Management Was Autozulieferer ihren Angestellten zahlen

Deutsche Autozulieferer klagen seit Jahren über enormen Kostendruck, meist ausgelöst durch ihre Kunden, die großen Autokonzerne. Aber auch die Personalkosten tragen ihren Teil zu der Misere bei. Was zahlt die Branche ihren Angestellten? Der dritte Teil der impulse.de-Gehälterserie.

Die deutschen Autozulieferer ächzen weiterhin unter enormen Kostendruck. Unternehmensberatungen sind unisono der Ansicht, dass sich die Zahl der Lieferanten immer schneller verringert. Die Autoren der Studie „Global Top Automotive Suppliers 2011“ gehen davon aus, dass in den nächsten zwei Jahrzehnten die Hälfte der Firmen in der Branche verschwunden ist. Die Studie hat die Unternehmensberatung Berylls Strategy Advisors erstellt.

Immer wieder schrecken Insolvenzen von bekannten Firmen die Branchenvertreter auf. Druckguss Heidenau, Karmann, Sellner, Stankiewicz, Honsel – die Liste von Pleiten der vergangenen Jahre lässt sich fast beliebig fortsetzen.

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Immerhin gibt es einen Lichtblick: Obwohl die Umsätze in 2010 bereits wieder um 40 Prozent kletterten, nahmen nach der Erhebung der Mittelstandsbank IKB die Personalkosten nur um 18 Prozent zu. Denn nach Rekorden bei Produktion, Export und Umsatz erwartet die deutsche Autoindustrie für 2012 ein verhalteneres Wachstum. „Die Branche erwartet ein hartes Arbeitsjahr“ mit „mehr Gegenwind“, prognostiziert der Präsident des Verbands der Automobilindustrie, Matthias Wissmann.

Deshalb bleiben die Personalkosten auch weiterhin ein großes Thema. Was zahlt die Branche ihren Angestellten? Mit welchen Gehältern rechnen die Personalchefs ihre Kosten durch? Laut der Vergütungsberatung Personalmarkt verdienen Fachkräfte ohne Personalverantwortung im Schnitt 52.470 über alle Positionen gerechnet. Kleinere Unternehmen (bis 100 Beschäftigte) zahlen im Durchschnitt: 37.536 Euro. Mittlere Unternehmen (bis 1000 Mitarbeiter) zahlen: 46.655 Euro, große Unternehmen (über 1000 Mitarbeiter) zahlen 61.753 Euro. Auf die Bundesländer bezogen ergibt sich folgendes Bild: Am meisten verdienen die Fachkräfte ohne Personalverantwortung in Hessen (57.612 Euro), Bayern, Baden-Württemberg, am wenigsten in Thüringen, Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern (39.877 Euro).

Führungskräfte mit Personalverantwortung erhalten im Bundesdurchschnitt und über alle Firmengrößen gerechnet 94.041 Euro. Die Unterteilung nach Unternehmensgröße zeigt folgendes Bild: Kleinere Unternehmen (bis 100 Beschäftigte) zahlen im Durchschnitt: 77.832 Euro. Mittlere Unternehmen (bis 1000 Mitarbeiter) zahlen: 83.844 Euro, große Unternehmen (über 1000 Mitarbeiter) zahlen 101.912 Euro.

Personalmarkt hat zudem fünf Positionen eingehender beleuchtet. Der Auswertung zufolge bekommt ein Werksleiter (der Personalverantwortung hat) im Schnitt über alle Firmen gerechnet 97.876 Euro. Ein Leiter Konstruktion (ebenfalls mit PV ausgestattet) verdient demnach 89.504 Euro. Ingenieure in der Produktion (ohne Personalverantwortung) nehmen 54.243 Euro mit nach Hause. Das Gehalt bei Ingenieuren in der Projektabwicklung beträgt im Durchschnitt 59.662 Euro. Entwicklungsingenieure bekommen im Bundesdurchschnitt 56.797 Euro.

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