Management Warum gerade ich?

15 Jahre hat sich Julia Berger reingekniet. Die Aufgaben wurden verantwortungsvoller, die Abende im Unternehmen oft länger. Doch ihr Einsatz ist nichts mehr wert, als die Tochterfirma geschlossen wird und alle Angestellten entlassen werden. Damit auch Julia Berger.

In „Gefeuert“ schreibt sie auf, wie sehr es an ihr nagt, verzichtbar zu sein. Wie sie hadert und bangt und hofft und jede Zuversicht schnell in sich zusammenfällt. Weil niemand den Rausschmiss verhindern kann, weder Betriebsrat noch Anwalt. Und weil sie sich wertlos fühlt, entwertet durch die Kündigung. Es folgen frustrierende Vorstellungsgespräche und das als Demütigung inszenierte Antanzen beim Arbeitsamt. Bergers Bericht über ihr „Leben nach der Kündigung“ verweigert sich jeder Wehleidigkeit, zeigt aber gleichwohl mit- und nachvollziehbar das selbstzerstörerische Hadern und Hoffen und Enttäuschtwerden sowie das Kreisen um die sinnloseste Frage von allen: Warum gerade ich?

Gefeuert – Mein Leben nach der Kündigung
Julia Berger
dtv, 240 Seiten, 12,90 Euro

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