Recht + Steuern Schichtarbeiter haben Anspruch auf Teilzeit

Arbeitgeber müssen ihren Mitarbeitern auch im Schichtdienst Teilzeitarbeit ermöglichen, auch wenn dafür zusätzliche Schichtübergaben eingeführt werden müssen. Dieser Aufwand sei zumutbar, hat das Landesarbeitsgericht in Köln entschieden.

Das Landesarbeitsgericht in Köln hat in zweiter Instanz einem Schichtarbeiter einen Anspruch auf Teilzeitarbeit zugesprochen. Wie das Gericht am Montag mitteilte, wollte der Maschinenführer nach zweijähriger Elternzeit nicht wieder voll im Drei-Schicht-Betrieb arbeiten. Er hat eine in Vollzeit tätige Ehefrau und zwei Kinder. Nach der Elternzeit wollte er nur noch vormittags in Teilzeit beschäftigt werden. Dies lehnte der Arbeitgeber ab. Begründung: Es müssten sonst speziell für den Kläger zusätzliche Schichtübergaben eingeführt werden. Dies führe zu Produktionsverzögerungen und damit zu wirtschaftlichen Nachteilen. Wie zuvor schon das Arbeitsgericht Bonn wies auch das Landesarbeitsgericht Köln dies zurück (Az.: 7 Sa 766/12).

Die Ablehnungsgründe des Arbeitgebers seien nicht gewichtig genug. Gewisse organisatorische Anstrengungen seien bei jeder Einrichtung von Teilzeitarbeit erforderlich, so die Kölner Richter. Im vorliegenden Fall gingen sie nicht über das zumutbare Maß hinaus. Nach dem Gesetz über Teilzeitarbeit hat ein Arbeitgeber Teilzeit-Wünschen von Arbeitnehmern zuzustimmen, wenn nicht betriebliche Gründe entgegenstehen.

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