Recht + Steuern Private Telefonkosten bei Dienstreisen steuerlich absetzbar

Während einer längeren Dienstreise ist das Telefon meist die einzige Möglichkeit, Kontakt mit der Familie zu halten. Da es sich dabei um private Gespräche handelt, ignorierte der Fiskus diese Kosten aber bislang.

Arbeitnehmer können die Kosten für Telefongespräche mit der Familie bei Dienstreisen von mehr als einer Woche Dauer in ihrer Steuererklärung angeben. Das ergibt sich aus einem am Mittwoch veröffentlichten Urteil des Bundesfinanzhofs in München. Geklagt hatte ein Marinesoldat, der während eines langen Auslandseinsatzes an den Wochenenden 15 Telefongespräche mit seiner Lebensgefährtin und anderen Angehörigen für insgesamt 252 Euro geführt und vergeblich versucht hatte, diese als Werbungskosten von der Steuer abzusetzen.

Der Bundesfinanzhof bewertete dies anders: Zwar handele es sich bei den Aufwendungen für die Telefongespräche um Kosten der privaten Lebensführung, die steuerlich keine Beachtung hätten. „Nach einer mindestens einwöchigen Auswärtstätigkeit lassen sich die notwendigen privaten Dinge aber aus der Ferne nur durch über den normalen Lebensbedarf hinausgehende Mehrkosten regeln.“ Daher könnten die Kosten als beruflich veranlasster Mehraufwand bewertet werden (VI R 50/10).

Anzeige

Der Bundesfinanzhof ist das oberste Gericht für Steuerfragen in Deutschland, dessen Entscheidungen in der Regel auch über den Einzelfall hinaus Bedeutung haben.

Hinterlassen Sie einen Kommentar

(Kommentare werden von der Redaktion montags bis freitags von 10 bis 18 Uhr freigeschaltet)

Bitte beantworten Sie die Sicherheitsabfrage (Anti-Spam-Schutz): *Captcha loading...