Nikolaus Förster Unwiderstehliche Versuchung: Pillen schlucken. Herunterkommen

Ich stoße gerade – bei der Durchsicht der unzähligen Mails, die ich 2013 nicht beantwortet oder gar nicht erst  geöffnet habe – auf ein (fast) unwiderstehliches Angebot: Man sei auf meinen Blog aufmerksam geworden, schreibt mir eine PR-Agentur im Auftrag eines Pharmaunternehmens, und da die Zeit ja sicherlich spannend und turbulent gewesen sei, frage man sich, ob ich nicht mal über vier Wochen ein Nahrungsmittelergänzungsmittel (dessen Name ich jetzt verschweige) ausprobieren und auf diesem Blog darüber berichten wolle. Durch die Unterstützung mehrerer „Neurotransmitter im Gehirn“ habe dies „Einfluss auf die Stresshormone Cortisol und Adrenalin“.

Die Versuchung ist groß, denn: „Bei Anspannung kann sich die Gelassenheit schneller einstellen, bei Erschöpfung oder Überarbeitung steht dem Körper mehr Energie zur Verfügung. Für viele Menschen ist das hilfreich, denn häufig – das kennen Sie sicher selbst – ist es nicht möglich, im Job oder auch im Privatleben runterzufahren.“

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In der Tat, das kenne ich selbst.

Gerne, schreibt die PR-Frau weiter, würden sie mir Studiendaten und weitere Informationen zuschicken. „Ich wollte nur zunächst einmal abklopfen, ob ein solcher Test für Sie grundlegend in Frage kommt.“

Ach, hätte ich diese Mail doch schon im Mai gelesen, als sie mich eigentlich erreichen sollte, sich aber die Stresshormone Cortisol und Adrenalin in meinem Körper breit gemacht hatten. Wie entspannt wäre dann – kein Zweifel – die zweite Jahreshälfte verlaufen!!

Jetzt mache ich einfach weiter, ganz ohne fremde Hilfsmittel.

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