Management Versicherungen für einen Auslandseinsatz

Wenn Firmen Mitarbeiter ins Ausland entsenden, ist versicherungsrechtlich einiges zu beachten. Der Einsatz in Italien ist unkomplizierter als ein Job in einem Krisengebiet. Personalchef und Mitarbeiter sollten sich auf jeden Fall rechtzeitig – das heißt vor der Entsendung – über die nötigen Versicherungen informieren.

Sozialversicherung

Ob Sozialabgaben in Deutschland, im Zielland oder gar in beiden fällig werden, sollte von einem Experten geklärt werden. Grundsätzlich gilt die sogenannte Ausstrahlung der hiesigen Sozialversicherungspflicht, die im Sozialgesetzbuch geregelt ist. Zudem gibt es Absprachen zwischen einzelnen EU-Ländern und bilaterale Abkommen außerhalb der EU.

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Krankenversicherung

Private Restkostenpolicen, wie sie für Mitglieder der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) abgeschlossen werden, erfordern häufig viel Verwaltungsaufwand: Nicht selten muss langwierig geklärt werden, wer wie viel bezahlt. Praktischer und preiswerter kann ein neuer Firmengruppenvertrag bei einer privaten Krankenversicherung sein. Abgesichert sollten Vorerkrankungen und zeitweilige Aufenthalte in Deutschland sein, aber auch eine unplanmäßige Verlängerung des Auslandseinsatzes. Um nach der Rückkehr wieder in GKV oder private Police einsteigen zu können, gibt es sogenannte Anwartschaften: Bei privaten Anbietern kosten sie zwischen 20 und 30 Prozent der Prämie und sollten Einstiegsalter und Gesundheit konservieren. In der GKV liegt der Preis für eine Anwartschaft monatlich bei rund 45 Euro.

Berufsunfähigkeits- und Lebensversicherung

Niemand ist verpflichtet, seiner Versicherung einen Auslandsaufenthalt anzuzeigen. Lediglich bei der Antragstellung wird zur Risikobeurteilung abgefragt, ob in den nächsten sechs Monaten die Absicht besteht, ins Ausland zu gehen. Der frühzeitige Abschluss einer Police kann daher günstiger sein. Expats in Krisengebieten sollten das Kleingedruckte studieren: Einige Versicherer schließen das Kriegsrisiko aus.

Haftpflichtversicherung

Hiesige Privathaftpflichtversicherungen gelten auch innerhalb der EU. Im Nicht-EU-Ausland sind die Kunden in der Regel bis zu drei Jahre abgesichert. Trotzdem sollte für bestehende Verträge immer eine schriftliche Bestätigung des Versicherungsschutzes für das Zielgebiet eingeholt werden.

Unfallversicherung

Für Personen, die sich auf Weisung ihres inländischen Arbeitgebers in einen ausländischen Staat begeben, besteht grundsätzlich Versicherungsschutz. Dauer und Leistungen sind je nach Land unterschiedlich, weshalb die deutsche gesetzliche Unfallversicherung eine zusätzliche private Absicherung empfiehlt. Dann fällt der Schutz nicht nur höher aus, sondern gilt rund um die Uhr und nicht nur bei Arbeitsunfällen. Üblich ist eine Erweiterung der bestehenden Firmengruppenversicherung.

Kfz-Versicherung

Haftpflicht und Kasko gelten nur innerhalb der geografischen Grenzen Europas beziehungsweise den Grüne- Karte-Ländern. Wer vom Arbeitgeber etwa nach Spanien geschickt wird, kann sein Privatfahrzeug mit deutschem Kennzeichen mitnehmen. Laut Zulassungsrecht darf das Auto bis zu einem Jahr im europäischen Ausland gefahren werden. Danach sollte man das Fahrzeug lokal zulassen und dort versichern. Außerhalb der EU gilt die deutsche Kfz-Versicherung nicht. Dort muss in der Regel eine nationale Kfz-Police abgeschlossen werden.

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