Nikolaus Förster Urlaub! Über ein seltsames Wort namens Work-Life-Balance

Wann kommt eigentlich die Phase, in der man als Unternehmer das Gefühl hat, sich einmal zurückziehen zu können – zumindest für ein paar Wochen? Anfangs war das undenkbar, weil einfach zu viel zu tun war. Daran hat sich auch heute, ein halbes Jahr nach dem Start, nicht viel geändert. Wir sind noch weit davon entfernt, alles Wichtige geregelt zu haben – und doch bin ich jetzt mit meiner Familie nach Griechenland geflogen (die können ein paar Euro gut gebrauchen). Was für ein phantastisches Licht es hier gibt! Was für ein Meer! Was für eine Hitze! Und wie wunderbar, dass die Pension WLAN hat…

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Ich weiß: Was Work-Life-Balance angeht, bin ich sicherlich kein Vorbild. Wirklich abzuschalten, fiel mir auch schon als Chefredakteur nicht leicht (Smartphones sind einfach zu verführerisch). Seit ich noch mehr Verantwortung trage, hat sich daran nichts geändert. Doch für mich gab es auch früher kaum eine Trennung zwischen Beruf und Privatleben, das war schon im Studium so. Ich hatte das Glück, dass ich das, was ich machen „musste“, auch machen wollte. Und dass ich mit dem, was ich machen wollte, auch Geld verdienen konnte.

Natürlich ist das gefährlich. Ich kann mich noch gut an Interviews mit Unternehmern erinnern, die mir – halb bedauernd, halb stolz – erzählten, dass sie jahrelang, teilweise jahrzehntelang überhaupt keinen Urlaub gemacht hatten (was nicht am mangelnden Geld lag) – und die Familie dann jeweils alleine losfuhr. So bewundernswert solch ein Engagement auch sein mag, eigentlich ist dies ein Armutszeugnis. Bei mir – das habe ich mir zumindest fest vorgenommen – soll es nicht so laufen.

Zum einen hat man auch eine Verantwortung gegenüber der Familie und Freunden (für die in der Tat zu wenig Zeit bleibt), zum anderen wäre es sicherlich kein gutes Zeichen, wenn in der Firma auf Dauer alles von einer einzigen Person abhinge. Wie oft das in einer Katastrophe endet und den Bestand der Firma gefährdet, kann man regelmäßig in impulse nachlesen….

Eigentlich muss es doch darum gehen, sich selbst überflüssig zu machen – auch wenn sich dieser Satz in einer Gründungsphase, wie wir sie gerade durchleben, seltsam anhören mag. Die Strukturen müssen so gut sein, dass der Erfolg nicht vom Unternehmer allein abhängt, sondern von einem hervorragenden Team, guten Strukturen und einer intelligenten Strategie. „Was ist der Unterschied zwischen einem Unternehmer und einem Selbstständigen?“, hat der Autor Robert Kiyosaki einmal gefragt. Seine Antwort:

„Ein Unternehmer kann sein Unternehmen für ein halbes Jahr verlassen. Und wenn er zurückkommt, läuft es besser als zuvor. Wenn ein Selbstständiger sein Geschäft für ein halbes Jahr verlässt, hat er keines mehr.“

 

 

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