Manfred Brasslers größter Fehler „Ich habe zehn Jahre zu lange gewartet“

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"Meine Idee war, das Konzept der Klarheit auf die Spitze zu treiben – also eine Uhr mit nur einem Zeiger zu bauen", erzählt  Manfred Brassler, 63, Gründer der Uhrenmarke Meistersinger.

"Meine Idee war, das Konzept der Klarheit auf die Spitze zu treiben – also eine Uhr mit nur einem Zeiger zu bauen", erzählt Manfred Brassler, 63, Gründer der Uhrenmarke Meistersinger.© Martin Brockhoff / impulse

Statt sich auf Uhren mit nur einem Zeiger zu spezialisieren, setzte Meistersinger-Gründer Manfred Brassler auf ein breiteres Sortiment. Und war selbst überrascht über die Konsequenzen, als er die Produktpalette schließlich reduzierte.

Als ich 2001 Meistersinger gegründet habe, wusste ich: Ohne unverwechselbares Konzept brauche ich gar nicht erst anzutreten. Der Wettbewerb im Uhrenmarkt war zu stark. Meine Idee war, es einfacher zu machen, nicht komplexer, das Konzept der Klarheit auf die Spitze zu treiben – also eine Uhr mit nur einem Zeiger zu bauen. So, wie es bis Mitte des 18. Jahrhunderts üblich war.

„Ich habe mich nicht getraut“

Allein auf die Einzeigeruhr zu setzen habe ich mich aber nicht getraut und nahm auch Modelle mit zwei Zeigern ins Programm auf. Von Anfang an aber verkauften sich die Zweizeigeruhren viel schlechter. Erst 2013 habe ich den Entschluss gefasst: Die Zweizeigeruhren müssen raus. Mir war klar geworden, dass dieser Schritt der Marke Meistersinger neue Kraft geben wird. Unsere Vertriebspartner hatten die Zweizeigeruhren teils schon gar nicht mehr eingekauft. Die waren bereits weiter als wir, wollten nicht die Erfahrung machen, die Händler erst für Einzeigeruhren zu begeistern, um ihnen dann noch Zweizeigeruhren anzubieten.

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Klarer Fokus – mehr Umsatz

Ich hatte zehn Jahre zu lange gewartet, diesen Schritt zu machen. Es war mein größter Fehler, dass ich nicht von Anfang an zur Einzeigeruhr gestanden habe. Und das, obwohl ich es tief in mir drinnen immer als konsequent und notwendig empfunden hatte. Der Erfolg gab mir recht. Die größten Umsatzzuwächse hatten wir in den Jahren 2014 und 2015, nach der Fokussierung auf Einzeigermodelle. Zwar hatte ich den Schwenk nicht als Risiko empfunden. Aber ich hatte nicht damit gerechnet, dass die Reduzierung der Produktpalette vom ersten Tag an zu einem Treiber der Unternehmensentwicklung würde und sofort zu bedeutenden Mehrumsätzen führt.


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