Warm-up vor Meetings Dieser Trick sorgt für produktivere Meetings
Warm-up vor Meetings

Den Mitarbeitern mal richtig einheizen: Mit einem Warm-up vor Meetings stimmen Sie das Team ein.© samiph222 / iStock / Getty Images Plus / Getty Images

Gelangweilte Blicke im Meeting, unmotivierte Teilnehmer im Workshop – kommt Ihnen das bekannt vor? Dann hilft ein Warm-up: 10 Übungen, die zum Beginn eines Meetings für produktive Stimmung sorgen.

Ob Fußball, Hürdenlauf oder Tanzen: Sportler wärmen sich beim Training oder vor einem Wettkampf intensiv auf. Diese Warm-up-Phase bereitet nicht nur den Körper auf Strapazen vor, sondern dient auch dazu, sich mental auf das Training oder Turnier einzustellen.

Was fester Bestandteil des Sports ist, kann auch Unternehmern helfen: Warm-ups vor längeren Meetings oder Workshops stimmen Mitarbeiter auf das ein, was folgt, sorgen für produktivere Stimmung und fördern die Konzentration. Im Kreis rennen oder sich dehnen sollen die Teilnehmer dabei natürlich nicht – sondern sich mit passenden Übungen auf den Tag vorbereiten, ohne ins Schwitzen zu kommen.

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„Es gibt nicht das eine Warm-up schlechthin, das überall funktioniert“, sagt Jana Fuchs, Programmdirektorin an der Hasso-Plattner-Institut Academy und erfahrene Workshopleiterin. Chefs sollten daher überlegen, was sie mit einer Aufwärmübung bewirken wollen. Geht es darum, dass sich die Teilnehmer besser kennenlernen, etwa weil sie in verschiedenen Abteilungen arbeiten und nun gemeinsam an einem Projekt mitwirken sollen? Gilt es, sie einfach nur wachzurütteln? Oder spielerisch für eine gute Grundstimmung sorgen? 10 Übungen für jedes Ziel.

Warm-up 1: Check-in

Ziel: Die Stimmung des Teams einfangen und den Start erleichtern.

So funktioniert es: Das Check-in ist eine einfache Form des Warm-ups und kann die Zusammenarbeit später erleichtern. Zu Beginn bittet der Leiter des Meetings oder Workshops jeden Teilnehmer, kurz zu berichten, wie es ihm gerade geht. Fuchs: „Sie müssen dabei natürlich nicht von privaten Krisen erzählen. Aber allein schon zu wissen, dass jemand wenig geschlafen hat, weil sein Kind viel geschrien hat, kann eine relevante Information für andere sein. Wissen sie es nicht und macht derjenige den ganzen Tag nicht richtig mit, könnten sie es auch anders interpretieren – etwa denken, dass er faul ist oder keine Lust hat.“

Varianten des Check-ins

Wer mag, kann das Check-in etwas kreativer gestalten. „Man kann bildlich nach dem Befinden fragen, etwa: ‚Wie ist bei euch heute das Wetter?‘“, sagt Fuchs. „Dann kommen Antworten wie: ‚Ziemlich neblig, aber langsam kommt die Sonne durch‘. Oder ‚heute Nacht hat es gestürmt‘.“

Eine weitere Möglichkeit: Der Meetingleiter zeichnet den Umriss einer Batterie auf ein Blatt Papier. Die Mitarbeiter sollen dann in verschiedenen Farben einzeichnen, wo ihr Energielevel heute liegt – also quasi markieren, wie voll ihr Akku ist.

Warm-up 2: Traumberuf

Ziel: Einander kennenlernen. Die Übung eignet sich Fuchs zufolge etwa dann, wenn Kollegen zusammentreffen, die nicht jeden Tag zusammenarbeiten.

So funktioniert es: Jeder Teilnehmer erzählt kurz, welchen Beruf er als Kind ausüben wollte (und, wenn sich die Teilnehmer kaum kennen, auch, welchen Job er oder sie heute hat). Erzählt etwa Kollegin Schmidt, dass sie als Kind Astronautin werden wollte, und Mitarbeiter Müller, dass er von einer Karriere als Kuscheltierdoktor träumte, lockert das die Stimmung.

Alternativ können die Mitarbeiter ihre früheren Berufswünsche auch auf Zettel zeichnen und an die Wand kleben.       

Warm-up 3: Superpower und Kryptonit

Ziel: Kennenlernen, Kollegen besser einschätzen können und möglichen Konflikten vorbeugen. Die Übung eignet sich für Teilnehmer, die bislang kaum zusammenarbeiten.

So funktioniert es: Jeder Mitarbeiter soll seine persönlichen Stärken (Superpower) und Schwächen (Kryptonit, in Anlehnung an die Schwachstelle von Superman) nennen. Fuchs: „In meiner persönlichen Erfahrung hat diese Übung oft dabei geholfen zu erfahren, wie Kollegen an die Arbeit gehen. Und zu erkennen, warum sie so handeln, wie sie handeln. Wenn etwa jemand sagt: ‚Ich bin total gut im analytischen Denken, aber verrückte Ideen zu entwickeln liegt mir gar nicht‘, hilft das bei der späteren Teamarbeit. Spinnt die Gruppe Ideen und derjenige steigt gedanklich aus, weiß das Team, woran es liegt.“

Warm-up 4: Blindes Zeichnen

Ziel: Die Stimmung auflockern, einander kennenlernen und Erwartungen klären.

So funktioniert es: Mit Zettel und Stift ausgestattet tun sich Teilnehmer zu Paaren zusammen. Nun soll jeder sein Gegenüber zeichnen, ohne auf das Blatt zu schauen. Selbst geübten Zeichnern dürften die Porträts so gründlich misslingen – und Lacher sind garantiert. So starten die Teilnehmer mit einer positiven Grundstimmung in den Tag.

Zusätzlich können die Zeichner unter ihr Porträt schreiben, was sie denken, was der Andere vom Workshop erwartet. Sobald sich das Paar die Zeichnungen übergibt, tauschen sie sich über die tatsächlichen Vorstellungen aus.

Warm-up 5: Zählen

Ziel: Die Gruppendynamik und das Zuhören fördern, für Aufmerksamkeit sorgen.

So funktioniert es: Alle Teilnehmer stellen sich in einem Kreis auf. Nun soll die Gruppe laut bis zehn oder 20 zählen. Die Regeln dabei: Es darf immer nur einer reden und die Teilnehmer dürfen die Reihenfolge nicht absprechen. Sagen etwa zwei Kollegen gleichzeitig „fünf“, muss das Team wieder von vorne anfangen. Alternativ können die Teilnehmer auch das Alphabet aufsagen. Die Übung steigert die Konzentration und Aufmerksamkeit – ist also auch nach einer Mittagspause geeignet, um wieder wach zu werden.

Warm-up 6: Schere-Stein-Papier-Turnier

Ziel: Spielerisch für eine gute Grundstimmung sorgen und wachrrütteln.

So funktioniert es: Die Mitarbeiter teilen sich paarweise auf und spielen eine Runde „Schere, Stein, Papier“ gegeneinander. Die Crux: „Wer verliert, wird laut Spielregel zum größten Fan des Gewinners“, sagt Fuchs. „Er stellt sich hinter ihn und feuert ihn laut an.“ Die beiden Kollegen, die zuletzt übrigbleiben, spielen drei Runden gegeneinander – mit ihrer jeweiligen Fan-Gruppe im Rücken. „Das wird meist recht laut und ziemlich witzig“, so die Expertin.

Warm-up 7: Papierflieger

Ziel: Zusammenarbeit fördern.

So funktioniert es: Je zwei Mitarbeiter tun sich zusammen und halten ihre Schreibhand hinter dem Rücken versteckt. Dann sollen sie einarmig gemeinsam einen Papierflieger basteln, ohne miteinander zu sprechen. Sie haben zwei Minuten Zeit, dann werfen alle Gruppen gleichzeitig ihre Flieger ab und schauen, wie weit sie fliegen. Die Übung erfordert viel Geschick und gute nonverbale Kommunikation – und kann damit müde Teilnehmer wachmachen.

Warm-up 8: Gordischer Knoten

Ziel: Die gemeinsame Problemlösung anregen. Wichtig: Der Gordische Knoten ist nur etwas für Teams, die sich besser kennen und für die es in Ordnung ist, dass sich die Kollegen an den Händen fassen.

So funktioniert es: Die Teilnehmer stellen sich in einem großen Kreis auf, schließen die Augen und strecken die Hände überkreuzt nach vorne. Dann gehen alle in die Kreismitte und greifen die Hände anderer. Hat jeder zwei Hände gefasst, dürfen alle die Augen öffnen und müssen nun versuchen, den Knoten zu entwirren – ohne loszulassen. Sich zu drehen, unter anderen wegzuducken und zu verbiegen hilft dabei. Doch ganz auflösen lässt sich der Pulk natürlich nicht, meist bleiben Kreise mit mehreren Mitarbeitern übrig

Warm-up 9: Ein-Wort-Geschichte

Ziel: Die Kreativität der Mitarbeiter anregen, Zusammenarbeit fördern und für gute Stimmung sorgen.

So funktioniert es: Fuchs empfiehlt, diese Übung mit mindestens fünf Teilnehmern zu machen. Die Gruppe erzählt dabei eine Geschichte – aber jeder darf nur ein Wort sagen. Fuchs: „Dabei kommt meistens Unsinn heraus, der für viele Lacher sorgt.“

Warm-up 10: Spaghettiturm

Ziel: Die eigene Rolle in einer Gruppe klären und reflektieren, Zusammenarbeit fördern.

So funktioniert es: Jedes Team, bestehend aus fünf oder sechs Mitarbeitern, bekommt einen Marshmallow, eine Handvoll Spaghetti und Kreppband. Die Teams müssen nun versuchen, innerhalb von 15 Minuten einen möglichst hohen Turm zu bauen und den Marshmallow an der höchsten Stelle zu befestigen. Ein Mitglied jeder Gruppe hält sich im Hintergrund, beobachtet und notiert, wie die Teilnehmer vorgehen.

Ist das Siegerteam gekürt, sind die stillen Beobachter an der Reihe: Sie schildern nun, wie die Gruppe zusammengearbeitet hat, wer zum Beispiel das Ruder an sich gerissen und bestimmt hat und wer eher zurückhaltend war. Anschließend berichten die Mitarbeiter von ihren Erfahrungen. Bei einem impulse-Workshop hatte das Team nicht nur viel Spaß bei dieser Warm-up-Übung, sondern konnte sich damit gedanklich gut auf den folgenden Workshop zu Persönlichkeitstypen einstimmen.

Wenn Mitarbeiter nicht mitmachen wollen

Gerade bei spielerischen Warm-ups kann es immer wieder vorkommen, dass Mitarbeiter die Übung infrage stellen, nicht mitmachen wollen oder sagen, dass ein Warm-up Zeitverschwendung sei. Fuchs empfiehlt in solchen Fällen, Sinn und Zweck der Aufwärmübung genau zu erklären und zu betonen, dass die Zeit gut investiert sei – schließlich läuft das Meeting danach meist produktiver.

Möchte jemand partout nicht mitmachen, soll man ihm der Expertin zufolge erlauben, sich auszuklinken. Im Nachhinein sollten Chefs den Verweigerer nach seinen Gründen fragen und mit ihm darüber sprechen, was sein Verhalten für die Gruppendynamik bedeutet.

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1 Kommentar
  • Martin Schmaeh 8. Januar 2020 12:25

    Ich habe noch keine Sportler gesehen, die Spaghettitürme bauen. Das Warm-up sollte sich m.E. an den Aufgaben und Themen des Meetings orientieren. Das führt schneller zum Ziel.

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