Recht + Steuern Hoeneß muss vor Gericht – Gericht lässt Anklage zu

Getty Images/169780046

Die Staatsanwaltschaft München hat gegen Uli Hoeneß, Präsident des FC Bayern München, Anklage wegen Steuerhinterziehung erhoben.© Getty Images/169780046

Der Präsident des FC Bayern muss vor Gericht: Das Landgericht München hat eine Anklage wegen Steuerhinterziehung gegen Uli Hoeneß zugelassen. Der Prozess soll im März beginnen.

Uli Hoeneß muss sich im kommenden Frühjahr wegen Steuerhinterziehung vor Gericht verantworten. Die Wirtschaftsstrafkammer des Landgerichts München II habe die Anklage gegen den Präsidenten des deutschen Fußball-Rekordmeisters FC Bayern München „unverändert“ zugelassen, teilte die Pressestelle des Oberlandesgerichts München am Montag mit.

Nach Planung des Gerichts muss Hoeneß damit vom 10. März an auf der Anklagebank Platz nehmen. Insgesamt sind vier Verhandlungstermine angesetzt, zudem ist die Vernehmung von vier Zeugen geplant. Die Staatsanwaltschaft München II hatte Ende Juli Anklage gegen den 61 Jahre alten Vereinsboss erhoben.

Anzeige

Hoeneß hatte sich im Januar beim Finanzamt angezeigt – kurz nachdem ein deutsch-schweizerisches Abkommen über eine Altfalllösung für Steuerflüchtlinge gescheitert war. Die Staatsanwaltschaft nahm monatelange Ermittlungen auf, in deren Zuge sie auch das Haus des Bayern-Präsidenten am Tegernsee durchsuchte. Gegen Hoeneß wurde auch ein Haftbefehl erwirkt, gegen Kaution blieb der Vereinschef jedoch auf freiem Fuß.

Hoeneß bleibt Aufsichtsratsvorsitzender bei Bayern München

Hoeneß gab sein Fehlverhalten öffentlich zu: „Ich habe Riesenmist gebaut, aber ich bin kein schlechter Mensch“, sagte er einmal in einem Interview. Noch Ende Juli zeigte sich der Bayern-Präsident optimistisch in seiner schwierigen Steuer-Causa. „Ich bin zuversichtlich, dass es eine gute Lösung gibt.“ Verbindungen seines Steuerfalls zum FC Bayern schloss Hoeneß übrigens stets kategorisch aus. Sein Schweizer Konto sei „ganz allein Uli Hoeneß“ gewesen, beteuerte er.

Rückendeckung kommt vom Bayern-Aufsichtsrat, dessen Chef Hoeneß ist. Der Aufsichtsrat des Sportvereins sei „einvernehmlich der Meinung, dass Uli Hoeneß das Amt des Aufsichtsratsvorsitzenden der FC Bayern München AG trotz der nun erfolgten Eröffnung des Hauptverfahrens weiter ausüben soll“, hieß es am Montag in einer Mitteilung.

Uli Hoeneß reagierte Medienberichten zufolge mit Verwunderung auf die Zulassung der Anklage. „Ich bin sehr überrascht, dass unsere Selbstanzeige vom 17. Januar bis jetzt von den Behörden nicht für wirksam erklärt wird. Ich werde mit den Anwälten in den nächsten Monaten sehr hart daran arbeiten, dass unsere Argumente das Gericht überzeugen“, sagte Hoeneß dem Magazin „Sport Bild“.

Hinterlassen Sie einen Kommentar

(Kommentare werden von der Redaktion montags bis freitags von 10 bis 18 Uhr freigeschaltet)

Bitte beantworten Sie die Sicherheitsabfrage (Anti-Spam-Schutz): *Captcha loading...