Recht + Steuern Einkommensteuer

Es gibt zahlreiche Freibeträge und Ausgaben, die vom Bruttoeinkommen abgezogen werden und damit Steuern einsparen. Dazu gehören Werbungskosten genauso wie außergewöhnliche Belastungen, zum Beispiel durch eine Naturkatastrophe.

Grundsätzlich müssen alle Menschen, die in Deutschland Geld verdienen, Einkommensteuer bezahlen. Der fällige Betrag hängt von der Höhe des Einkommens des Jahres ab. Dieses ist jedoch nicht mit dem Bruttoeinkommen gleichzusetzen. Vielmehr gibt es zahlreiche Ausgaben und Freibeträge, die vom Einkommen abgezogen werden können und damit die Steuerhöhe deutlich vermindern.

Für welche Einkunftsarten muss Einkommensteuer gezahlt werden?

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Einkommensteuer muss gezahlt werden für:
1. Einkünfte aus Land- und Forstwirtschaft
2. Einkünfte aus Gewerbebetrieb
3. Einkünfte aus selbständiger Arbeit
4. Einkünfte aus nichtselbständiger Arbeit
5. Einkünfte aus Kapitalvermögen
6. Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung
7. Sonstige Einkünfte (hierunter fallen einzeln aufgeführte Einnahmen, insbesondere Renten, Unterhaltsleistungen oder die Bezüge von Abgeordneten)

Welche Kosten werden vom Bruttoeinkommen abgezogen?

Die jeweiligen steuerpflichtigen Beträge der Einkunftsarten verstehen sich als Nettowerte. Das heißt, dass die Bürger von ihren steuerpflichtigen Einnahmen bestimmte Kosten, die mit der Erlangung des Einkommens im Zusammenhang stehen (Werbungskosten und Betriebsausgaben) abziehen können.

Weitere Abzüge sind per Gesetz möglich. Zum Beispiel werden so genannte Sonderausgaben vom Staat ausnahmsweise steuerlich begünstigt. Es handelt sich um private Ausgaben für bestimmte Kosten der Lebensführung. Das Einkommensteuergesetz enthält eine abschließende Aufzählung der Sonderausgaben. Vereinfacht kann man zwischen „Vorsorgeaufwendungen“ (etwa Beiträge zur Kranken- und Rentenversicherung) und „übrigen Sonderausgaben“ (dazu gehört etwa die gezahlte Kirchensteuer) unterscheiden.

Darüber hinaus sind „Außergewöhnliche Belastungen“ abzuziehen. Wer also unverschuldet und zwangsläufig hohe Geldbeträge aufwenden muss, kann die – reduziert um eine vom Einkommen und Familienstand abhängige zumutbare Eigenbelastung – von seinem zu versteuernden Einkommen abziehen. Das betrifft etwa Kosten, die mit einer Behinderung zusammenhängen oder auch die persönlichen Kosten einer Naturkatastrophe.

Aus der Summe der Einkunftsarten (ohne Einkünfte aus Kapitalvermögen) und den Abzugsbeträgen und den Freibeträgen für Kinder ergibt sich das zu versteuernde Einkommen (zvE). Je nach Höhe des zvE fallen unterschiedlich hohe Steuern an. Maßgeblich ist der Steuertarif.

Welcher Steuersatz gilt?

Der Steuertarif bestimmt, dass bis zu einem Einkommen von 8004 Euro überhaupt keine Steuer anfällt (Grundfreibetrag). Für Ehepaare, die gemeinsam zur Steuer veranlagt werden (Regelfall) zählt der doppelte Betrag. Bei höheren Einkommen steigert sich der Steuersatz sukzessive von 14 auf bis zu 45 Prozent.

Im unteren Tarifbereich gibt es Progressionszonen. Das bedeutet, dass der Steuersatz mit steigendem Einkommen ebenfalls anwächst. Ab einem Einkommen von 52.882 Euro (Ehepaare 105.763 Euro) bleibt der Steuersatz bei 42 Prozent erst einmal gleich. Deshalb heißt dieser Bereich auch Proportionalzone. Der höchste Steuersatz von 45 Prozent – im Volksmund als Reichensteuer bekannt – gilt erst ab Einkommen von mehr als 250.731 Euro (Ehepaare 501.462 Euro).

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