Management „Unternehmer mit einer Sensibilität für Nischen“

Karte des Bundelandes Sachsen

Karte des Bundelandes Sachsen© www.sachsen.de

Nicht eine einzelne Person, sondern ein ganzes Bundesland erhält den Elite-Mittelstandspreis der Union Mittelständischer Unternehmer: Sachsen. Was die Jury überzeugte? "Die Lebenseinstellung der Sachsen" als Erfolgsfaktor - und das Silicon Saxony in Dresden.

Es war eine Premiere: Stets war es ein Politiker oder eine Politikerin, die in den vergangenen Jahren mit dem Elite-Mittelstandspreis der Union Mittelständischer Unternehmer (UMU) ausgezeichnet wurden: Gerhard Schröder, Friedrich Merz, Christine Scheel, Roland Koch, Günther Oettinger oder Rainer Brüderle erhielten den Preis. Dieses Mal entschied sich die Jury für ein ganzes Bundesland: den Freistaat Sachsen und den sächsischen Mittelstand. „Dort wurde nach der Wende die Freiheit ermöglicht“, sagte Hermann Sturm, Präsident der UMU, der den Preis in Berlin stellvertretend an den sächsischen Ministerpräsidenten Stanislaw Tillich überreichte. Der Preis, der bereits zum 20. Mal vergeben wurde, zeichnet Politiker aus, die sich in besonderem Maße für die mittelständische Wirtschaft und ein selbstbestimmtes Unternehmertum in Deutschland eingesetzt haben.

Der Mittelstand floriert in Sachsen – keineswegs eine Selbstverständlichkeit, wie Ministerpräsident Tillich anmerkte: Nach 1945 seien schließlich tausende Unternehmer vor den Sowjets in den Westen geflohen, anschließend, in der DDR, folgte „eine zweite Diktatur“. „Dort wurde das selbständige Denken unterdrückt.“ Umso beeindruckender sei die Entwicklung Sachsens nach der Wende. Hinter dem Erfolg, so Tillich, stünden hunderttausende Erfolgsgeschichten. Die Politik habe dabei früh die Weichen gestellt, sagte der Ministerpräsident, angefangen 1990 mit seinem Vorvorgänger im Amt, Kurt Biedenkopf. Entscheidend für den Erfolg sei aber „die Lebenseinstellung der Sachsen“. Die Politik könne Rückenwind geben, „aber den Weg müssen die Unternehmer selbst gehen.“

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Silicon Saxony

Laudator Roland Berger erinnerte daran, dass Sachsen an eine erfolgreiche Industriegeschichte angeknüpft habe, etwa in Glashütte (Uhren) oder in Chemnitz (Maschinenbau). Eine wichtige Rolle spielt heute das Silicon Saxony in Dresden, einem der wichtigsten Halbleiter- und Mikroelektronikstandorte Europas. Das Know-how der Sachsen habe nach der Wende Investoren ins Land gelockt, sagte Tillich. Inzwischen arbeiteten 2000 Firmen mit 51.000 Beschäftigten im Silicon Saxony. Es unzählige „kleine Unternehmer mit einer Sensibilität für Nischen“, viele seien inzwischen Weltmarktführer. „Solche Mittelständler prägen das Gesicht von Silicon Saxony.“

Clemens Fuest, Präsident des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung, lobte, dass Sachsen ein Vorzeigebeispiel für eine solide Finanzpolitik sei. Seit 2006 hat Sachsen einen ausgeglichen Haushalt, zudem die niedrigste Pro-Kopf-Verschuldung aller Bundesländer.

Die Union Mittelständischer Unternehmen vertritt mit den angeschlossenen Verbänden etwa 68.000 mittelständische Unternehmer, Selbstständige und Angehörige Freier Berufe aus allen Branchen und Regionen Deutschlands. Die Verleihung des Deutschen Elite-Mittelstandspreises wird von einer Reihe weiterer europäischer und deutscher Mittelstandsverbände unterstützt, die zusammen mehr als eine Million Klein- und Mittelbetriebe sowie Freiberufler vertreten.

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