Management Vietnam: Gemächliches, aber stabiles Wachstum

Für deutsche Unternehmen bietet das Land nicht nur Chancen als Produktionsstandort, sondern auch als Absatzmarkt.

Für deutsche Unternehmen hält Vietnam mit einer jungen und zunehmend konsumfreudigen Bevölkerung erhebliche Vorteile bereit. Dabei punktet das südostasiatische Land vor allem als Standort für arbeitsintensive Produktionsprozesse und hat sich zu einem wichtigen Exporteur besonders von Bekleidungs- und Schuhwaren entwickelt. Allerdings beeinträchtigen eine überbordende Bürokratie und ein schwacher Bankensektor die Stärken des Landes.

Die Industrialisierung Vietnams hat seit den 1990er Jahren spürbar an Dynamik gewonnen, und heute trägt der Sektor rund 40 Prozent der Wirtschaftsleistung. Entsprechend hoch fiel die durchschnittliche Zuwachsrate des Bruttoinlandsprodukts zwischen 1990 und 2011 aus (7,2 Prozent p. a.). Welches Wachstumspotenzial der Aufholprozess aber noch bietet, zeigt das auch in der Region niedrige Verhältnis des BIP pro Kopf: Kaufkraftbereinigt entfielen 2011 auf jeden der 88 Millionen Vietnamesen nur rund 3.500 US-Dollar. Auch der bisher hohe Beitrag der Landwirtschaft zur BIP-Entstehung von über einem Fünftel und eine niedrige Urbanisierungsquote (31 Prozent) bestätigen das Potenzial des Landes.

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Potenzial durch wachsende Binnennachfrage

Derzeit verfügt Vietnam über den demografischen Vorteil einer sich stabilisierenden Bevölkerungsentwicklung. Seit 1980 hat sich die Zahl der Kinder pro Frau auf 1,9 ungefähr halbiert. Das Resultat sind stetig nachrückende Jahrgänge auf dem heimischen Arbeitsmarkt. Zugleich tragen steigende Einkommen zu einer stabilen Entwicklung des privaten Konsums bei, der gegenwärtig trotz einer Schwäche im 1. Halbjahr 2012 mit 4 Prozent bis 5 Prozent pro Jahr wächst.

Damit wird voraussichtlich die Nachfrage nach Heimelektronik und Gesundheitsversorgung hoch bleiben. Wir rechnen damit, dass die vietnamesische Volkswirtschaft in diesem und dem kommenden Jahr mit mehr als 5 Prozent wächst. Die Modernisierung der Wirtschaft erfordert weitere Investitionen, sodass sich auch für deutsche Maschinenbauer Wachstumschancen ergeben.

Bernhard Esser, Emerging Markets Analyst, HSBC

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