Nikolaus Förster Unser Mann im Silicon Valley

Wir machen gerade ein Experiment. Philipp Rösler ist für eine Woche unterwegs im Silicon Valley, um Startups zu besuchen und (auch wenn er dies nicht sagt) eine gute Figur zu machen, wenige Monate vor der Wahl. Dieses Mal ist nicht einer unserer Journalisten dabei, sondern ein Unternehmer, der für uns bloggt: Gunnar Berning, der Gründer des Portals Twago (http://www.twago.de/) – mal ein anderer Blick auf das, was im Silicon Valley gerade passiert:http://www.impulse.de/serie/silicon-valley-blog-was-grunder-von-us-startups-lernen-konnen. Nach dem Besuch bei Google schreibt unser Mann im Silicon Valley:

Wichtigster Tipp für die deutschen Gründer: 2/3 der Diskussionen zwischen Teammitgliedern enden mit der Aussage “Ja, und…”, nur 1/3 der Diskussionen enden mit dem eher für Deutschland typischen “Ja, aber…”. Optimistische Denkweisen wie diese sind nach Aussage von Google X-Leiterin Obi Felten entscheidend für radikale neue Ideen.

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Und:

Während man bei uns versucht, Risiken und Verluste zu vermeiden, nehmen Firmen wie Google in Kauf, dass 98 Prozent der Ideen buchstäblich “in der Tonne” landen, solange die verbleibenden zwei Prozent der Ideen die Welt verändern.

Dank seiner Kamera wissen wir jetzt auch, was der Minister morgens beim Joggen drüberzieht (und irgendwie erinnert das Outfit – wie häufiger in diesem Blog – mal wieder ein bisschen an Raumschiff  Enterprise.)

Foto 2

Auch das ist ungewohnt: Dass die Journalisten, die sonst andere in die Öffentlichkeit bringen, mal selbst zum Thema werden. Sie machen offenbar nicht immer eine gute Figur:

Manch einer denkt, die Reise ist eine Klassenfahrt, auch einige der mitgereisten Journalisten. Die vergessen, dass smarte Menschen sich weiterentwickeln wollen, links und rechts schauen um besser zu werden. Nur so kann man was Außergewöhnliches schaffen, “The Next Big Thing”.

1 Kommentar
  • Gerd Meissner (@gerd_meissner) 24. Mai 2013 16:53

    >>nur 1/3 der Diskussionen enden mit dem eher für Deutschland typischen “Ja, aber…”<<

    Sehr wichtige Beobachtung. Kleine Ergaenzung von einem, der seit 1997 im Silcion Valley lebt und arbeitet: Es ist ja nicht so, dass diese Denke dem typischen Silicon-Valley-Entwickler oder -Manager in die Wiege gelegt wurde, oder das sich das hier einfach durch Einatmen der lokalen Luft verbreitet.

    Es ist in vielen Faellen auch nicht so, nach meiner Erfahrung, dass da zuerst "das Denken" veraendert wurde. Sondern der beschriebene Effekt ist Ergebnis einer Trainings- und Kommunikationskultur, die auf Integration und Loesung im Team ausgerichtet ist.

    Viele Silicon-Valley-Unternehmen schicken ihre Mitarbeiter zu Seminaren, wo sie u.a. lernen, statt "ja, aber" zum Beispiel "In addition, I think…" zu sagen. Das hat interessante Effekte auf die eigenenen Gehirnwindungen, und ist natuerlich mit der klassischen deutschen Haltung "ich will mich kulturell nicht verbiegen, man muss ja noch die Wahrheit sagen koennen) schwer zu vereinbaren.

    Die gute Nachricht zum letzten Punkt ist, dass Durchstarter aus Deutschland im Silicon Valley das in der Regel schnell erkennen, und sich sogar auf eigene Kosten zu solchen Kursen anmelden, wenn das Startup / der Arbeitgeber sie nicht im Hausprogramm hat.

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