle selbstverständlich nicht alle Entscheidungen mit dem Würfel. „Aber es ist so unterhaltsam zu lesen, dass es mir immer im Gedächtnis geblieben ist. Falls Sie es noch nicht gelesen haben, kann ich es nur wärmstens empfehlen.“

Luke Rhinehart: „Der Würfler“. Mitteldeutscher Verlag, 14,90 Euro.

3. „Just Kids“ von Patti Smith

In ihrer Autobiografie erzählt Rockmusikerin Patti Smith von den Anfängen ihrer Karriere, ihrem Leben im New York der frühen Siebzigerjahre und von ihrer Beziehung zum Fotografen Robert Mapplethorpe.

„An ‚Just Kids‘ liebe ich am meisten, dass es nicht um Erfolg geht. Ich glaube, dass ein Buch über Erfolg eine langweilige Geschichte abgeben würde. ‚Just Kids‘ handelt von ihren Kämpfen und ihrer Zielstrebigkeit“, schreibt Richard Branson.

Patti Smith: „Just Kids. Die Geschichte einer Freundschaft“. Fischer, 14 Euro.

4. „Happiness“ von Matthieu Ricard

Matthieu Ricard ist ein buddhistischer Mönch und studierter Molekularbiologe mit Abschluss in Zellulargenetik. Seine These: Glück ist kein Zufall, sondern jeder kann es erlernen. In seinem Buch verknüpft er westliche Psychologie und Buddhismus. Am Ende eines jeden Kapitels gibt er kleine Übungen und Meditationsanleitungen, die auf dem Weg zu einem glücklicheren Leben helfen sollen.

„Happiness ist ein Buch, von dem ich wünschte, ich könnte es meinem jüngeren Ich geben“, schreibt Richard Bransons dazu.

Matthieu Ricard: „Glück. Mit einem Vorwort von Daniel Goleman“. Knaur Menssana, 14,90 Euro.

5. „Start With Why“ von Simon Sinek

Das Buch von Simon Sinek haben wahrscheinlich viele Unternehmerinnen und Unternehmer bereits gelesen. Es wurde im Jahr 2009 veröffentlicht und ist inzwischen in zahlreiche Sprachen übersetzt – darunter ins Chinesische. Wer „Start With Why“ noch nicht auf dem Nachttisch liegen hatte, dem empfiehlt Richard Branson, es jetzt zu lesen. Es sei eines der einzigen Wirtschaftsbücher überhaupt, das ihm gefalle. „Simon Sinek hat einen erstaunlichen Umgang mit Worten“, schreibt er auf seinem Blog.

In seinem Buch beschreibt Sinek, dass weniger erfolgreiche Menschen immer mit dem Was beginnen – und anschließend über das Wie zum Warum kommen. Das sei der falsche Weg. Wer erfolgreich sein will, solle laut Sinek immer zuerst die Warum-Frage stellen.

Simon Sinek: „Frag immer erst: warum. Wie Top-Firmen und Führungskräfte zum Erfolg inspirieren“. Redline, 19,99 Euro.

6. „The Art of Pollination“ von Martin Flanagan

„Das Buch erzählt die Geschichte von Jane Tewson – einer Frau, die ich wirklich bewundere, die eine Geschichte hat, die jeder kennen sollte“, erzählt Branson in seinem Blogbeitrag.

Jane Tewson ist eine britische Philanthropin und die Gründerin mehrerer gemeinnütziger Organisationen. Dazu zählt unter anderem die Wohltätigkeitsorganisation Comic Relief, die 1985 in Großbritannien als Antwort auf eine Hungersnot in Äthiopien gegründet wurde.

Martin Flanagan: „The Art of Pollination. The Irrepressible Jane Tewson“. Hardie Grant Books, 18,47 Euro. (Nur in englischer Sprache erhältlich.)

7. „I Am a Girl From Africa“ von Elizabeth Nyamayaro

Elizabeth Nyamayaro erzählt in ihrer Biografie „I Am a Girl From Africa“ von ihrer Kindheit in Simbabwe, ihrer Arbeit als humanitäre Helferin und ihrem Job als leitende Beraterin der Vereinten Nationen. Eine Erfahrung habe Nyamayaro als Kind ganz besonders geprägt: Als ihr Dorf von einer Dürre und  einer schweren Hungerkrise getroffen wurde, traf Nyamayaro auf eine Frau in blauer Uniform, die ihr Essen gab. Ihr erste Begegnung mit UNICEF. Daraufhin setzte sie es sich zum Lebensziel, selbst für die Vereinten Nationen zu arbeiten und anderen Menschen zu helfen.

„Ihre Geschichte ist eine inspirierende Erinnerung an unsere gemeinsame Menschlichkeit und die Kraft der Ausdauer“, schreibt Branson über das Buch.

Elizabeth Nyamayaro: „I Am a Girl From Africa“. Simon & Schuster, 11,99 Euro. (Nur in englischer Sprache erhältlich.)

8. „Wind, Sand and Stars“ von Antoine de Saint-Exupéry

Das Buch „Der kleine Prinz“ des französischen Schriftstellers Antoine de Saint-Exupéry ist vielen Menschen bekannt. Seine anderen Werke haben hingegen die wenigsten von uns gelesen. In „Wind, Sand and Stars“ setzt er sich mit seinen eigenen Erlebnissen als Postpilot auseinander. Denn der leidenschaftliche Berufspilot betrieb die Schriftstellerei nur nebenbei.

Unter anderem erzählt er von einer Bruchlandung in der Sahara – 200 Kilometer von Kairo entfernt. Er blieb damals unverletzt und machte sich auf die Suche nach anderen Menschen. Kurz bevor er verdurstete, stieß er auf Beduinen, die ihn retteten. Das Erlebnis inspirierte ihn später zu seinem Bestseller „Der kleine Prinz“.

Antoine de Saint-Exupéry: „Wind, Sand und Sterne“. Karl Rauch, 24 Euro.

9. „Emerald Mile“ von Kevin Fedarko

Kevin Fedarko ist Journalist und Teilzeit-Flussführer im Grand Canyon National Park. In seinem Buch beschreibt er die „wahre Geschichte der schnellsten Bootsfahrt aller Zeiten“, während der legendären Flut von 1983. Damals raste eine Truppe um den Kapitän Kenton Grua den Colorado River hinunter und durch den Grand Canyon. Der Titel des Buchs ist der Name des kleinen hölzernen Boots, mit dem sie die abenteuerliche Fahrt unternommen haben.

„Es ist eine wahre Geschichte, die mich an die fiktiven Abenteuer erinnert hat, die ich in meiner Jugend geliebt habe. Und an die Weltrekordversuche, die ich später als Erwachsener unternahm“, schreibt Unternehmer Branson.

Kevin Fedarko: „Emerald Mile. The Epic Story of the Fastest Ride in History Through the Heart of the Grand Canyon„. Scribner, 19,76 Euro. (Nur in englischer Sprache erhältlich.)

10. „Masters of Scale“ von Reid Hoffman

Reid Hoffman ist bekannt als Mitgründer von LinkedIn. In seinem Podcast, der ebenfalls den Titel „Masters of Scale“ trägt, interviewt er regelmäßig die visionärsten Köpfe des Silicon Valley und der restlichen Welt. Zu Gast hatte er schon: den Airbnb-Gründer Brian Chesky, Facebook-Chef Mark Zuckerberg, Netflix-CEO Reed Hastings, Autor Tim Ferriss und den Paypal-Gründer Peter Thiel. Auch Branson selbst war schon in Hoffmans Show.

Aus den mehr als 100 Interviews destillierte Reid Hoffman zehn kollektive Erkenntnisse, die Unternehmerinnen und Unternehmer ganz praktisch anwenden können. Themen sind beispielsweise: Wann sollten Sie aufhören, Ihren Kunden zuzuhören? Oder: Wie finden Sie eine überzeugende Idee und verwandeln sie in ein skalierbares Unternehmen?

„Es ist immer gut, seine eigenen Annahmen infrage zu stellen und von den unternehmerischen Reisen anderer Gründer zu hören. Wenn ich eines als Unternehmer gelernt habe, dann dass wir nie aufhören sollten zu lernen“, schreibt Branson über das Buch.

Reid Hoffman: „Masters of Scale. Surprising Truths from the World’s Most Successful Entrepreneurs“. Currency, 12,52 Euro. (Nur in englischer Sprache erhältlich.)

11. „A Promised Land“ von Barack Obama

„Von allen Führungspersönlichkeiten, denen ich in meinem Leben begegnet bin, ist Präsident Barack Obama einer der wenigen, die mich nachhaltig beeinflusst haben“, schreibt Richard Bransons in seinem Blogbeitrag. Er erzählt, dass sich seine Stimmung immer hebe, wenn er Obama irgendwo treffe. „Das liegt daran, dass wir eine ähnliche Vision für die Zukunft teilen – sein breites Lächeln und sein Sinn für Humor helfen sicherlich auch!“

In seinen Memoiren „A Promised Land“ gibt der ehemalige US-Präsident einen Einblick in seine erste Amtszeit. Richard Branson ist begeistert von dem Buch: „Ein absolutes Lesevergnügen.“

Barack Obama: „Ein verheißenes Land“. Penguin, 42 Euro.

12. „Net Positive“ von Paul Polman

Paul Polman ist ehemaliger Unilever-CEO. Vorher arbeitete er für Procter & Gamble und Nestlé. Eine Konzern-Karriere, die nicht gerade auf Werte wie Umweltschutz oder Nachhaltigkeit schließen lässt. Doch Polman ist ein großer Befürworter der These, dass die Wirtschaft eine treibende Kraft für Positives sein kann.

In seinem neuen Buch argumentiert er, dass Unternehmen in Zukunft netto-positiv sein müssen. Damit meint er, dass das Betriebsergebnis einer Firma auch dann noch positiv sein sollte, wenn alle Auswirkungen auf Gesellschaft oder Umwelt hineingerechnet werden. „Ein Unternehmen, das mehr gibt, als es nimmt“, formuliert es Polman selbst.

Paul Polman: „Net Positive. How Courageous Companies Thrive by Giving More Than They Take“. Harvard Business Review, 22,99 Euro. (Nur in englischer Sprache erhältlich.)

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