Recht + Steuern Kürzere Aufbewahrungsfristen bei Steuerbelegen

Geld, Münzen, Taschenrechner

Euro-Geldscheine und Münzen© Gina Sanders / Fotolia

Der Bundestag hat eine weitere Steuervereinfachung für Unternehmen beschlossen. Danach müssen Rechnungen und Belege nicht mehr zehn Jahre lang aufbewahrt werden. Durch die Neuregelung soll die Wirtschaft jährlich 2,5 Milliarden Euro sparen.

 

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Nach dem Gesetz, das der Bundestag am Donnerstagabend verabschiedet hat, müssen Rechnungen und Belege von den Firmen nicht mehr zehn Jahre lang aufbewahrt werden. Die Aufbewahrungsfristen sinken in zwei Schritten auf sieben Jahre. Die Neuregelung muss vom Bundesrat noch bestätigt werden.

Gemeinsam mit den Grünen stimmte die SPD gegen den Gesetzentwurf. Die schwarz-gelbe Koalition warf den Sozialdemokraten daraufhin vor, sie widersetzten sich den Positionen ihres eigenen Kanzlerkandidaten Peer Steinbrück.

In den „Siegener Thesen“, die Steinbrück Anfang März zur Entlastung des Mittelstands vorgestellt hatte, wird tatsächlich eine Verkürzung der Aufbewahrungsfristen gefordert. Die stellvertretende finanzpolitische Sprecherin der SPD-Fraktion, Ingrid Arndt-Brauer, betonte jedoch, parallel dazu müssten zusätzliche Steuerfahnder und Betriebsprüfer eingestellt werden, um unnötige Steuerausfälle zu vermeiden.

Mit dem umfangreichen Gesetzespaket wird auch ein Schlupfloch bei der Erbschaftsteuer namens Cash-GmbH geschlossen. Bislang konnten Unternehmenserben die Erbschaftsteuer umgehen, indem sie privates Geldvermögen auf die Firma übertragen. Künftig sollen jedoch die Finanzämter den normalen Geldbestand des Unternehmens in den vergangenen fünf Jahren feststellen. Beträge oberhalb dieser Marke, die der Firma kurzfristig zugeführt wurden, unterliegen der vollen Erbschaftsteuer.

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