Management Wo die meisten innovativen Firmen sitzen

Die innovativsten Familienunternehmen kommen aus dem Märkischen Kreis. Damit ist die Region in einem deutschlandweitem Ranking Spitze. Dahinter folgen der Rems-Murr-Kreis und der Kreis Esslingen aus Baden-Württemberg. Ein weiteres Ergebnis der Studie: Je mehr Familienunternehmen in einer Region angesiedelt sind, desto innovativer ist sie.

Das Innovationspotenzial in Deutschland wird maßgeblich von der Dichte dort angesiedelter Familienunternehmen aus forschungsintensiven Branchen bestimmt. Zu diesem Ergebnis kommt eine von der Technischen Universität (TU) München durchgeführte Studie, die impulse in der neuen Ausgabe von impulse Wissen (Frühling 2012, EVT 29. März 2012) erstmals vorstellt.

Für die Studie untersuchten die Wissenschaftler die regionale Verteilung von Familienunternehmen aus besonders hoch technologisierten Industrie-Branchen, bei denen Forschung und Entwicklung eine zentrale Rolle spielen. Unter allen 438 Kreisen Deutschlands belegt der Märkische Kreis in Nordrhein-Westfalen mit dem Zentrum Lüdenscheid mit insgesamt 29 forschungsintensiven Mittelständlern in Familienhand den ersten Platz.

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Auf den weiteren Plätzen folgen der Rems-Murr-Kreis mit zwölf sowie der Kreis Esslingen mit elf
Unternehmen (beide Baden-Württemberg). Darüber hinaus gehört die Region rund um
Lüdenscheid auch vor dem Hintergrund registrierter Patent-Anmeldungen zu den
innovativsten Kreisen Deutschlands.

Die Studie macht deutlich, dass eine besondere Innovationskultur nicht nur in Regionen
möglich ist, in denen Konzerne ihren Sitz haben. „Je mehr Familienunternehmen in einer
Region angesiedelt sind, desto innovativer ist sie“, so die TU-Wissenschaftler und Autoren
der Studie, Dr. Jörn Block und Frank Spiegel. So hat in Lüdenscheid gerade das Fehlen von
Konzernen mit mehreren Tausend Mitarbeitern sowie starker Gewerkschaften zur
Entstehung des Innovationspotenzials beigetragen.

„Es gibt hier keine künstlichen Distanzen“

Stattdessen weist die Region eine lange Tradition produzierender Familienunternehmen auf, die sich flexibel und schnell auf neue Technologien und Absatzmärkte einstellen konnten. „Unsere industrielle Entwicklung ist älter als die im Revier. Hier finden Sie keine Technikfeindlichkeit“, sagt Lüdenscheids Bürgermeister Dieter Dzewas gegenüber impulse Wissen.

Viele innovative Familienunternehmen der Region konnten sich in ihren Nischen bereits
weltweit durchsetzen. So betont Tim Henrik Maack, Geschäftsführer des aus Lüdenscheid
stammenden Weltmarktführers für maßgeschneiderte Beleuchtungssysteme Erco,
gegenüber impulse Wissen: „Das Wissen, das wir brauchen, finden wir hier gebündelt.
Außerdem arbeiten sehr gute Zulieferer in der Region. Es gibt hier keine künstlichen
Distanzen.“

Auch die Münchener Forscher sehen in dieser „kooperativen Kultur“ einen
wesentlichen Faktor für die besondere Innovationsfreudigkeit in Regionen mit vielen
Familienunternehmen. Darüber hinaus ließen sich so auch Potenziale bündeln, um dem
drohenden Fachkräftemangel in technischen und naturwissenschaftlichen Berufen
gemeinsam begegnen zu können.

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