Brückentage 2017 Wenn sich Mitarbeiter um Brückentage streiten

Wer Brückentage 2017 clever nutzt, kann seinen Urlaub deutlich verlängern. Aber was, wenn es deswegen Streit zwischen Mitarbeitern gibt?

Wer Brückentage 2017 clever nutzt, kann seinen Urlaub deutlich verlängern. Aber was, wenn es deswegen Streit zwischen Mitarbeitern gibt?© animaflora - Fotolia.com

2017 liegen viele Feiertage günstig für Arbeitnehmer. Aber was tun, wenn alle Mitarbeiter an Brückentagen frei haben wollen? Was Arbeitgeber wissen sollten.

2017 liegen viele Brückentage für Arbeitnehmer sehr günstig. Aber auch für Unternehmer sind Brückentage perfekt, um mal abzuschalten. Denn an diesen Tagen ist es in vielen Firmen deutlich ruhiger als sonst. Chefs sollten also die Gelegenheit nutzen und sich einen Tag zum Durchschnaufen und Erholen gönnen! 2017 stehen diese Feiertage und Brückentage an:

  • In Bayern, Baden-Württemberg und Sachsen-Anhalt steht im neuen Jahr gleich ein verlängertes Wochenende ins Haus: Der dort gültige Feiertag Heilige Drei Könige (6. Januar) ist ein Freitag. Wer auch samstags arbeiten muss, braucht einen Urlaubstag, um das komplette Wochenende frei zu haben.
  • Wer vor oder nach Ostern (14. bis 17. April) vier Tage Urlaub nimmt, kann acht Tage ausspannen.
  • Bereits zwei Wochen später folgt am 1. Mai der nächste Feiertag. Er fällt auf einen Montag und sorgt ebenfalls für ein verlängertes Wochenende.
  • Der erste echte Brückentag winkt an Christi Himmelfahrt am Donnerstag, den 25. Mai. Wer den Freitag dazwischen als Brückentag freinimmt, kommt auf vier freie Tage.
  • Am Sonntag, den 4. Juni, folgt Pfingsten. Der Pfingstmontag (5. Juni) ist in allen Bundesländern Feiertag.
  • Einwohner von Bayern, Baden-Württemberg, Nordrhein-Westfalen, Hessen, Rheinland-Pfalz und dem Saarland können zehn Tage später schon wieder ein Brückentag-Wochenende einplanen: Fronleichnam fällt auf Donnerstag, den 15. Juni. Der Freitag bietet sich also wieder als Urlaubstag an.
  • Das nächste Brückentag-Wochenende gilt nur für das Saarland und Bayern. Nur dort wird Mariä Himmelfahrt als Feiertag begangen – am Dienstag, den 15. August.
  • Der Tag der Deutschen Einheit (3. Oktober) fällt 2017 ebenfalls auf einen Dienstag, wer also am Montag frei macht, kann sich auf ein langes Wochenende freuen.
  • Und 2017 gilt in allen Bundesländern ein zusätzlicher Feiertag: der Reformationstag am Dienstag, den 31. Oktober.  2017 gibt es also am Montag zuvor einen zusätzlichen Brückentag. In allen anderen Jahren gilt der Reformationstag nur in Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen, Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg als Feiertag.
  • Für Arbeitnehmer in Bayern, Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz, im Saarland und Nordrhein-Westfalen schließt sich mit dem katholischen Feiertag Allerheiligen am Mittwoch, den 1. November, nahtlos ein weiterer Feiertag an.
  • Der erste und zweite Weihnachtstag fällt auf einen Montag und Dienstag. Wieder können mit drei Urlaubstagen neun freie Tage am Stück erzielt werden. Und mit Neujahr 2018 an einem Montag sind es sogar zehn.

Was tun, wenn es Streit um Brückentage gibt?

An einem Brückentag Urlaub zu nehmen, ist bei Mitarbeitern extrem beliebt. Aber was können Chefs tun, wenn sich Mitarbeiter um bestimmte Brückentage streiten? Schließlich können ja meist nicht alle Mitarbeiter an solchen Tage fehlen.

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In vielen Unternehmen gilt dann das Motto: „Wer zuerst kommt, mahlt zuerst“. Aber ist diese Verfahrensweise auch legitim? „Diese Praxis ist nicht zu beanstanden, das ist erlaubt“, sagt Alexander Birkhahn, Fachanwalt für Arbeitsrecht bei der Kanzlei Dornbach. „Aber man muss darauf achten, dass nicht immer die gleichen Mitarbeiter Urlaub an Brückentagen bekommen, nur weil sie als erstes Urlaub dafür einreichen. Das geht nicht.“ Hier gelte der Grundsatz der Gleichbehandlung. Zumindest im Laufe des Jahres sollten möglichst alle Mitarbeiter mal zum Zug kommen.

Deadline für Urlaub an Brückentagen setzen

Um eine mögliche faire Verteilung der Brückentage zu ermöglichen, können Arbeitgeber auch eine Deadline setzen, bis wann Urlaub für Brückentage eingereicht werden muss. „Dann kann der Arbeitgeber bis zu diesem Termin alle Anträge sammeln und dann auswählen, wer ihn am Ende bekommt“, sagt Birkhahn. Dabei sollten soziale Gesichtspunkte berücksichtigt werden (siehe unten).

Wann dürfen Arbeitgeber einen Urlaubswunsch verweigern?

Verweigert werden dürfen Urlaubswünsche grundsätzlich nur, wenn dringende betriebliche Gründe oder soziale Gesichtspunkte dagegensprechen. Im Bundesurlaubsgesetz § 7 Absatz 1 heißt es dazu: „Bei der zeitlichen Festlegung des Urlaubs sind die Urlaubswünsche des Arbeitnehmers zu berücksichtigen, es sei denn, dass ihrer Berücksichtigung dringende betriebliche Belange oder Urlaubswünsche anderer Arbeitnehmer, die unter sozialen Gesichtspunkten den Vorrang verdienen, entgegenstehen.“

Als soziale Gesichtspunkte gelten laut gängiger Rechtsprechung zum Beispiel:

  • Schulferien von schulpflichtigen Kindern
  • Schließzeiten von Kitas
  • Urlaubsmöglichkeiten des Partners
  • Alter
  • Betriebszugehörigkeit
  • Erholungsbedürftigkeit

Soziale Gesichtspunkte greifen jedoch erst dann, wenn aufgrund dringender betrieblicher Gründe nicht allen Mitarbeiter ein Urlaubstag gewährt werden kann. Wenn also nicht mehr sichergestellt wäre, dass der Betrieb mit knappem Personal aufrechterhalten werden kann, dürfen Arbeitgeber einen Urlaubswunsch ablehnen.

Wann dürfen Arbeitgeber bereits gewährten Urlaub an Brückentagen widerrufen?

„Das müssen schon ganz erhebliche Gründe sein, die zum Widerruf berechtigen, zum Beispiel akute Notsituationen“, sagt Birkhahn. Übliche betriebliche Schwankungen, beispielsweise beim Personalstand oder der Auftragslage, berechtigten dagegen nicht zum Widerruf eines Urlaubs. Und wenn plötzlich ein riesiger Auftrag reinkommt, der nicht abzusehen war? „Beim Sommerurlaub von vier Wochen könnte das ein Grund für einen Widerruf sein“, sagt Birkhahn. „Aber bei einem Brückentag geht das nicht.“

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