Recht + Steuern Insolvenzverwalter will Stralsunder Werft bis Jahresende verkaufen

Der Gläubigerausschuss der insolventen Volkswerft Stralsund hat am Dienstag keine Verkaufsentscheidung getroffen. Mit allen, die Angebote vorgelegt haben, soll weiter verhandelt werden. Anfang November müssen wohl mehrere hundert Werftarbeiter zum Arbeitsamt.

Der Insolvenzverwalter der Volkswerft Stralsund ist zuversichtlich, den Schiffbaubetrieb bis Jahresende verkaufen zu können. Berthold Brinkmann sagte nach einem Treffen des Gläubigerausschusses am Dienstag in Schwerin, es lägen mehrere unverbindliche Angebote vor. Über alle soll weiter verhandelt werden. „Es gab keine Festlegung auf ein Angebot“, erklärte Brinkmann. Alle enthielten Vorbehalte und noch zu klärende Fragen. Wie viele Angebote genau vorliegen, wollte er nicht sagen.

Bisher sind in Medienberichten vier Interessenten genannt worden: Neben dem Nordic-Eigner Witali Jussufow und einer Staatsholding aus Tartastan haben demnach ein französisches Firmenkonsortium sowie ein dänisches Offshore-Unternehmen Interesse an der Volkswerft gezeigt.

500 Arbeitsplätze sollen bleiben

Ziel sei der Erhalt von mindestens 500 Arbeitsplätzen, sagte der Stralsunder IG-Metall-Bevollmächtigte Guido Fröschke. Ab dieser Mitarbeiterzahl sei der Betrieb wirtschaftlich zu betreiben. So viele Beschäftigte sind derzeit auch auf der Werft beschäftigt – weniger als die Hälfte der ursprünglichen Belegschaft von 1250 Mitarbeitern. Sie sind nach Brinkmanns Worten bis Februar 2014 mit dem Bau von zwei Schiffen für die Reederei DFDS beschäftigt.

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Weitere rund 600 Stralsunder Schiffbauer sind in eine Transfergesellschaft gewechselt. Diese läuft Ende Oktober aus. Wer bis dahin keinen Job hat, muss zum Arbeitsamt. In der Transfergesellschaft befinden sich den Angaben zufolge auch noch knapp 200 Schiffbauer von der Peenewerft Wolgast, die im Mai an die Bremer Lürssen-Werft gegangen ist.

Für die IG Metall ist wichtig, wie zukunftsfähig das Konzept der Interessenten ist. Neben der Anzahl der künftigen Mitarbeiter seien auch die Neu-Aufträge, die der potenzielle Käufer mitbringt, entscheidend. „Wir brauchen einen Investor, der für den Standort ein schlüssiges Konzept vorlegt, das mittel- und langfristig Beschäftigung sichert“, hatte Fröschke vor dem Treffen des Gläubigerausschusses gesagt. Wichtig sei, dass Stralsund eine eigenständige Werft bleibe und keine verlängerte Werkbank, um in Spitzenzeiten Aufträge dorthin zu schieben.

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