Recht + Steuern Sahra Wagenknecht: „Mit uns würden kleinere Unternehmen deutlich besser fahren“

Sahra Wagenknecht (Partei Die Linke)

Sahra Wagenknecht (Partei Die Linke)© Werne Schuering

Die Kreditbedingungen für kleine Unternehmen – „eine Katastrophe“. Das Image der Linken – „teilweise nicht gerecht“. Im impulse-Interview erklärt Sahra Wagenknecht, Spitzenkandidatin der Linken bei der Bundestagswahl, mit welchen Forderungen ihre Partei um Mittelständler werben will.

 

Anzeige

Sahra Wagenknecht, Spitzenkandidatin der Linken bei der Bundestagswahl, umwirbt die mittelständische Wählerklientel. „Wir haben Konzepte, mit denen kleinere Unternehmen deutlich besser fahren würden“, sagte Wagenknecht impulse. Das Steuerprogramm der Linken sehe Entlastungen im unteren und mittleren Einkommensbereich bis zu 70.000 Euro im Jahr vor. Trotzdem habe die Linke „in der Wirtschaftspolitik ein Image, das teilweise nicht gerecht ist“.

Für besonders problematisch hält die Linken-Spitzenkandidatin die Kreditbedingungen für kleinere Unternehmen. „Wir haben zwar einen Kreditmarkt, an dem die Zinsen extrem niedrig sind, aber ich weiß von vielen Unternehmern, dass sie von den Banken gedrängt werden, sich über Dispokredite zu refinanzieren“, sagte Wagenknecht in den impulse-Chefgesprächen. „Da hat man dann über 10 Prozent Zins am Hals, das ist eine Katastrophe.“ Den Kreditinstituten müsse verboten werden, bei den Dispozinsen mehr als fünf Prozentpunkte auf den Zentralbankzinssatz aufzuschlagen. Die Linke wolle den Bankensektor so regulieren, dass „Banken wieder Diener der Realwirtschaft“ sind.

Die Politikerin forderte die Banken auf, Gründern mehr Geld zur Verfügung zu stellen: „Die Banken müssten verpflichtet werden, einen gewissen Anteil ihrer Kredite kleinen und mittelständischen Unternehmen zur Verfügung zu stellen. Es ist besser, fünf falsche und eine geniale Idee zu finanzieren, als alle sechs nicht.“ Es stelle einen großen Mangel dar, dass Gründer mit guten Ideen nicht unbedingt auch Geld bekämen. „Ich wünsche mir ein Wirtschaftssystem, wo die, die gute Ideen haben und Leistung bringen, am Ende auch davon profitieren und den Wohlstand haben“, sagte Wagenknecht.

 

Das Gespräch mit Sahra Wagenknecht ist Teil der Reihe „Chefgespräche“ im Wirtschaftsmagazin impulse. Anlässlich der Bundestagswahl im September lädt impulse die Spitzenkandidaten der im Bundestag vertretenen Parteien zu einem Streitgespräch mit drei Unternehmern.

 

cover_110 Mehr dazu lesen Sie im impulse-Magazin 06/2013
Abonnenten erhalten die neueste Ausgabe jeden Monat frisch nach Hause geliefert. Und über die impulse-App für iOS- und Android-Geräte können Sie die neuen Ausgaben im PDF-Format herunterladen und bequem auf Tablet oder Smartphone lesen.

1 Kommentar
  • Name 29. Mai 2013 15:51

    Kleinere Unternehmen würden besser fahren, da bis 70.000€ weniger Steuern gezahlt würden…
    1. Wenn ich einen Gewinn vor Steuern unter 70.000€ erwarte, werde ich lieber Beamter (oder Politiker)
    2. Wenn ich einer Bank Geld anvertraue, will ich nicht, daß dieses iregendwelchen Spinnern als Wagniskapital ohne Risikoaufschlag zur Verfügung gestellt wird.
    3. Ein „Wirtschaftssystem, wo die, die gute Ideen haben und Leistung bringen, am Ende auch davon profitieren und den Wohlstand haben“ haben wir schon, im Gegensatz zur Ex-DDR; unser System wäre durchaus verbesserungsfähig, wenn die Ideen der Linken und Grünen nicht immer weiter durchgesetzt würden.

Hinterlassen Sie einen Kommentar

(Kommentare werden von der Redaktion montags bis freitags von 10 bis 18 Uhr freigeschaltet)

Bitte beantworten Sie die Sicherheitsabfrage (Anti-Spam-Schutz): *Captcha loading...