Recht + Steuern Körperschaftsteuer

Das Einkommen von Kapitalgesellschaften (AG-Aktiengesellschaft, GmbH - Gesellschaft mit beschränkter Haftung) wird nicht nach den Regeln der Einkommensteuer versteuert, sondern durch die Körperschaftssteuer. Ein Überblick, was Unternehmer beachten müssen.

Körperschaften mit Sitz im Inland unterliegen der unbeschränkten Körperschaftsteuerpflicht und sind mit ihrem ganzen Einkommen steuerpflichtig – unabhängig davon, wo auf der Welt sie dieses Ergebnis (auch Welteinkommen genannt) erzielen. Andere Körperschaften, die ihren Sitz im Ausland haben, werden nur mit ihrem Inlandseinkommen besteuert (beschränkte Körperschaftspflicht).

Wann muss Körperschaftsteuer gezahlt werden?

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Erzielt die Kapitalgesellschaft einen Gewinn, muss sie dafür ab dem ersten Euro 15 Prozent Körperschaftsteuer zahlen, zuzüglich der Gewerbesteuer. Freibeträge oder einen progressiven Tarif wie in der Einkommensteuer gibt es nicht. Die Steuerpflicht besteht unabhängig davon, ob der Gewinn in der Firma verbleibt oder an die Anteilseigner ausgeschüttet wird. Das Unternehmen muss vierteljährlich eine Vorauszahlung für die voraussichtliche Jahressteuer leisten. Nach Ablauf des Jahres ist eine endgültige Steuererklärung fällig.

Wie wirken sich Gewinnausschüttungen und Lohnkosten aus?

Mittelständische Kapitalgesellschaften (meist in der Rechtsform der GmbH) profitieren davon, dass der Geschäftsführer ein Gehalt beziehen kann. Und zwar in einer angemessenen Höhe. Diese Zahlung mindert die Körperschaft- und Gewerbesteuer. Gleiches gilt, wenn der Chef seiner Firma ein Darlehen gewährt und dafür Zinsen kassiert.

Gibt sich die Firma bei solchen Zahlungen zu generös, unterstellt das Finanzamt bei einer Steuerprüfung eine verdeckte Gewinnausschüttung. Und zwar in Höhe der Differenz zwischen gezahltem Gehalt und angemessener Entlohnung. Kommt es zu einer verdeckten Gewinnausschüttung, wird diese Vermögensminderung bei der Kapitalgesellschaft steuerrechtlich nicht anerkannt. In der Folge erhöht sich der steuerrechtliche Gewinn der Kapitalgesellschaft entsprechend. Das kostet die Firma vor allem Gewerbesteuer.

Schüttet die Gesellschaft einen Teil des Gewinns offen an ihre Anteilseigner aus, müssen diese dafür Einkommensteuer zahlen. Allerdings nicht in vollem Umfang. Ab 2009 gilt die Abgeltungsteuer, nach der alle Kapitalerträge, die nicht in einem Unternehmen anfallen, mit einem einheitlichen Steuersatz von 25 Prozent zuzüglich des Solidaritätszuschlags und ggf. der Kirchensteuer besteuert werden.

Beispielrechnung

Eine GmbH erzielt einen Jahresgewinn von 200.000 Euro. Der einzige Gesellschafter-Geschäftsführer erhebt einen Anspruch auf 50.000 Euro von dieser Summe. Die Tabelle zeigt, wie sich das für GmbH und Firmenchef rechnet. An dem Standort der Firma wird die Gewerbesteuer mit einem Hebesatz von 400 Prozent erhoben.

Gewinn GmbH   200.000 €
Körperschaftsteuer (15%) – 30.000 €
Gewerbesteuer (14%) – 28.000 €
Nettogewinn = 142.000 €

Von dem Nettogewinn beansprucht der Firmenchef 50.000 Euro für sich. Die muss er allerdings versteuern.

Ausschütteter Gewinn   50.000 €
Steuer (25%) – 12.500 €
Solidaritätszuschlag (5,5%) – 688 €
Nettoausschüttung   36.812 €

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