Recht + Steuern Aus für Stromfresser: EU verbietet Geräte mit hohem Verbrauch

Die Europa-Flagge vor dem Sitz der EU-Kommission in Brüssel.

Die Europa-Flagge vor dem Sitz der EU-Kommission in Brüssel.© WBT-JPRemy

Erst war es die Glühbirne, jetzt der Staubsauger. Die EU will stromfressende Haushaltsgeräte aus dem Verkehr ziehen. Das soll dem Klima helfen und den Geldbeutel schonen. Neben dem Staubsauger trifft es künftig noch weitere Produkte.

Die EU zieht stromfressende Haushaltsgeräte aus dem Verkehr: Vom 1. September 2014 an ist der Verkauf von Staubsaugern mit hohem Energieverbrauch verboten. Dann können Kunden im Laden nur noch Geräte kaufen, die weniger als 1600 Watt Leistung erbringen. 2017 wird auf 900 Watt gedrosselt. Neue Vorgaben für den maximalen Stromverbrauch weiterer Produkte sind bereits beschlossen, etwa für Computer, Monitore, Warmwasserbereiter und Boiler. Bereits ab Ende der Woche (1. November 2013) gelten neue Regeln für Wäschetrockner.

Staubsauger-Hersteller müssen ab dem 1. September 2014 alle Geräte außerdem mit einem Label versehen, das den Verbrauch anzeigt. Dies reicht vom grünen A für geringen Stromverbrauch bis zum roten G für hohen Verbrauch. Entscheidend ist die Leistung, also die Watt-Zahl.

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Nach Angaben von EU-Diplomaten wurden große Staubsaugerhersteller vorab konsultiert. Die Hersteller hätten in den vergangenen Jahren bereits auf sparsamere Modelle umgestellt, so dass viele 1600 Watt bereits unterschreiten würden, heißt es. Zudem sei nicht allein die Wattzahl dafür entscheidend, wie gut ein Gerät Staub sauge, sondern etwa auch die Fähigkeit zur Staubaufnahme.

Ausnahmen für Industriestaubsauger und weitere Geräte

Ein Sprecher des Bundesumweltministeriums begrüßte die neuen Vorgaben für Staubsauger als „gute Nachricht für die Verbraucher, die dadurch Energie sparen und bessere Produkte für ihr Geld bekommen.“ Die effizientesten und haltbarsten Geräte würden nun zum neuen Standard. Nach Einschätzung des Ministeriums profitiert auch die Industrie davon, weil die deutschen Hersteller ihre ohnehin sehr effizienten Geräte nun noch besser im Markt platzieren könnten.

Seit Jahren zieht die EU-Kommission Geräte mit hohem Energieverbrauch aus dem Verkehr. Bekanntestes Beispiel sind Glühbirnen, die in der EU durch Energiesparlampen ersetzt werden mussten. Mit der neuen EU-Ökodesign-Verordnung aus dem Jahr 2009 will Europa die Verbraucher dazu bringen, weniger Strom zu verbrauchen und die Umwelt zu schonen. Nach Angaben der Deutschen Energie-Agentur tragen die EU-Regeln dazu bei, dass die EU bis 2020 die selbst gesetzten Klimaschutzziele erreicht.

Der Text für die „umweltgerechte Gestaltung von Staubsaugern“ legt detailliert neue Normen fest. So muss die sogenannte maximale Nennleistungsaufnahme von Staubsaugern ab September nächsten Jahres unter 1600 Watt liegen. Drei Jahre später – ab dem 1. September 2017 – unter 900 Watt. Für die „Staubaufnahme auf Teppichen“ gibt es ebenso wie für die „Staubaufnahme auf harten Böden“ Mindestgrenzen. Die Verordnung nimmt ausdrücklich einige Geräte aus wie Nasssauger, Saugroboter, akkubetriebene Staubsauger, Industriestaubsauger und Bohnermaschinen.

In Deutschland wird die EU-Ökodesign-Verordnung durch das Energieverbrauchsrelevante-Produkte-Gesetz in deutsches Recht umgesetzt.

4 Kommentare
  • Dr.Werner V oss 28. Oktober 2013 17:40

    „Und ist es Schwachsinn, so hat es doch Methode“(Shakespeare): traurig, aber es geht bestimmt so weiter…:)

  • Daten-Salat 28. Oktober 2013 17:10

    Ein Optimum an Freiheit, das sich die Bürger über Jahrhunderte errungen haben, muss unter allen Umständen erhalten bleiben. Die Aufgabe des Staates ist aber, das Gemeinwohl zu pflegen.
    Letzteres sollte aber nicht durch Regulierungsflut und unüberschaubare Bürokratie erfolgen, sondern durch Steuern und Abgaben auf erlaubte, aber unwillkommene Güter und Dienste.
    Eine Abgabe von 10 Cent auf je Watt Nennleistungsaufnahme würde das Problem ohne Beschränkung der Wahlfreiheit lösen.

  • Sauerland 52 28. Oktober 2013 16:05

    Wann reguliert die EU die Zahl unserer Atemzüge ???

  • Christoph W. Eckard 28. Oktober 2013 15:42

    Wenn das so weiter geht, werden wir noch vollständig entmündigt.
    Wer stoppt diesen Wahnsinn?

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