Nikolaus Förster Hamburg – Berlin – Tunis: Können sich Unternehmer helfen?

In den deutschen Nachrichten taucht das, was einmal der Arabische Frühling genannt wurde und von dem man heute gar nicht mehr weiß, wie man es nennen sollte – Winter? Herbst? – kaum mehr auf. Positive Signale sind rar geworden, eher schon dringen alarmierende Zeichen in den Westen, etwa wenn ein ägyptisches Gericht wie in dieser Woche Mitarbeiter der Konrad-Adenauer-Stiftung zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt. Der Aufbruch, der einst mit großen Hoffnungen verbunden war, ist ins Stocken geraten.Was kann man selbst dazu beitragen, damit es zu demokratischen Reformen kommt? Ein herausragendes Projekt hat jetzt die deutsche Initiative „The owners Forum“ (http://www.ownersforum.de/), die deutsche und arabische Familienunternehmen zusammenführt, mit dem Auswärtigen Amt gestartet: 20 junge Unternehmer aus Tunesien und Ägypten wurden aus mehreren hundert Bewerbern ausgewählt – sie erhalten Mentoren: deutsche Unternehmer, die ihnen mit Wissen und Kontakte weiterhelfen sollen. Auch ich wurde gefragt, ob ich bereit sei, zwei tunesische Medienunternehmer zu unterstützen (http://www.ownersforum.de/class-of-2013-1-2/). Ich sagte ja (auch wenn ich eigentlich gar keine Zeit habe), und so traf ich jetzt in Berlin zum ersten Mal Chokri Driouech (unten links), der eine Gratiszeitung auf den Markt bringt, und Youssef Gaigi (unten rechts), der das erste englischsprachige Nachrichtenportal Tunesiens gegründet hat. Beide verbrachten, als Teil des Projekts, eine Woche in Berlin, dort wo vor über 20 Jahre selbst eine Mauer geschleift und eine – zum Glück – friedliche Revolutionn Platz griff.

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Was denn das für ein Gebäude sei, fragten sie mich und zeigten auf den Reichstag. Ich fing an, über das Parlament zu reden, über den Brand der Kuppel 1933 – und mir wurde plötzlich klar, wie fremd diese Welt auf die beiden wirken musste. Zwischen Berlin und Tunis liegen eben nicht nur 2000 Kilometer. Trotz der Unterschiede: Es gibt Medienmechanismen, die unabhängig vom Standort wirken. Und Erfahrungen, die man teilen kann. Die ersten Gespräche zumindest waren sehr spannend. Mal sehen, was sich daraus in den nächsten Monaten ergibt. Und vielleicht gibt es ja auch unter den impulse-Lesern Unternehmer, die Interesse an diesem Projekt haben?

 

 

 

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