Nikolaus Förster Wie geht es eigentlich den Griechen? (2)

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Die O’Neiro-Yacht, 2008 gebaut, 52 Meter lang, lässt sich chartern, ab 167.000 Euro pro Woche (http://www.superyachts.com/yacht-charter/oneiro-307/).

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Im Taxi auf einer Insel in der Ägäis:

„Was denken Sie eigentlich über die Krise?“

„Die Krise?“

„Ja, in Athen steht doch eine wichtige Entscheidung an: Weitere Einsparungen.“

„Ach so, ja, ich weiß auch nicht, was da rauskommt. Ich bin sehr gespannt, wie morgen die Reaktionen sein werden.“

„Läuft das Geschäft bei Ihnen denn gut?“

„Wir leben hier auf der Insel ja von den  Touristen, dieses Jahr sind etwa 20 Prozent weniger da als noch vor einem Jahr. Das wird nächstes Jahr hoffentlich besser.“

„Am Hafen legen immer noch Luxus-Yachten an.“

„Ja, aber das sind nicht nur Griechen. Das sind auch Russen oder Italiener. Aber es ist schon unglaublich: Es gibt ein paar Leute, die wissen gar nicht, wohin mit dem ganzen Geld. Und dann gibt es welche, die wissen nicht einmal, wie sie sich ernähren sollen. Das ist unglaublich.“

„Was machen Sie im Winter, wenn die Touristen weg sind?“

„Da suche ich mir was anderes. Ich helfe Leuten beim Anstreichen oder mache andere Jobs. Irgendwas findet man immer.“

„In Athen wird heute Abend entschieden, ob weitere 12500 Beamte entlassen werden.“

„Ja, das könnte auch die Frau meines Bruders treffen. Sie ist hier auf der Insel Lehrerin. Immer wenn wir miteinander reden, geht es um die Frage: Wie geht es weiter, wenn das passiert?“

„Sehen die jungen Leute denn hier eine Zukunft?“

„Notgedrungen. Vor rein paar Jahren sind sie noch weggezogen, nach Athen oder Thessaloniki, zum Studium oder zur Arbeit. Jetzt nicht mehr. Sie können es sich nicht leisten. Da ist es besser, weiter bei der Familie zu wohnen.“

 

 

 

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