Recht + Steuern Uli Hoeneß geht ins Gefängnis – Rücktritt von allen Ämtern

Uli Hoeneß

Uli Hoeneß© Getty Images

Uli Hoeneß verzichtet auf eine Revision und akzeptiert damit seine Verurteilung zu dreieinhalb Jahren Haft. Seine Ämter beim FC Bayern legt er mit sofortiger Wirkung nieder.

Uli Hoeneß akzeptiert seine Haftstrafe von dreieinhalb Jahren wegen Steuerhinterziehung und tritt mit sofortiger Wirkung von seinen Ämtern als Präsident und Aufsichtsratsvorsitzender des FC Bayern München zurück. Das teilte der 62-Jährige am Freitag in einer persönlichen Erklärung mit.

„Nach Gesprächen mit meiner Familie habe ich mich entschlossen, das Urteil des Landgerichts München II in meiner Steuerangelegenheit anzunehmen. Ich habe meine Anwälte beauftragt, nicht dagegen in Revision zu gehen. Das entspricht meinem Verständnis von Anstand, Haltung und persönlicher Verantwortung. Steuerhinterziehung war der Fehler meines Lebens. Den Konsequenzen dieses Fehlers stelle ich mich“, heißt es in der Erklärung von Hoeneß.

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„Außerdem lege ich mit sofortiger Wirkung die Ämter des Präsidenten des FC Bayern München e.V. und des Aufsichtsratsvorsitzenden der FC Bayern München AG nieder“, schrieb er weiter. „Ich möchte damit Schaden vom meinem Verein abwenden. Der FC Bayern München ist mein Lebenswerk und er wird es immer bleiben. Ich werde diesem großartigen Verein und seinen Menschen auf andere Weise verbunden bleiben solange ich lebe. Meinen persönlichen Freunden und den Anhängern des FC Bayern München danke ich von Herzen für ihre Unterstützung.“

Spitzenpolitiker bezeichneten das Urteil als richtig

Das Münchner Landgericht hatte den 62-Jährigen am Donnerstag wegen Steuerhinterziehung von mindestens 28,5 Millionen Euro schuldig gesprochen. Seine Selbstanzeige sei unzureichend gewesen, erklärte Richter Rupert Heindl in seiner Urteilsbegründung. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Hoeneß‘ Anwälte hatten unmittelbar nach dem Urteil am Donnerstagnachmittag noch angekündigt, in Revision zu gehen. Die Münchner Staatsanwaltschaft will erst Anfang kommender Woche entscheiden, ob sie gegen das Strafurteil Rechtsmittel einlegen wird. Bis zum 20. März um 24 Uhr haben die Beteiligten dafür noch Zeit. Staatsanwalt Achim von Engel hatte ein deutlich höheres Strafmaß von fünf Jahren und sechs Monaten für Hoeneß gefordert. Sollte die Staatsanwaltschaft ebenfalls auf eine Revision verzichten, wird Hoeneß seine Haft frühestens in einigen Wochen antreten müssen, laut Gerichtssprecherin Andrea Titz in der Justizvollzugsanstalt in Landsberg am Lech.

Zahlreiche Spitzenpolitiker bezeichneten das Urteil als richtig. „Der Rechtsstaat funktioniert. Ich hoffe, dass wir jetzt im Kampf gegen Steuerhinterziehung eine neue Qualität erreichen“, sagte Bundeswirtschaftsminister und Vizekanzler Sigmar Gabriel (SPD) der „Passauer Neuen Presse“ (Freitag). Die Vorsitzende des Bundestags-Rechtsausschusses, Renate Künast (Grüne), befand: „Die Haftstrafe ohne Bewährung war unausweichlich. Angesichts der riesigen Summen konnte das Gericht nicht anders entscheiden.“

1 Kommentar
  • Holger Dädlow 14. März 2014 15:04

    Ich bin ja gespannt wann der erste „Steuerverschwender“ nach gleichem Maßstab zu einer Haftstrafe verurteilt wird…selbstverständlich ohne lebenslange Pension oder bezahltem „Ehrenamt“ in einer kommunalen Einrichtung.

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