Nikolaus Förster Drei Monate nach der Geburt

Die Zeit vergeht wie im Flug. Jetzt sind schon drei Monate vergangen, seit ich am 2. Januar die Impulse Medien GmbH gegründet habe (siehe erster Blog-Eintrag). Äußerlich hat sich scheinbar wenig geändert: In Hamburg ist es nach wie vor bitterkalt, der Kanal am Industriehof ist zugefroren (Foto). Und alle vier Wochen – wie an diesem Donnerstag – erscheint ein impulse-Heft. Nur: Tatsächlich hat sich ALLES verändert: die Räume, das Team, das Redaktionssystem, die Druckerei, die IT, die Telefonanlage, die Buchhaltung etc. Und ich selbst bin in einer vollkommen neuen Rolle: Ich hätte nicht gedacht, was es für einen Unterschied macht, ob man Chefredakteur ist oder, wie jetzt, geschäftsführender Gesellschafter. Es erinnert mich an die Zeit vor zehn Jahren, als ich zum ersten Mal Vater wurde und mir Freunde vorher erzählten, was alles auf mich zukäme. So richtig begriff ich das erst, als meine Tochter tatsächlich zur Welt kam. Und selbst als sie da war, dauerte es Tage, Wochen, Monate, bis mir so richtig klar wurde, was da eigentlich passiert war. Es gibt eben Entscheidungen, die haben eine existenzielle Bedeutung – und das gilt wohl auch für die Geburt einer Firma.

Das Fazit nach drei Monaten: Es ist eine anstrengende, aber tolle Zeit – auch wenn ich, siehe oben, nicht im entferntesten auf das vorbereitet war, was ich jetzt durchlebe. Auch wenn die Gratulationen und positiven Reaktionen bei weitem überwiegen (und ich noch immer nicht die Zeit gefunden habe, allen zu antworten), gab es auch Kritik. Gestern erst beschwerte sich ein Leser über das neue Papier, er überlege, das Abo zu kündigen – dabei ging es uns ja gerade darum, wie ich ihm sofort zurückschrieb, die Qualität des Papiers zu erhöhen. Ein anderer Leser war enttäuscht über die Recherchetiefe einiger Texte – und traf mit einigen seiner Anmerkungen auch tatsächlich ins Schwarze. Und ein, zwei Kooperationspartner nutzten den Umbruch, um sich gleich ganz aus dem Staub zu machen. Wahrscheinlich ist es in einer Firmenhistorie wie im richtigen Leben: So richtig lernt man seine Partner erst dann kennen, wenn es tatsächlich drauf ankommt. Aber das sind einzelne Reaktionen, die das Gesamtbild nicht trüben können. Dafür ist der Zuspruch aus dem Markt zu groß (auch wenn wir sicherlich noch Zeit brauchen, um dies – nach dem radikalen Umbruch – auch in den Zahlen zu spiegeln). Dafür ist das Team, das mit einem unglaublichem Engagement bei der Sache ist, zu gut. Und die Lust auf Freiheit zu groß!

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1 Kommentar
  • Boris Schneider 2. April 2013 16:22

    Nur langsam. Das wird schon wieder werden. Und jeder, der sich in einer neuen Rolle findet, muss sich erst daran gewöhnen und einleben. Nicht verzagen und aufgeben lautet nun die Devise!

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