Recht + Steuern Griechischer Ex-Minister muss wegen Geldwäsche 20 Jahre ins Gefängnis

Bei den Geschäften um den Kauf von U-Booten hat der ehemalige griechische Verteidigungsminister Tsochatzopoulos die Hand aufgehalten. Jetzt hat ihn die Justiz hart bestraft.

Ein Gericht in Athen hat am Montag einen der wichtigsten griechischen Politiker der vergangenen Jahrzehnte, den früheren Verteidigungsminister Akis Tsochatzopoulos (Sozialisten), der Geldwäsche und Bestechlichkeit schuldig gesprochen und ihn zu 20 Jahren Gefängnis verurteilt. Das berichtete der staatliche griechische Rundfunk unter Berufung auf die Justiz.  Weitere 16 Verwandte und Mitarbeiter des früheren Ministers bekamen zwischen sechs und 16 Jahre Gefängnis.

Der 74-Jährige sowie 16 Verwandte und frühere Mitarbeiter haben demnach 55 Millionen Euro Bestechungsgeld für den Kauf von U-Booten aus Deutschland sowie Abwehrraketen aus Russland kassiert.

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Außer Tsochatzopoulos sprach das Gericht unter anderem auch seine Frau, seine deutsche Ex-Frau und seine Tochter sowie Mitarbeiter schuldig und verhängte gegen sie mehrjährige Strafen. Tsochatzopoulos wurde bereits am 4. März wegen Steuerhinterziehung zu acht Jahren Haft und 520 000 Euro Geldstrafe verurteilt. Der Ex-Minister weist die Vorwürfe zurück.

Tsochatzopoulos war 1974 Gründungsmitglied der sozialistischen Pasok und hatte seit 1981 verschiedene Ministerposten inne. 1996 wäre er nach dem Rücktritt des schwer kranken Parteigründers Andreas Papandreou beinahe Pasok-Vorsitzender und Ministerpräsident geworden, unterlag aber knapp dem Ex-Regierungschefs Kostas Simitis. Zwischen 1996 und 2001 war Tsochatzopoulos unter Simitis Verteidigungsminister. In diese Zeit fallen die umstrittenen Rüstungsgeschäfte.

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