Recht + Steuern Das Finanzamt lenkt ein

Stephan Jäkel, Steuerberater bei WSLP in Osnabrück, gibt seinen Steuertipp des Monats in Sachen Firmenwagen ab.

Wenn Firmenwagen allein für den betrieblichen Einsatz bestimmt sind, brauchen Unternehmer keine Steuern für Privatfahrten zu zahlen. So lautet die Quintessenz einer Anweisung aus dem Schäuble-Ministerium an die Finanzämter vor Ort (Az.: IV C 6 – S 2177/10/10002). Damit ist ein Problem entschärft, das für viel Ärger in Betriebsprüfungen sorgte.

Bisher nämlich verlangten die Behörden, dass Unternehmer bei allen Autos, die zum Betriebsvermögen gehörten, stets private Touren versteuerten – pauschal mit einem Prozent des Bruttolistenpreises des Fahrzeugs. Es sei denn, der Chef wies per Fahrtenbuch nach, dass er bestimmte Wagen ausschließlich geschäftlich einsetzte. Davon gab es nur zwei Ausnahmen: Eine galt für Autos, die für die private Nutzung nicht geeignet waren, etwa Werkstattwagen. Die zweite betraf Fahrzeuge, die allein Mitarbeitern für Dienst- und Privatfahrten zur Verfügung standen – da fiel die Besteuerung beim Mitarbeiter an. In den vielen anderen Fällen aber mussten Unternehmer vielfach private Nutzungswerte versteuern, obwohl die Autos nur für die Firma unterwegs waren.

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Damit ist nun Schluss. Die Finanzämter sind angewiesen, den Erklärungen der Unternehmer zu folgen. Heißt: Wer kein Fahrtenbuch führen will, zahlt für Privatfahrten einfach pauschal Steuern für das Auto mit dem höchsten Listenpreis. Wenn der Ehepartner oder Kinder Autos aus dem betrieblichen Fuhrpark fahren, ist ein zweites Auto pauschal zu versteuern – das mit dem zweithöchsten Listenpreis. Sind den Mitarbeitern Privatfahrten mit den übrigen Pkw ausdrücklich untersagt, ist das Thema für die Steuer erledigt.

Protokoll: R. Klimasch

Stephan Jäkel Steuerberater bei WSLP in Osnabrück

Vorteilsrechnung
In diesem vereinfachten Beispiel gehören zum Fuhrpark einer Firma sechs Autos mit Listenpreisen von 60000 Euro, 40000 Euro und viermal je 25000 Euro. Damit fahren der Unternehmer, seine Ehefrau und die Angestellten. Die Mitarbeiter dürfen die Fahrzeuge nur für Dienstfahrten nutzen. Privatfahrten rechnet der Firmenchef pauschal ab: pro Monat ein Prozent vom Listenpreis.
Altes Recht
Listenpreise (sechs Pkw) 200 000
Privatfahrten 12 mal 2000 24 000
Darauf Steuer (45 Prozent) 10 800
Neues Recht
Listenpreise (zwei Pkw) 100 000
Privatfahrten 12 mal 1000 12 000
Darauf Steuer (45 Prozent) 5400
Gespart 5400

Alle Angaben in Euro.

Aus dem Magazin
Dieser Beitrag stammt aus impulse-Ausgabe 02/2013.

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