Management Versicherungsschutz gegen die Kartelle

Mexiko gilt als aufstrebende Wirtschaftsmacht und attraktiver Standort für Investoren. Die katastrophale Sicherheitslage dürfte jedoch so manche Firma abschrecken. Eine Versicherung bietet nun eine Police gegen Schäden durch das organisierte Verbrechen an.

 

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Unternehmerisches Risiko gibt es auf der ganzen Welt – in Mexiko hingegen haben es Firmen mit ganz konkreten Gefahren zu tun. So gingen im vergangenen Jahr in den Bundesstaaten Michoacán und Guanajuato sechs Lagerhallen sowie über 40 Lastwagen der Pepsi-Tochter Sabritas in Flammen auf. Zu den Angriffen bekannte sich das Kartell „Tempelritter“.

Der Versicherer Marsh & McLennan bietet in Mexiko nun eine Police an, mit der sich Unternehmen gegen Schäden durch Terrorismus, organisierte Kriminalität und Sabotage versichern können. Die Deckung kann bis zu 25 Millionen US-Dollar betragen.

Bedarf an Versicherungsschutz dürfe es geben: 2011 wurden nach Angaben der mexikanischen Statistikbehörde (INEGI) 37,4 Prozent aller Unternehmen im Land Opfer krimineller Aktivitäten. Dabei entstand ein Schaden von 115,2 Milliarden Peso (7,3 Mrd. Euro).

„Bei traditionellen Versicherungen ist oft nicht klar, ob die besagten Risiken gedeckt sind“, zitiert die Zeitung „Excelsior“ den stellvertretenden Direktor von Marsh in Mexiko, Julián Abraham. „Deshalb haben wir uns entschieden, eine Police zu entwickeln, die ausdrücklich diese Bereiche abdeckt.“

Gefahren für Firmen in Mexiko

In seinem jüngsten Bericht warnt das auf Risikobewertungen spezialisierte britische Analyseunternehmen Maplecroft vor den Gefahren für Firmen in Mexiko. Sowohl die Entführung von Mitarbeitern als auch der Diebstahl von Gütern während des Transports und Erpressung stelle ein großes Risiko für Unternehmen dar.

Auf der anderen Seite bietet Mexiko Investoren zahlreiche renditeträchtige Anlagemöglichkeiten. Es gibt gut ausgebildete Mitarbeiter, die Wachstumszahlen sind solide und Freihandelsabkommen mit über 40 Staaten machen das Land als Produktionsstandort attraktiv.

Nach Angaben des Deutsch-Mexikanischen Industrie- und Handelskammer (Camexa) sind in Mexiko derzeit rund 1300 Unternehmen mit deutscher Kapitalbeteiligung ansässig. In der jüngsten Umfrage gaben 42 Prozent der Firmen an, die schlechte Sicherheitslage wirke sich auf ihre Aktivitäten aus und für 17 Prozent sind die Auswirkungen „sehr relevant“.

Spezifischen Risiken sollen abgesichert werden

Die Gefahren durch das organisierte Verbrechen könnten so manches Unternehmen bereits von einem Einstieg in Mexiko abhalten. Mit seiner neuen Police will Marsh Investoren nun vor den spezifischen Risiken in Mexiko absichern.

„Es gibt einige Regionen in Mexiko, in denen die schlechte Sicherheitslage potenziell interessierte Investoren abschrecken könnte“, sagt der Präsident des mexikanischen Unternehmerverbands (Coparmex), Juan Pablo Castañón Castañón. „Kurzfristig könnte eine Versicherung gegen Schäden durch das organisierte Verbrechen da sicherlich für mehr Vertrauen in den Standort sorgen.“ Auf lange Sicht müsste der Staat allerdings die Sicherheitslage im ganzen Land verbessern, um Mexiko für Investoren attraktiv zu halten, sagt Castañón.

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