Nikolaus Förster Wann ist eine Frist eine Frist?

Ganz schön bitter kalt in Hamburg: Unser Fotograf Arnold Morascher (http://www.arnoldmorascher.de/) hat alles vorbereitet, mitten in der Hafencity, nur wenige Minuten von Gruner+Jahr entfernt. Noch heißt unsere offizielle Firmenadresse ja: „Am Baumwall 11 c/o Gruner+Jahr, 20459 Hamburg“…

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… jetzt soll das erste Gruppenfoto des neuen Teams geschossen werden – für die nächste impulse-Ausgabe, die am 31. Januar erscheint. „Bitte erst einmal die Jacken anlassen!“ Bis alle gut stehen, jeder vom Objektiv der Kamera erfasst wird, dauert es. Und es ist weit unter Null Grad kalt. Im Hintergrund übrigens – sie wird nicht ins offizielle Foto ragen – schemenhaft die Elbphilharmonie, quasi ein Gegenbild dessen, was wir gerade aufbauen: Unser Kapital ist begrenzt. Wir haben einen klaren Plan. Wir wollen nicht die Größten werden. Im Gegenteil – wir glauben an den Erfolg in der Nische! Und – nicht ganz unwichtig: Bei uns gibt es nicht Zuständigkeiten, sondern Verantwortlichkeiten. Und auch jemanden, der die Verantwortung trägt und für das, was er tut, haftet; dass ich diese Rolle übernommen habe, ist zwar notariell besiegelt – es wird aber wohl noch länger dauern, bis ich das nach all den Jahren des Angestelltendaseins verinnerlicht habe.

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Letzte Anweisungen, dann endlich ist es weit: Jacken ausziehen! In die  Kamera schauen! Lächeln!

Übrigens, damit  Sie nicht glauben, wir würden nur über Kaffeemaschinen diskutieren und uns fotografieren lassen: Inzwischen ist – Finanzamt sei Dank! – die Steuernummer da, nicht allerdings die Umsatzsteueridentifikationsnummer, die erfahre ich hoffentlich nächste Woche vom Bundeszentralamt für Steuern. Der Mietvertrag wird hoffentlich in den nächsten Tagen unterschrieben, die Vorbereitungen zur Einweihungsparty laufen schon (da wäre es allerdings nicht schlecht, auch eine Adresse zu haben…), beim Thema Vermarktung können wir wahrscheinlich nächste Woche bekanntgeben, mit wem wir mit welchem Konzept künftig arbeiten werden. Auch die anderen Verhandlungen – Druck, Vertrieb, Marketing etc. – laufen gut. Mit dem Presseversorgungswerk bin ich in Kontakt wegen eines Rahmenvertrags, der die Kollegen auch künftig zusätzlich absichern soll. Mit der Deutschen Nationalbibliothek haben wir geklärt, ob wir eine neue „International Standard Serial Number“ (ISSN) brauchen (nein, brauchen wir nicht). Der Gewerbeschein ist da. Auch eine Betriebsnummer flatterte in einem Umschlag in mein Büro – dabei war ich davon ausgegangen, ich müsste dazu komplizierte Anträge bei der Bundesagentur für Arbeit ausfüllen. Die Berufsgenossenschaft ist auch ganz entspannt: „Lassen Sie sich Zeit! Es kommt vor, dass sich manchmal Unternehmer erst nach zwei, drei Jahren bei uns melden!“

Ich lerne – als Neu-Unternehmer: Es gibt Fristen, die man partout einhalten sollte (Rechnungen bezahlen zum Beispiel), und Fristen, die irgendwann einmal aufs Papier gebannt wurden, ohne dass sie in der Realität eine größere Rolle spielen. Schöne Erkenntnis, jetzt muss ich nur noch lernen:  Wann ist eine Frist eine Frist?

1 Kommentar
  • Wolfgang Rehkate 21. Januar 2013 10:06

    Lieber Nikolaus Förster,
    erst einmal Respekt für ihren Schritt zur Selbstständigkeit, viel Erfolg und immer einen guten Riecher für das Richtige. Selbst_ständig heißt auch selbst und ständig arbeiten, macht aber mächtig Spass, wenn was überbleibt. (Schreibt ihnen ein eingefleichter alter Freiberufler).
    Die Fristen auf dem Papier sind weniger wichtig, Papier fris(s)t kein Futter und ist geduldig, aber unbedingt auf die ‚Binnenbriefe‘ achten! Die erzeugen sehr schnell Ärger, kommen meistens von Behörden, vorzugsweise von Steuerstellen und Finanzämtern: ‚… zahlen Sie binnen 4 Wochen…‘
    Viel Erfolg!

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