CO2-Ausstoß kompensieren  Das können Firmen für den Klimaschutz tun

Jede Firma trägt zum Klimawandel bei, indem sie Co2 ausstößt und Müll verursacht. Die Umweltverschmutzung lässt sich kompensieren. Was es bringt, welche Anbieter es gibt und was der Ausgleich kostet.

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CO2-Ausstoß kompensieren

© knallgrün / photocase.de

Das Berliner Unternehmen Photocad arbeitet nach eigenen Angaben seit 2016 klimaneutral. Das heißt, dass von dem Hersteller von SMD-Schablonen, die für die Leiterplattenproduktion gebraucht werden, kein CO2-Ausstoß ausgeht – zumindest rein rechnerisch.

Um den ökologischen Fußabdruck zu minimieren, vertreibt Photocad etwa umweltfreundliche Reinigungsmittel für die Schablonen, benutzt wiederverwendbare Verpackungen und stellt den zehn Teammitgliedern Diensträder bereit, damit sie aufs Auto verzichten. „Aber ein gewisser Rest CO2 bleibt eben“, sagt Axel Meyer, Vertriebsleiter bei Photocad.

96 Tonnen Kohlenstoffdioxid hat Photocad 2021 in die Luft abgelassen. Um diese Menge zu kompensieren, finanziert die Firma ein Trinkwasserprojekt in Kenia mit. So kommt der Betrieb auf die grüne Null.

Mittlerweile versucht fast jede vierte kleine und mittelständische Firma wie Photocad, einen Beitrag zum Klimaschutz zu leisten, zeigt eine Studie der Universität Kassel und der Stiftung Allianz für Entwicklung und Klima von 2021. Doch die meisten wissen laut Befragung nicht, wie sie ihren eigenen CO2-Ausstoß errechnen und diesen ausgleichen können.

Tatsächlich ist das sehr kompliziert und ohne Hilfe kaum zu schaffen. Deshalb gibt es Firmen und Organisationen, die das für einen tun. Sie heißen Atmosfair, Primaklima oder Climatepartner. Mit letzter arbeitet Photocad zusammen.

Erst Verschmutzung vermeiden, dann kompensieren

Die Anbieter errechnen Emissionen, die etwa durch Energieverbrauch, Logistik und Transport, Dienstreisen oder auch Fahrten von Angestellten zur Arbeit entstehen. Dann zeigen die Klimaschutzspezialisten, wie sich der CO2-Ausstoß vermeiden lässt. Ist das Potenzial ausgeschöpft, können die nicht vermeidbaren Emissionen kompensiert werden, indem Firmen Geld für Klimaschutzprojekte spenden, etwa die Aufforstung von Wäldern.

Kauft man sich damit nicht von seiner Verantwortung frei? Klimaschutzexperte Marcel Kruse vom Umweltbundesamt betont, echter Klimaschutz bestehe darin, als Allererstes Verschmutzungen zu vermeiden und erst dann zu kompensieren. Er hält die Angebote für sinnvoll, solange diese bestimmte Kriterien einhalten.

„Je detaillierter der CO2-Fußabdruck kalkuliert wird, desto besser“, sagt er. Andreas Ziegler, Professor für empirische Wirtschaftsforschung an der Universität Kassel, rät dazu, sich auch die Organisationen anzuschauen: „Die Spenden sollten nur für Projekte eingesetzt werden, durch die tatsächlich CO2-Emissionen reduziert werden“, sagt er. Vage Formulierungen wie „Wir unterstützen mit den Zahlungen den Regenwald“ sollten stutzig machen.

Wir stellen sechs Klimaschutzanbieter vor, zeigen, wie der Ausgleich funktioniert und was der Service kostet.


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