Nikolaus Förster Partytime: Den neuen Impulse-Verlag gibt es seit einem halben Jahr

Wahnsinn, wie schnell die Zeit vergeht. Und wie tief man, ohne es richtig zu merken, in der Arbeit versinkt. Und wie schwierig es ist, einmal innezuhalten. So hätten wir fast das Datum verpasst, unser 6-monatiges Jubliäum. Irgendwie ist uns das dann aber doch noch aufgefallen: Und so gab es gestern Abend in den neuen Verlagsräumen reichlich Rotwein, Käse und Baguette. Nachts um 1 Uhr machte ich die Lichter aus…

IMG_0014

Anzeige

Es ist schon ein halbes Jahr her, seit der MBO-Unterschrift. Damals atmeten wir alle erleichtert auf – feierten bei mir zu Hause bis tief in die Nacht (http://impulsemagazin.wordpress.com/2013/01/09/mittwoch-9-januar/). Es war der vorläufige Schlusspunkt eines turbulenten Winters. Und es kam mir in der Euphorie und der Aufbruchstimmung vor, als hätten wir – nach den wochenlangen Verhandlungen –  das Gröbste hinter uns. Nach einem halben Jahr ist klar: Wir haben noch gar nichts hinter uns.

Sicher, wir haben ein herausragendes Team, schöne Räume, eine neue Druckerei, besseres Papier, die ersten Hefte sind produziert, etliche Verträge unterschrieben. Auch stehen wir wirtschaftlich nicht schlecht da. Aber dennoch: Wir sind noch am Anfang. Auch wenn wir strategisch die ersten wichtigen Entscheidungen getroffen haben (Verzicht auf Aboprämien, Staffelung der Anzeigenpreise nach Firmengröße),  vieles wird sich erst im zweiten Halbjahr herauskristallisieren. Welche Kooperationen sind wirklich sinnvoll für uns? Was setzen wir fort? Was stoppen wir? Welche Dienstleister passen gut zu uns? Und wo sehen wir das größte Potenzial?

Der Punkt, den ich angesichts der unzähligen Fragen, die sich jeden Tag auftürmen, wohl am meisten unterschätzt habe, ist das Thema Firmenkultur: Bei Gruner+Jahr spielte das kaum eine Rolle. Man machte seinen Job – besser oder schlechter, mit Leidenschaft oder ohne. Man hatte eine Aufgabe in einem großen Gebilde. Und das war auch gut so und machte Spaß. Aber kaum einer machte sich Gedanken, was die Menschen dort eigentlich zusammenhält, wofür sie arbeiten – jenseits der inhaltlichen, journalistischen Anforderungen. Auch das wird eine wichtige, vielleicht die wichtigste Aufgabe sein, die mich – und das gesamte Team – in den kommenden Monaten beschäftigen wird.

Ob ich den Schritt ins Unternehmertum bereut hätte, wurde ich zuletzt von mehreren gefragt. Die Antwort lautet, trotz aller Schwierigkeiten: Nein! Die Chance, etwas neu zu gestalten, die unbegrenzte Freiheit ist durch nichts aufzuwiegen. Und das Potenzial ist, mit solch einem Team und in solch einer Konstellation, tatsächlich enorm.

Hinterlassen Sie einen Kommentar

(Kommentare werden von der Redaktion montags bis freitags von 10 bis 18 Uhr freigeschaltet)

Bitte beantworten Sie die Sicherheitsabfrage (Anti-Spam-Schutz): *Captcha loading...