Nikolaus Förster Demokratie – was ist das?

Immerhin: Das Wetter in Paris scheint gut zu werden. Die Sonne kommt heraus – auf dem Rollfeld des Flughafens.

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Anders als Amsterdam, wo das Flugzeug eigentlich landen sollte, aber der dichte Nebel dies nicht zuließ. Oder in Bejing, wo ich heute Nacht startete. Aus dem Smog.
Und: Endlich habe ich wieder freien Netzzugang – anders als in China, wo Seiten mit westlichen sozialen Medien blockiert werden.
Ein Dialog mit einer Chinesin, Ende 20, angestellt bei einem internationalen Konzern, die ich in Peking traf, geht mir (kurz nach der Bundestagswahl) nicht aus dem Kopf:

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„Was halten Sie von Demokratie?“

„Was ist das?“

„So wie es in Europa oder den USA praktiziert wird. Wo die Bürger wählen und entscheiden können, wer sie regiert. Und das alle vier oder fünf Jahre.“

„Nein. Das haben wir nicht. Das brauchen wir auch nicht.“

„Warum nicht?“

„Wir sind doch seit 1949 ein freies Land. Und wir können wählen, wer in der Partei eine Rolle spielt.“

„Ja, aber nur aus einer Partei.“

„Na und? Wir kümmern uns nicht so sehr darum. Hauptsache, unser Leben ist gut. Und die Partei sorgt dafür, dass das Leben gut ist. Das Wählen ist den Leuten nicht so wichtig.“

„Kein Wunder, wenn es nur eine einzige Partei gibt, die zur Wahl steht.“

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