Management Wenn der Fahnder klingelt

50.000 Firmen werden jährlich von staatlichen Fahndern gefilzt. Gründe dafür gibt es viele - und oft genügt nur der Verdacht auf einen Rechtsverstoß, auf den Bußgeld oder Strafe steht. impulse zeigt die Auslöser, die am häufigsten zu Firmendurchsuchungen führen.

Es gibt viele Gründe weshalb Unternehmen nach Beweismitteln durchsucht werden können. Ein Überblick:

Unschuldig

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Auch ein unverdächtiges Unternehmen kann durchsucht werden, wenn dort Beweismittel gegen andere zu erwarten sind, etwa gegen Geschäftspartner. Was Mitarbeiter außerhalb ihres Jobs ausfressen, kann Probleme machen, wenn Beweismittel wie persönliche Unterlagen am Arbeitsplatz vermutet werden.

Anonym

Die Ermittlungsbehörden müssen auch anonymen Anzeigen nachgehen. Gefährlich sind sie aber erst, wenn brisante Details sie glaubwürdig machen, etwa wozu Ex-Ehepartner oder Mitarbeiter in der Lage sind.

Steuern

Jeder Fehler in einer Steuererklärung kann kritisch werden, denn schon auf eine „leichtfertige Steuerverkürzung“ steht Bußgeld, das heißt: Eine Durchsuchung ist möglich. Besonders misstrauisch beäugen die Finanzämter Branchen, in denen die Geldflüsse – etwa wegen vieler Barzahlungen – schwer kontrollierbar sind.

Sozialabgaben

Arbeitgeber, die Beiträge nicht abführen, machen sich strafbar, bei vielen anderen Fehlern droht Bußgeld. Das alles kann die Fahnder auf den Plan rufen.

Schwarzarbeit

Immer wenn bei Aufträgen Steuern oder Sozialabgaben gespart werden, müssen Auftraggeber und Auftragnehmer mit staatlichen Besuch rechnen. Das gilt auch, wenn ein Subunternehmer gegen die Regeln verstoßen hat.

Urheberrecht

Wer bewusst Software ohne die nötige Lizenz auf seinen Rechnern laufen lässt, ist sich klar, dass er gefährlich lebt. Viele wissen nicht, dass auch frei zugängliche Bilder oder Texte nicht einfach aus dem Internet heruntergeladen und genutzt werden dürfen, etwa als Schmuck der eigenen Homepage. Ein Risiko ist auch illegale Software auf den Rechnern der Mitarbeiter, egal ob Spiele zum Privatvergnügen oder Programme zu Verbesserung der Arbeit. Auch eindeutige Weisungen des Arbeitgebers schützen nicht vor unerwünschtem Besuch, sondern nur saubere Festplatten

Kartellrecht

Klar ist das Risiko von bewussten Verstößen etwa durch Absprachen über Preise oder Absatzgebiete. Genau so gefährlich: Außendienstmitarbeiter teilen gegen Weisungen mit Kollegen von der Konkurrenz den Markt auf oder in Branchenverbänden mauscheln andere Mitglieder Kartellverstöße aus. Die Kronzeugenregelung im Kartellrecht erhöht das Risiko.

Außenhandel

Bei Import und Export sowie grenzüberschreitendem Zahlungsverkehr steht auf den Verstoß gegen die zahlreichen Melde- und teilweise Genehmigungspflichten oder Handels- und Geschäftsverbote Bußgeld oder Strafe. Das erlaubt bei Verdacht Durchsuchungen.

Sicherheitsvorschriften

Vor allem bei Personenschäden schickt der Staatsanwalt schnell seine Einsatztruppe, wenn Verstöße gegen Regeln etwa über Produktsicherheit, Arbeitssicherheit und Unfallverhütung, Anlagensicherheit oder die allgemeine Organisationspflicht der Unternehmensleitung in Frage kommen.

Umwelt

Gefährlich sind hier nicht nur die zahlreichen und strengen Vorschriften, deren Verletzung mit Bußgeld oder Strafe geahndet wird, sondern mehr noch die Bereitschaft vieler Mitbürger, Umweltverstöße zu vermuten und anzuzeigen.

Korruption

Das ist zur Zeit geradezu ein Modedelikt mit der Folge, dass schon Einladungen zu einem Fußballspiel zu Ermittlungsverfahren und Durchsuchung führen können. Auch hier ist die Gefahr, durch Verfehlungen von Mitarbeitern in ein Verfahren gezogen zu werden, groß.

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