Nikolaus Förster Was wir von den Amerikanern lernen können

Noch zwei Stunden, dann geht es zurück nach Europa, von Chicago über Kopenhagen nach Hamburg. Eine knappe Woche war ich in den USA unterwegs, in San Diego, in Chicago, in Ann Arbor (und in Kansas City: ein monströses Unwetter zwang das Flugzeug dort zur Landung, aber das ist eine andere Geschichte…). Vor einem Jahr, als ich noch nicht ahnte, was mit dem MBO auf mich zukommen würde, wäre das fast Routine gewesen: Ich wäre in die USA geflogen, zu einer Konferenz, hätte spannende Unternehmer kennen gelernt, Interviews geführt, vielleicht ein paar kurze Videos gedreht – und wäre mit Texten und lauter Themenideen nach Hamburg zurückgeflogen.

Heute ist das anders.

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Ich habe Interview-O-Töne im Gepäck. Videos. Themenideen. Vor allem aber auch zwei Dinge, die noch vor einem Jahr keine Rolle gespielt hätten: ein ausgearbeitetes Programm für unsere erste Unternehmerreise, die wir im Oktober anbieten werden, also die konkrete Vorbereitung für ein neues Angebot, das wir unseren Lesern künftig machen wollen – also der erste Schritt, für den Verlag neue Geschäftsfelder zu erschließen. Und lauter Ideen, wie wir unser eigenes Unternehmen und unsere Firmenkultur verändern könnten.

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Eine Woche lange habe ich – zusammen mit dem Unternehmer Stephan Kowalski – spannende Unternehmer besucht, mir Firmen und Hotels angeschaut und den Reiseplan – oder besser: den Trainings- oder Weiterbildungsplan – festgezurrt. Denn was für Deutschland noch eher ungewöhnlich ist, wird in den USA schon häufiger praktiziert: Herausragende Unternehmer, die eine außergewöhnliche Firmenkultur geschaffen haben und damit große Erfolge erzielen, erhalten Anfragen von anderen Unternehmern, die von ihnen lernen wollen – auf Augenhöhe. Wenn man diese amerikanischen Firmen betritt, mit den Mitarbeitern oder dem Chef spricht, spürt man sofort, dass dort ein bestimmter Spirit herrscht. Das Faszinierende daran: Es gibt tatsächlich einen Zusammenhang zwischen der Firmenkultur und dem finanziellen Erfolg. Und: Es handelt sich bei denjenigen, die wir im Oktober in Chicago und Ann Arbor mit einer Gruppe deutscher Unternehmer besuchen wollen, um Chefs, die nicht nur aus dem Bauch heraus agieren, sondern sehr genau wissen, warum sie was machen – und dies auch vermitteln können.

Für mich waren die Tage in den USA auch eine Zäsur: In den ersten Monaten nach dem MBO ging es vor allem darum, die Produktion des Heftes sicherzustellen, ein neues Redaktionssystem einzuführen, neues Papier, neue Dienstleister, neue Räume, neue Mitarbeiter etc. Auch wenn immer noch nicht alles perfekt läuft (noch immer setzt unsere Telefonanlage manchmal aus, am Donnerstag war unser Server down…), ist es jetzt Zeit, daran zu arbeiten, was wir eigentlich für ein Unternehmen sein wollen, wofür wir stehen etc. Der amerikanische Unternehmer Norm Brodsky wurde auf der Inc-Leadership-Konferenz, an der ich Anfang der Woche teilnahm, von einem jüngeren Unternehmer gefragt, wie viel Zeit ein Unternehmer eigentlich darauf verwenden solle, für eine gute Firmenkultur zu sorgen (siehe auch: http://www.inc.com/issie-lapowsky/norm-brodsky-leadership-forum-creating-culture.html). Brodskys Antwort: „100 Prozent“.

 

 

 

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