Management Wie Orwo Net aus Ruinen auferstand

Orwo-Net-Chef Gerhard Köhler

Orwo-Net-Chef Gerhard Köhler© Janin Hemmann

Aus den insolventen Fotodienstleistern Pixelnet und Orwo ging 2003 Orwo Net hervor. Mit einer innovativen Geschätspolitik wurde das Unternehmen zukunftsfähig gemacht. Ein Rückblick, wie das Unternehmen in die Gewinnzone zurückkehrte.

Die Wende kam 2003. Ab da schrieb der Fotodienstleister Orwo Net aus Bitterfeld-Wolfen endlich wieder schwarze Zahlen. Noch ein halbes Jahr zuvor jedoch sah das Bild ganz anders aus. Die beiden Vorgängerfirmen Pixelnet und Orwo hatten wegen fataler Managementfehler sogar Insolvenz anmelden müssen.

Die neu gegründete Gesellschaft Orwo Net schloss unrentable Standorte, trennte sich vom Kameraverkauf und konzentrierte sich auf den Zukunftsmarkt Fotodienstleistungen wie Digital- und Leinwandbilder sowie Fotobücher und -kalender. Genau der richtige Schritt, wie die Turnarounder-Jury betont. „In jeder Insolvenz steckt eine Chance – und bei Orwo hat das Management diese beispielhaft genutzt“, lobt Christian Dyckerhoff, Jurymitglied und Sprecher des Vorstands der BDO Deutsche Warentreuhand AG in Hamburg. „Die Kunst bestand darin, sich aus einer sterbenden Industrie wie der Filmherstellung das kleine Stückchen herauszupicken, das zukunftsfähig ist, und alles darauf zu konzentrieren.“

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Neuanfang im Osten

Mit der neuen Strategie entwickelte sich die Firma aus Sachsen-Anhalt zu einem der führenden Fotogroßlabore Deutschlands. Über Netzwerke gewann sie Drogerie- und Discounterketten sowie Versandhäuser wie Otto oder Foto Quelle als Neukunden hinzu. Orwos Onlineterminal, das die Fotodaten direkt von den Läden der Geschäftspartner in die Fotolabore überträgt, ist bisher einzigartig in Deutschland. Die innovative Geschäftspolitik schlägt sich auch in den Zahlen nieder. Von 2004 bis 2008 steigerte Orwo Net seinen Umsatz im Schnitt jährlich um 52 Prozent auf 23,2 Millionen Euro.

Für 2009 erwartet das Management trotz Krise eine 15-prozentige Umsatzsteigerung auf rund 27 Millionen und einen Bilanzgewinn von zwei Millionen Euro. Die Belegschaft wuchs von anfangs 32 auf heute 235 Mitarbeiter. Orwo-Net-Chef Gerhard Köhler bekennt sich zu dem Standort: „Die Mitarbeiter haben teilweise schon 40 Jahre hier gearbeitet. Das schweißt zusammen und hat uns einen Neuanfang in Wolfen ermöglicht.“ Heute steht Orwo Net „bundesweit konkurrenzfähig“ da, so Dyckerhoff.

 
 

cover_110 Aus dem impulse-Magazin 11/2009
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