Nikolaus Förster Wachsen und schrumpfen: Medien slim fit

Die Probleme muss man erst mal haben: Deutschlands größter Hemdenhersteller Olymp Bezner aus Bietigheim-Bissingen, den ich am Donnerstag zusammen mit 35 Abonnenten besucht habe, ist in den vergangenen Jahren so stark gewachsen, dass das Lager (Foto) die Hemden kaum mehr fassen kann. Im Oktober soll das hochmoderne Logistikzentrum eingeweiht werden, eine 40-Millionen-Investition – und ein großer Schritt für das Familienunternehmen, das weiter  gegen den Trend wächst. Davon können die großen Verlage nur träumen. Noch als wir mit der Gruppe durch die Olymp-Hallen gehen, alles aus nächster Nähe beobachten – als könne man das Geheimnis des Wachstums mit bloßem Auge erfassen -, informieren die Springer-Vorstände in Hamburg und Berlin ihre Mitarbeiter, dass sie sich von einem Großteil des Printgeschäfts trennen werden, vom „Hamburger Abendblatt“, der „Berliner Morgenpost“, der „Hörzu“, „Bild der Frau“ etc. Ein radikaler Schritt. Ein Eingeständnis des eigenen Scheiterns. Und eine allzu bekannte, phantasielose Strategie: Zurechtschrumpfen. Medien slim fit.

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