Krankmeldung Diese Rechte haben Arbeitgeber, wenn Mitarbeiter krank sind

Die Nase läuft, der Hals kratzt: Kann der Mitarbeiter nicht zu Arbeit kommen, muss er umgehend beim Arbeitgeber eine Krankmeldung machen.

Die Nase läuft, der Hals kratzt: Kann der Mitarbeiter nicht zu Arbeit kommen, muss er umgehend beim Arbeitgeber eine Krankmeldung machen. © jokebird / photocase.de

Wann müssen Arbeitnehmer sich krankmelden? Wann ein Attest vorlegen? Darf man kranken Mitarbeitern kündigen? Das Wichtigste zum Thema Krankmeldung.

Die Krankschreibungen in Deutschland sind zuletzt gesunken. Nach dem Gesundheitsreport 2017 der Krankenkasse DAK-Gesundheit lag der Krankenstand 2017 bei 3,9 Prozent – 0,2 Prozentpunkte niedriger als noch 2016.

Beinahe jeder Zweite (44,6 Prozent) wurde demnach mindestens einmal krankgeschrieben. Im Schnitt dauerte eine Erkrankung 12,9 Tage – und damit etwas länger als im Vorjahr.

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Für die kranken Arbeitnehmer ist das bitter – für deren Arbeitgeber allerdings auch. Welche Rechte haben Unternehmen, wenn ihre Mitarbeiter wegen Krankheit fehlen?

Wie schnell muss ein Mitarbeiter seinen Arbeitgeber über seine Krankheit informieren?

Ist der Mitarbeiter arbeitsunfähig, dann muss er seinem Arbeitgeber unverzüglich Bescheid geben – spätestens aber bis zu Beginn seiner Arbeitszeit am ersten Krankheitstag. Arbeitnehmer, die schon im Voraus wissen, dass sie wegen Krankheit nicht werden arbeiten können (etwa wegen einer geplanten OP), müssen auch dies unverzüglich ihrem Arbeitgeber mitteilen.

Kann der Arbeitnehmer sich auch per E-Mail krankmelden?

Ja. Die Krankmeldung kann per Telefon, per E-Mail oder sogar per SMS oder WhatsApp erfolgen. Es ist auch möglich, einem Kollegen zu beauftragen, die Information weiterzugeben. Das Gesetz macht hierzu keine Angaben. Aber: Der Arbeitnehmer muss sicherstellen, dass die Krankmeldung den Arbeitgeber auch erreicht. Ein E-Mail an eine Adresse zu schicken, die nicht kontinuierlich abgerufen wird, reicht daher nicht aus.

In welchem Gesetz ist festgeschrieben, was bei Krankmeldungen zu beachten ist?

Diese so genannte Anzeigepflicht ist in Paragraf 5 im Entgeltfortzahlungsgesetz geregelt.

Was muss die Krankmeldung enthalten? An welches Muster müssen sich Arbeitnehmer halten?

Der Arbeitnehmer muss, wenn er noch nicht beim Arzt war, selbst eine Prognose zu seiner voraussichtlichen Genesung abgeben. Etwa so:

„Ich bin heute krank und kann daher leider nicht arbeiten. Ich gehe davon aus, morgen wieder arbeitsfähig zu sein.“

Oder so:

„Ich bin krank und kann daher leider nicht arbeiten. Ich gehe heute zum Arzt und teile danach umgehend mit, wie lange ich krankheitsbedingt ausfallen werden.“

Ab wann kann der Arbeitgeber ein ärztliches Attest verlangen?

Grundsätzlich muss der Mitarbeiter eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung vorlegen, wenn er länger als drei Kalendertage nicht arbeiten kann. Sprich: Ist der Mitarbeiter seit Montag krank, muss er spätestens am Donnerstag eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung vorlegen.

Wann muss die Krankmeldung erfolgen, wenn nach dem ersten oder zweiten Krankheitstag ein Wochenende liegt?

Wir ein Arbeitnehmer zum Beispiel am Donnerstag und hat er typischerweise am Samstag und Sonntag frei, dann muss er die Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung erst am Montag vorlegen.

Ist die Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung immer erst nach 3 Tagen fällig?

Nein. Der Arbeitgeber kann sogar schon am ersten Krankheitstag eine ärztliche Bescheinigung verlangen – und zwar unabhängig davon, ob er den Verdacht hegt, dass der Mitarbeiter die Erkrankung nur vortäuscht (BAG, Az: 5 AZR 866/11) (Was der Arbeitgeber bei Verdacht auch Blaumachen tun kann, lesen Sie hier). Aber: Wenn der Arbeitgeber generell – also für alle Mitarbeiter – anordnet, dass ein Krankenschein bereits früher eingereicht werden muss, dann braucht er die Zustimmung des Betriebsrats. Voraussetzung ist außerdem, dass im Arbeitsvertrag keine andere Regelung festgeschrieben ist.

Wann muss der Arbeitnehmer eine Folgebescheinigung vorlegen?

Die Krankmeldung des Arbeitnehmers muss lückenlos erfolgen. Hat der Arbeitnehmer beispielsweise eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung bis Montag und ist noch nicht wieder arbeitsfähig, muss die Folgebescheinigung ab Dienstag gelten.  Eine Folgebescheinigung muss der Arbeitnehmer auch dann noch vorlegen, wenn er länger als sechs Wochen krankgeschrieben ist und deshalb keinen Anspruch mehr auf Lohnfortzahlung im Krankheitsfall hat.

Kann ein Arbeitgeber einen Mitarbeiter kündigen, wenn dieser häufig krank ist?

Ja. Dass eine Krankheit zu einem Kündigungsschutz führt, gehört zu den weit verbreiteten Irrtümern rund ums Thema Krankschreibung. Arbeitgeber können kranken Mitarbeitern unter denselben Voraussetzungen kündigen wie andere Mitarbeiter auch. (Mehr dazu lesen Sie in unseren Artikel zum Thema ordentliche Kündigung)

Aber auch die Krankheit an sich kann ein legitimer Kündigungsgrund sein. Fehlt ein Mitarbeiter mehr als sechs Wochen im Jahr wegen Krankheit, kann dies als kündigungsrelevant betrachtet werden (Ein entsprechendes Urteil fällte das Landesarbeitsgericht Main, Az.: 5 Sa 152/11). Eine Kündigung wegen Krankheit ist allerdings nur möglich, wenn der Mitarbeiter eine negative Gesundheitsprognose hat, also immer wieder krankheitsbedingte Fehlzeiten zu erwarten sind. Zudem hat der Arbeitgeber die Nachweispflicht, dass die Krankheit des Mitarbeiters zu einer betrieblichen Belastung führen. Mehr Informationen dazu finden Sie in unserem Artikel: „Kündigung wegen Krankheit: Was tun, wenn ein Mitarbeiter dauernd ausfällt?“

Darf der Arbeitgeber bei einer Krankmeldung Auskunft über die Diagnose verlangen?

Der Arbeitnehmer muss dem Arbeitgeber nicht im Detail mitteilen, woran er erkrankt ist – das ist Privatsache. Sehr wohl muss der Mitarbeiter aber vor einem Arztbesuch subjektiv einschätzen, wie lange seine Erkrankung dauern könnte. Nach dem Arztbesuch muss er die Prognose des Arztes, wie lange die Arbeitsunfähigkeit andauert, dem Arbeitgeber mitteilen.

Ein Mitarbeiter ist zwei Wochen krankgeschrieben, aber nach einer Woche wieder fit. Muss er wieder zur Arbeit kommen?

Ja. Wer arbeitsfähig ist, muss auch zur Arbeit kommen. Es gelten die wahren Verhältnisse.

Kann der Arbeitgeber ein Attest anzweifeln?

Ja. Hat der Arbeitgeber den Eindruck, dass das ärztliche Attest nur eine Gefälligkeitsbescheinigung ist, so kann er den Mitarbeiter abmahnen oder ihm sogar kündigen. Welche Voraussetzungen dafür nötig sind, erfahren Sie in unserem Artikel „Krankfeiern: Diese Rechte haben Arbeitgeber bei Verdacht auf Blaumachen“.

Der Arbeitnehmer wird im Urlaub krank. Welche Informationspflichten hat er dann? Braucht er ein ärztliches Attest?

Auch Arbeitnehmer, die im Urlaub erkranken müssen sich krankmelden – zumindest dann, wenn sie die Urlaubstage, an denen sie krank waren, später nachholen möchten. Dieses Recht steht ihnen laut Paragraf 9 Bundesurlaubsgesetz zu. Für die Krankmeldung aus dem Urlaub gelten allerdings besondere Regeln

  • Arbeitnehmer müssen sich bereits am ersten Krankheitstag bei ihrem Arbeitgeber melden.
  • Sie müssen sich die Krankheit bereits am ersten Tag von einem Arzt attestieren lassen.
  • Sie müssen darauf achten, dass auf einem ausländischen Attest die Arbeitsunfähigkeit explizit erwähnt wird.

 

Wie lange dürfen Mitarbeiter zu Hause bleiben, wenn ihr Kind krank ist? Und ab wann brauchen sie dafür ein Attest vom Kinderarzt? Die wichtigsten Fragen und Antworten lesen Sie in unserem Artikel „Kind krank: Was Arbeitgeber über die Rechte von  Eltern wissen müssen“.

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20 Kommentare
  • Stefan Weber 20. April 2018 14:21

    Darf der Arbeitgeber im Arbeitsvertrag festlegen, dass der Arbeitnehmer bei Krankheit die Diagnose liefert? Meines Erachtens ist das sittenwiedrig und damit unwirksam, oder liege ich da falsch?
    Vielen Dank für ein Feedback

    • Nicole Basel
      Nicole Basel 20. April 2018 15:31

      Lieber Herr Weber, Rechtsberatung im Einzelfall können wir leider nicht geben. Generell kann der Arbeitgeber vom Arbeitnehmer nicht verlangen, die Diagnose zu nennen. Von einem Fall, in dem etwas Gegenteiliges im Arbeitsvertrag geregelt wurde, habe ich noch nicht gehört. Art und Ursache einer Krankheit sind Privatsache.

  • Georgios 7. April 2018 09:05

    Wie sieht es aus, wenn der AN während der Krankheit einen Kundentermin gehabt hätte? Muss er sich dann auch beim Kunden krankmelden oder reicht die Krankmeldung beim AG?

  • Paul 21. März 2018 14:54

    Wie sieht es aus wenn ich mich in der einen Woche krankmelde, darf der Arbeitgeber dann erwarten das ich mich für die Folgewoche auch krankmelde? Oder sollte er damit rechen müssen?

    LG Paul

  • Nadine Neumärker 7. Februar 2018 09:45

    Folgendes Problem: befristeter Arbeitsvertrag endet zum 28.02.2018. Arbeitnehmer wird am 06.- 19.02.2018 krankgeschrieben. Nach Meldung der Arbeitsunfähigkeit beim Arbeitgeber bietet der eine Freistellung an, die rückwirkend erfolgen soll. Welche Risiken, Folgen und Nachteile entstehen hier dem Arbeitnehmer, sollte dieser in die Freistellung einwilligen?
    Vielen Dank im Voraus!

    • Thomas Krämer 21. März 2018 13:31

      Auf keinen Fall! Der Arbeitgeber möchte sich damit nur um seine Pflicht zur Lohnfortzahlung drücken. Der AN bekommt in diesem Fall sogar noch größere Probleme, wenn er nach dem Zeitvertrag arbeitslos ist – dann gibt es nämlich eine Sperre von mindestens 3 Monaten vom Amt …

  • Rudolf 10. Januar 2018 14:19

    Sehr interessante Seite! Einen – sicher nicht ganz seltenen – Fall vermisse ich jedoch: Der Arbeitnehmer kann an einem Tag nicht weiterarbeiten oder muss die Arbeit unterbrechen, z.B. wegen Übelkeit, starker Kopfschmerzen, o.ä. Kann der Arbeitgeber auch in diesen Fällen eine AU-Bescheinigung verlangen, d.h. „am ersten Tag“? Und findet der Arbeitnehmer überhaupt sofort einen Arzt (und der das beurteilen kann)?

  • schnaebberle 29. November 2017 10:39

    Nicht ganz korrekt das der AN vor Ablauf seiner Krankmeldung arbeiten darf. Sollte dem AG etwas passieren (Wegeunfall, Arbeitsunfall, Fehlleistung mit schwerwiegenden Konsequenzen, etc. ) das auf eine nicht 100%ige Genesung zurückzuführen ist (eingeschränkte Aufnahmefähigkeit, Schwäche, Unkonzentriertheit, etc.) und Versicherungen sind hier sehr kreativ wenn sie registrieren das eine Krankmeldung für den Zeitraum vorlag, zahlt die Versicherung nicht. Daher ist es immer ratsam dem Rat des Arztes zu Folgen um auch hier auf der sicheren Seite zu sein. Jeder andere Rat ist fahrlässig und einzig und allein dem AG dienlich.
    Die Bedingungen das ein AG eine Krankmeldung nicht akzeptieren darf sind extrem hoch und vorm Arbeitsgericht unrealistisch durch zubringen (kein Arzt sagt aus eine Gefälligkeitsbescheinigung ausgestellt zu haben und wer ist krank geschrieben und geht feiern oder auf ner Baustelle arbeiten?) wer das tut ist schlichtweg dumm und verdient es gekündigt zu werden.

  • Udo 29. November 2017 02:04

    Kann der Arbeitgeber Kommunikationsformen wie whatsapp durch eine Dienstanweisung einschränken oder verbieten, respektive also eine rein telefonische Krankmeldung einfordern?

    • Nicole Basel
      Nicole Basel 29. November 2017 08:48

      Hallo Udo,

      der Gesetzgeber macht hierzu keine Angaben, dem Mitarbeiter steht es grundsätzlich frei, welches Kommunikationsmittel er nutzt – solange er sichergehen kann, dass die Nachricht über diesen Weg auf empfangen wird. Im Arbeitsvertrag oder in einer Betriebsvereinbarung kann der Arbeitgeber die Form der Krankmeldung jedoch auch vorschreiben.

      Mit herzlichem Gruß aus der Redaktion, Nicole Basel

  • Frau Waldmann 16. November 2017 11:44

    Muß ich meinem Arbeitgeber bei Arbeitsunfähigkeit auch die Diagnose mitteilen (wegen Fehlzeitenmanagement) ?

    • Angelika Unger
      Angelika Unger 16. November 2017 11:53

      Hallo Frau Waldmann,

      siehe oben: Der Arbeitnehmer muss dem Arbeitgeber nicht im Detail mitteilen, woran er erkrankt ist – das ist Privatsache. Sehr wohl muss der Mitarbeiter aber vor einem Arztbesuch subjektiv einschätzen, wie lange seine Erkrankung dauern könnte. Nach dem Arztbesuch muss er die Prognose des Arztes, wie lange die Arbeitsunfähigkeit andauert, dem Arbeitgeber mitteilen.

      Herzliche Grüße
      Angelika Unger vom impulse-Team

  • Koenen 13. November 2017 07:19

    Ein Mitarbeiter ist von Montag bis Mittwoch krank (ohne ärztliche Bescheinigung). Am Donnerstag nimmt er seine Arbeit wieder auf, merkt aber nach zwei Stunden, dass er doch noch nicht arbeitsfähig ist und meldet sich wieder krank. Gelten die zwei Stunden als Unterbrechung der Krankheit, so dass der Mitarbeiter weitere drei Tage ohne ärztliche Bescheinigung krank sein kann, oder ist dies eine durchgehende Erkrankung, so dass er ab Donnerstag eine ärztliche Bescheinigung benötigt.

  • Ruhland 9. November 2017 09:35

    Eine Mitarbeiterin ist wegen eines orthopäd. Problems schon seit Wochen krank geschrieben. Es werden weitere Krankschreibungen diesbezügl. erwartet wegen OP und Reha, aber auch wegen verstärkter Arthrose. Es ist abzusehen, dass sie den körperlichen Anforderungen des Arbeitsplatzes nicht mehr entsprechen wird. Es ist ein sehr kleiner Familienbetrieb, die Arbeitskraft kann schwerlich ersetzt werden.
    Können der MA nach Rückkehr aus der Krankschreibung die Gesamtarbeitsstunden reduziert werden, aber gleichzeitig ein neuer MA eingestellt werden, der den fehlenden Teil übernimmt? Inwieweit muss die Einschätzung, dass die Krankheiten zu Arbeitseinschränkungen führen werden, bewiesen werden?

    • Thomas Krämer 21. März 2018 13:42

      Eine Reduzierung der Arbeitszeit kann nicht einseitig durch den AG erfolgen. Wenn die Einschränkung allerdings mit negativer Gesundheitsprognose für die Zukunft einhergeht, ein Einsatz der Mitarbeiterin in Bereichen, in denen diese Einschränkung nicht besteht, nicht möglich ist UND die wirtschaftliche Belastung dadurch für den AG im Einzelfall nicht zumutbar ist, besteht die Möglichkeit einer Kündigung WEGEN der Krankheit. Die Messlatte liegt sehr hoch. Pauschal lässt sich hier definitiv nichts über arbeitsgerichtliche Entscheidungen sagen.
      Es sollte im Sinne beider Parteien sein, eine einvernehmliche Lösung zu finden. Ohne eine solche bleibt nur der Gang zum Gericht – und der kann für den AG auch schmerzlich enden.

  • Julia Müller
    Julia Müller 6. Oktober 2017 15:30

    Hallo Herr Heckel,
    wer krank ist, muss das dem Chef rechtzeitig mitteilen. Das Gesetz sagt, dass die AU-Bescheinigung spätestens am dritten Tag beim Arbeitgeber sein muss. Der Arbeitgeber kann auch vorher bereits die Vorlage der AU-Bescheinigung verlangen. Wird dagegen verstoßen, kann das abgemahnt werden. Eine Rechtsberatung in einem Einzelfall wie Ihrem können und dürfen wir aber nicht geben.

  • Heckel 6. Oktober 2017 15:16

    was machen, wenn AN zwei Krankmeldungen von zwei verschiedenen Allgemeinärzten nacheinander vorlegt, wobei zudem die Kranklmeldungen noch unterschiedliche Privatanschriften des AN aufweisen (angeblich ist die KK schuld). Die Meldungen kommen per Foto als Whatsapp und nach 18 Tagen noch immer nicht das Original beim AG eingetroffen !

  • Oliver Schneider 18. September 2017 14:51

    Darf der Arbeitgeber die Arbeiter wenn sie ein Bein angebrochen oder gebrochen haben (oder ähnliches) und sie ihren eigentlichen Beruf nicht mehr ausüben können in die Firma holen und sie z.B Akten sortieren lassen , Was vom Arbeitnehmer ausgeführt werden kann ohne durch seine Krankheit behindert wird bzw. auch die Genesung nicht verzögert wird. ??

  • Reiner Müller 30. Juli 2017 22:46

    Leider geben Sie keine Erklärung darüber ab, was ein Arbeitnehmer tun kann, der nichts tun kann, weil er bsw. so schwer erkrankt ist (Z. B. Krankenhaus nach Unfall) das er sich nicht selbst melden kann. Gehen Sie bitte von dem Umsatnd aus, das der Betreffende keine Familie, Freunde etc. hat, die das für ihn tun könnten. Wie ist hier die rechtliche Bewertung?

    • Nicole Basel
      Nicole Basel 31. Juli 2017 10:57

      Hallo Herr Müller,

      im Entgeltfortzahlungsgesetzt heißt es, der Arbeitnehmer müsse sich „unverzüglich“ krankmelden. „Unverzüglich“ bedeutet hier: ohne schuldhafte Verzögerung.

      Das heißt in der Praxis: Wer nach einem schweren Autounfall im Krankenhaus liegt, der muss sich nicht direkt nach dem Aufwachen aus der Narkose die Infusionen aus dem Arm reißen und zum Telefon greifen. Er kann aber das Pflegepersonal bitten, sich beim Arbeitgeber zu melden. Und dies sollte er auch tun, wenn er keine Abmahnung riskieren will.

      Wer nicht in der Lage ist, sich mitzuteilen – etwa nach einem Schlaganfall – der kann auch nicht abgemahnt werden.

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