Geschenke kaufen während der Arbeitszeit Wann Arbeitgeber ihren Mitarbeitern auf die Füße treten dürfen

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Viele Arbeitnehmer kaufen ihre Geschenke für Weihnachten während der Arbeitszeit. Aber ist das erlaubt?

Viele Arbeitnehmer kaufen ihre Geschenke für Weihnachten während der Arbeitszeit. Aber ist das erlaubt?© Helgi - Photocase.de

Jeder fünfte Arbeitnehmer kauft während der Arbeitszeit online Weihnachtsgeschenke. Aber müssen Arbeitgeber das hinnehmen? Wann Mitarbeiter ungestraft shoppen dürfen - und wann Chefs sie abmahnen können.

Im Stress kurz vor Weihnachten sucht mancher Arbeitnehmer auch während der Arbeit im Internet nach Geschenken. Jeder Fünfte (19,7 Prozent) gab in einer Umfrage zu, auch während der Arbeitszeit Weihnachtsgeschenke zu kaufen. 6,4 Prozent der Befragten erledigen sogar ihre gesamten Weihnachtseinkäufe bei der Arbeit, ergab eine repräsentative Umfrage des Online-Marktforschungsinstituts Promio.net unter mehr als 1000 Arbeitnehmern.

Doch müssen Arbeitgeber das dulden? Zwar sei es heute grundsätzlich erlaubt, dass man das Internet am Arbeitsplatz zumindest kurz auch privat nutzen kann, sagt Hans-Georg Meier, Fachanwalt für Arbeitsrecht in Berlin. Der Arbeitgeber kann das aber verbieten. Dann kann ein Mitarbeiter für den Weihnachtseinkauf während der Arbeitszeit abgemahnt werden.

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Anders liegt der Fall, wenn die Privatnutzung des Internets nicht verboten ist. „Wenige Minuten Shopping sind kein nennenswerter Verstoß gegen den Arbeitsvertrag“, sagt Meier. Kaufen Mitarbeiter aber längere Zeit im Internet ein, können Arbeitgeber trotz erlaubter Privatnutzung eine Abmahnung aussprechen. Auch der Lohn könne, je nach Dauer des Online-Einkaufstrips, entsprechend gekürzt werden, sagt Meier.

Dürfen Arbeitgeber die Internetnutzung überwachen?

Aber wie können Arbeitgeber herausfinden, wie lange Mitarbeiter im Internet gesurft haben? Dürfen Firmen ihre Angestellten überwachen, um privater Nutzung auf die Schliche zu kommen? Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte hat in diesem Jahr ein Urteil gefällt, das Arbeitgeber in dieser Hinsicht stärkt. Im konkreten Fall ging es zwar um die Nutzung von Chat-Programmen, das Urteil ist aber durchaus auch auf andere Fälle übertragbar.

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Zwar sei die Überwachung eines Online-Chats ein Eingriff in die Privatsphäre des Klägers, urteilte das Straßburger Gericht im Fall eines Arbeitnehmers, der von seinem Arbeitgeber entlassen worden, weil er während der Arbeitszeit mit seiner Familie gechattet hatte. Ein Arbeitgeber habe jedoch das Recht zu kontrollieren, ob seine Angestellten in der Arbeitszeit ihren Pflichten nachkommen oder sich mit ihren Privatangelegenheiten beschäftigen. Mehr über das Urteil lesen Sie in diesem Artikel: Bei der Arbeit gechattet: Kündigung war rechtens. 

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