Nikolaus Förster „Sichern Sie sich jetzt bis zu 150€ in bar“

Wahnsinn! Der EZB scheint man – nach den Anleihekäufen der vergangenen Jahre – ja alles zuzutrauen. Jetzt gibt es auch 150-Euro-Scheine. Okay, man kriegt sie bei keiner Bank. Man muss schon, wie ich heute im Zug, die „Süddeutsche Zeitung“ lesen und schon fällt einem ein überdimensionierter Geldschein in die Hände, ohne Wasserzeichen und sonstige Sicherheitsmerkmale, aber immerhin. Ich lerne: Wenn ich die SZ für ein Jahr lese, „sichere ich mir 125 € in bar“ und erhalte als neuer Leser auch noch eine Tankkarte „im Wert von 25 €“. Ein Trauerspiel. Hat die Süddeutsche – eine, wie ich finde, wirklich gute Zeitung – das wirklich nötig? „Seien Sie anspruchsvoll“, lautet der Slogan der SZ. Gute Idee. Vielleicht sollte ich mein SZ-Abo kündigen und es dann wieder neu bestellen. Ich hätte viele Ideen, was ich mit dem Geld machen könnte. Wir könnten zum Beispiel damit Tausende Postkarten mit impulse-Abowerbung drucken, garantiert ohne Prämien. „Ja, ich wähle Netzwerk statt Nippes“, heißt es auf unseren Abo-Coupons. Warum schreiben Verleger nicht gleich an ihre Leser: „Sie haben vollkommen Recht. Unser Produkt ist nichts wert. Kommen Sie ja nicht auf die Idee, für Qualitätsjournalismus auch noch Geld auszugeben!“

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