Recht + Steuern So sparen Sie 2013 am besten Steuern

In guten Zeiten für die schlechten sparen: impulse gibt zum Jahresanfang die 44 besten Tipps zum Steuernsenken. Für Unternehmer, Anleger, Vermieter - und die ganze Familie.

Noch läuft die Konjunktur in Deutschland. Doch bleibt es so? Die Euro-Krise ist nicht überstanden, und die Probleme in Griechenland, Spanien und Italien können sich noch empfindlich in den Bilanzen hierzulande niederschlagen. Der Internationale Währungsfonds jedenfalls zeichnet in einem aktuellen Bericht ein eher verhaltenes Bild von der Wirtschaftskraft Europas.

„Kommt es tatsächlich zu einem Abschwung, sind dicke Finanzpolster für deutsche Unternehmen mehr als hilfreich“, sagt Steuerberater Folker Trepte von PricewaterhouseCoopers. Solange die Gewinne sprudeln, sollte also möglichst viel davon in der Firma bleiben. „Unternehmer müssen deshalb alle legalen Möglichkeiten der Steuersenkung nutzen“, rät Jürgen Faust, Steuerberater in Neuwied.

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Ob für das Unternehmen, Mieten und Kapitalerträge oder Haushalt und Familie – impulse kennt die Tipps zum Steuernsparen. Und hat die 44 besten aufgeschrieben.

20 Tipps für Unternehmer: Feste feiern

Grenzen werden bei der Weihnachtsfeier ja gern mal überschritten. Bis auf die eine: Mehr als 110 Euro pro Mitarbeiter konnten für ein Firmenfest bisher nicht abgesetzt werden, alles darüber kostete Lohnsteuer. Diese Gewissheit kommt jetzt ins Wanken, vor dem Bundesfinanzhof (BFH) ist ein Verfahren anhängig, das die strenge Linie aufweichen soll (Az.: VI R 93/10). Geklagt hatte ein Unternehmer, der für das 125-jährige Firmenjubiläum mehr hatte springen lassen. Wer es genauso gemacht hat, zieht sämtliche Kosten ab und hält den Steuerfall bis zur Entscheidung aus München offen.

Masse statt klasse

In dem Fall stimmt’s mal: Viel hilft viel. Unternehmer, die jetzt noch für die Jahresbilanz den Gewinn drücken wollen, kaufen viele kleine Teile, die sie sowieso benötigen würden, zum Beispiel Bürogeräte, Maschinen oder Werkzeuge. Wenn sie netto höchstens 410 Euro kosten, kann sie der Firmenchef auf einen Schlag absetzen. Bei Kleininvestitionen zwischen 150 Euro und 1000 Euro netto hat er die Wahl: Abschreibung über fünf Jahre oder über die betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer. Günstig ist das zum Beispiel für Ladeneinrichtungen, die normalerweise über die Dauer von acht Jahren abzuschreiben sind.

In diesem Beispiel hat ein Einzelhändler seine Filialen mit neuen Regalen ausgestattet:
Normale Abschreibung über acht Jahre
Anschaffungskosten 40.000
Abschreibung pro Jahr 5000
Steuerersparnis (bei Steuersatz 40 %) 2000
Günstige Abschreibung über fünf Jahre
Anschaffungskosten 40.000
Abschreibung pro Jahr 8000
Steuerersparnis (bei Steuersatz 40 %) 3200
Liquiditätsvorteil für fünf Jahre 1200

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Mit Sicherheit geprüft

Früher oder später wird sie kommen: die Betriebsprüfung. Und weil das bei größeren Unternehmen so sicher ist wie der abendliche Sonnenuntergang, können sie die Kosten für eine zukünftige Prüfung (zum Beispiel für die Bereitstellung der Räume oder den Steuerberater) schon vorab per Rückstellung vom Gewinn abziehen – auch wenn noch keine Anordnung ergangen ist. Die praktisch bestehende Gewissheit einer späteren Prüfung reicht, so der BFH (Az.: I R 99/10).

Geduld, Geduld

Die Gewinne dieses Jahres können für noch mehr Freude sorgen, wenn sie erst einmal in der Firma bleiben: Es lohnt sich oft, einen Teil der Erträge in der Bilanz stehen zu lassen. Das kostet Unternehmer statt bis zu 45 Prozent gerade einmal 28,25 Prozent Einkommensteuer. Allerdings nur so lange, wie das Geld tatsächlich in der Firma arbeitet. Wird die zurückgelegte Summe später entnommen, werden 25 Prozent Extrasteuer fällig. Faustregel: Je höher der Gewinn ist und je länger das Geld in der Firma bleibt, desto mehr lohnt sich die Rücklage.

Ein verheirateter Unternehmer lässt 40 Prozent seines Gewinns für Investitionen und zur Stärkung des Eigenkapitals in der Bilanz 2012 stehen:
Ohne Rücklage:
Gewinn 500.000
Steuer (Splittingtarif für Eheleute) 193.656
Mit Rücklage:
Rücklage 200.000
Pauschalsteuer (28,25 %) 56.500
Restgewinn 300.000
Steuer (Splittingtarif für Eheleute) 109.656
Steuer insgesamt 166.156
Gespart 27.500

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Vorratshaltung

Unternehmer müssen Bücher, Verträge und andere Korrespondenz über Jahre aufbewahren. Das kostet einiges, etwa für Räume, Speicherplatz oder die Wartung der EDV. Die künftigen Kosten können schon in diesem Jahr Steuern sparen: wenn der Unternehmer dafür eine Rückstellung in der Bilanz bildet.

Jahresendrenovierung

Jetzt schnell die Elektriker und Maler bestellen: Der Gewinn 2012 lässt sich noch ordentlich drücken, indem Reparaturen an Maschinen oder am Firmengebäude vor dem 31. Dezember in Auftrag gegeben werden. Auch wenn die Arbeiten bis Silvester nicht abgeschlossen sind, senkt eine Zwischenrechnung die Steuerlast. Sind vor Jahresende keine Handwerker mehr zu bekommen: Aufwand großzügig schätzen und in die Bilanz eine gewinnmindernde Rückstellung für unterlassene Reparaturen packen. Die Arbeiten müssen dann aber bis 31. März 2013 erledigt sein.

Verzicht Lohnt nicht

Wer in diesem Jahr der eigenen Firma Geld leiht, sollte eine Laufzeit für das Darlehen und einen Zinssatz vereinbaren (mindestens ein Prozent). Sonst tut es im Zweifelsfall das Finanzamt – und das kann teuer werden. Die Strafsteuer liegt leicht im fünfstelligen Bereich. Die Beamten dürfen, wenn nichts anderes vereinbart ist, einfach von 5,5 Prozent Zinsen ausgehen, die der GmbH-Chef bekommen müsste. Er muss die Zinsen also auch dann versteuern, wenn er auf sie eigentlich verzichtet hat, sagt der BFH (Az.: I R 4/08).

Methodenwechsel

Unternehmer, die in den letzten Bilanzen Fahrzeuge, Maschinen oder Anlagen noch degressiv abgeschrieben haben (25 Prozent AfA vom jeweiligen Restwert), prüfen jetzt, ob sich ein Wechsel zur linearen Methode lohnt. Das ist die gleichmäßige Verteilung des Buchwerts auf die Restnutzungsdauer. Bei Anschaffungen ab 2011 gilt nur noch die lineare Abschreibung.

Die Mischung Macht’s

Privates und Berufliches soll man nicht vermengen. Manchmal ist es aber doch empfehlenswert: Firmenchefs ziehen Kosten, die geschäftlich und privat veranlasst sind, ­zumindest teilweise als Betriebsausgaben ab. Misstrauischen Finanzbeamten halten sie das Aktenzeichen einer Anweisung aus dem Bundesfinanzministerium entgegen: IV C 3-S2227/07/10003:002. In dem Schreiben geht es vor allem um Geschäftsreisen, bei denen der Unternehmer ein paar Tage Urlaub dranhängt, und um Firmenfeste, zu denen er auch private Gäste eingeladen hat. Jeweils gilt: Die beruflichen Anteile der Kosten können steuerlich geltend gemacht werden.

Für Verkaufstalente

Beim Bundesverfassungsgericht läuft ein Verfahren gegen die Gewerbesteuerpflicht von Beteiligungsverkäufen einer GmbH. Die Firma hatte Beteiligungen aus ihrem Portfolio mit Gewinn verkauft. Davon wollte das Finanzamt per Gewerbesteuer seinen Teil abhaben. Weil solche Deals bei Personengesellschaften gewerbesteuerfrei über die Bühne gehen, will der GmbH-Unternehmer Gleichheit (Az.: 1 BvR 1236/11). Wer ebenfalls Beteiligungen verkauft hat, legt Einspruch gegen den Gewerbesteuerbescheid ein und verweist auf den laufenden Prozess.

Familienbande

Im Weihnachtsgeschäft oder als Urlaubsvertretung springen oft Familienmitglieder ein. Dafür bieten sich 400-Euro-Jobs an. Das kostet die Firma zwar 30,67 Prozent pauschale Abgaben an die Minijobzentrale, aber ist dennoch ein gutes Geschäft für die Familie insgesamt, weil der Unternehmer seine Kosten als Betriebsausgaben verbuchen kann, womit er bis zu 45 Prozent Steuern spart – und seine Angehörigen verdienen was nebenbei.

Das Sparkarussell

Läuft es in der Familienkapitalgesellschaft (etwa einer GmbH) nicht rund, können Firmenchefs jetzt die Verluste realisieren und mit anderen Einkünften verrechnen. Das lohnt sich, wenn die Anteile aktuell weniger wert sind, als eigentlich in den Büchern steht. Der Dreh: Die Anteilseigner kaufen sich ihre Beteiligungen gegenseitig ab. Am Ende sind alle wieder mit der gleichen Quote dabei. Mit einem Unterschied: Sie haben ihre Verluste steuerlich geltend gemacht. Wenn das Finanzamt meckert: Der BFH hat diesen Trick ausdrücklich gebilligt (Az.: IX R 40/09).

Für Bauherren

Wer dieses Jahr für die Firma gebaut hat, beachte Folgendes: Es gibt einen Unterschied zwischen den Kosten für das eigentliche Gebäude und denen für Betriebsvorrichtungen. Letztere sind Wirtschaftsgüter, durch die das Gewerbe unmittelbar betrieben wird. Dazu gehören etwa Arbeitsbühnen, Ladeneinbauten oder Lastenaufzüge. Diese Dinge sollten für die Bilanz aus der Gesamtrechnung herausgerechnet werden. Denn sie sind in der Regel über zehn bis 15 Jahre abzuschreiben, nicht wie das Gebäude selbst über 33 Jahre. Extratipp: Bestehen Gewerbebauten aus Hallen in Leichtbauweise, akzeptiert das Finanzamt eine Abschreibungsdauer von 14 Jahren. Das bedeutet: ein Abschreibungssatz von 7,14 Prozent statt drei Prozent der Anschaffungs- oder Herstellungskosten.

Einen Plan Haben

Inhaber kleiner und mittlerer Firmen (bis zu 235.000 Euro Eigenkapital in der Bilanz) können Investitionen, die sie für die nächsten drei Jahre planen, schon jetzt geltend machen: Über den Investitionsabzugsbetrag lassen sich bis zu 40 Prozent der künftigen Kosten für neue Maschinen, Anlagen oder Fahrzeuge zurückstellen. Maximal lässt sich so der Gewinn um 200.000 Euro drücken.

Ein Spediteur erzielt in diesem Jahr einen Gewinn von 200.000 Euro. Für 2013 plant er die Anschaffung eines Lastwagens zum Preis von 200.000 Euro. So rechnet sich die Anschaffung:
Ohne Investitionsplan
Gewinn 200.000
Steuer (Splittingtarif für Eheleute) 67.656
Mit Investitionsplan
Gewinn 200.000
Investitionsabzugsbetrag 80.000
Zu versteuern 120.000
Steuer (Splittingtarif für Eheleute) 34.056
Gespart 33.600

Alle Angaben in Euro

Kleinrechnen erlaubt

Unternehmer, die in den letzten Jahren in Betriebsgebäude investiert haben, sollten sich jetzt deren Wert ansehen. Gründe für Wertminderungen gibt es viele, etwa eine Standortverschlechterung oder eine Veränderung des Produktionsprogramms. Die Folge: Ist die Immobilie derzeit weniger wert als das, was in der Bilanz steht (Baukosten minus Abschreibung), kann der Unternehmer die Differenz als Verlust beim Finanzamt geltend machen. Weil es für Firmenimmobilien meist keine Vergleichswerte gibt, hilft das Gutachten eines Sachverständigen. Aber Vorsicht: Wer die Immobilie als Sicherheit für Kredite braucht, belässt es bei dem mit der Bank festgelegten Wert.

Auf Abwegen

Fährt ein Unternehmer mit dem Privatwagen ins Büro, kann er für jeden Entfernungskilometer 30 Cent pro Tag bei seinen Werbungskosten ansetzen. Welchen Weg aber muss er nehmen? Das Finanzamt verlangt regelmäßig die kürzeste Entfernung. Dazu der BFH in einem aktuellen Urteil: Nutzt der Chef eine Strecke, die zwar länger, aber nachweislich zeitlich günstiger ist, kann er die Mehr­kilometer geltend machen (Az.: VI R 46/10).

Nicht schludern

Teurer Firmenwagen und mehr beruflich als privat unterwegs? Da lohnt sich ein Fahrtenbuch – auch wenn es Zeit und Nerven kostet. Die Finanzbeamten haben sehr genaue Vorstellungen von dem guten Stück, Unternehmer müssen die dienstlichen Fahrten im Detail aufschreiben: Kilometerstand zu Beginn und zum Ende der Fahrt, Reiseziel, Reise­zweck sowie die Namen der Geschäftspartner oder Behörde, Filiale oder Baustelle. Jede Fahrt muss einzeln notiert werden. Fallen mehrere Geschäftstermine auf einen Tag, reicht es, den Kilometerstand vor dem ersten und nach dem letzten Termin aufzuschreiben. Dann muss aber die Reihenfolge der Geschäftspartner notiert werden. Wer an einem Tag mehrfach geschäftlich und privat unterwegs ist, muss jede einzelne Fahrt dokumentieren. Für die Privatfahrten reicht ein Hinweis auf die gefahrenen Kilometer. Alle Angaben gehören grundsätzlich in das Fahrtenbuch selbst. Eine Zettelwirtschaft muss das Finanzamt nicht anerkennen, hat der BFH entschieden (Az.: VI R 33/10).

Halt endlich still

Um Gewerbesteuer zu sparen, in­stal­lie­ren GmbH-Chefs eine stille Gesellschaft. Und zwar eine, bei der der Gesellschafter am Gewinn, an den Verlusten und an den stillen Reserven beteiligt ist, eine sogenannte atypische stille Gesellschaft. Die Firma wird auf diese Weise gewerbesteuerrechtlich zu ­einer Personengesellschaft und profitiert von 24.500 Euro Freibetrag.

So rechnet es sich mit und ohne stille Beteiligung, wenn die Firma einen Gewinn von 200.000 Euro erzielt:
Ohne stille Beteiligung
Gewinn 200.000
Gewerbesteuer (15 %) 30.000
Mit stiller Beteiligung
Gewinn 200.000
Freibetrag 24.500
Zu versteuern 175.500
Gewerbesteuer (15 %) 26.325
Gespart 3675

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Unter Töchtern

Wer mit seinen Tochterunternehmen als mittelständischer Konzern firmiert, sollte jetzt prüfen, wie stark die einzelnen Tochtergesellschaften auf Fremdkapital angewiesen sind. Ergeben sich große Differenzen, sind die fälligen Zinsen nur bis 3 Mio. Euro sofort als Betriebsausgabe abziehbar. Höhere Zinsen nur zu 30 Prozent sofort, der Rest über die Jahre verteilt. Entsprechend höhere Steuern werden fällig. Die mögliche Gegenstrategie gegen die sogenannte Zinsschranke: gleiche Kapitalverhältnisse in allen Firmen schaffen, zum Beispiel durch eine Kapitalerhöhung für die notleidenden Töchter. Geht das nicht, gibt es eine Alternative: einen Gewinnab­führungsvertrag. Steuerlich werden damit
die Töchter zu einer einzigen Firma. Und die kann alle Zinsen absetzen.

Extra abschreiben

Mittelständische Firmenchefs (bis zu 235.000 Euro Eigenkapital in der Bilanz) können 2011 angeschaffte Maschinen, Fahrzeuge oder Anlagen in der kommenden Bilanz stärker abschreiben als andere Unternehmer. Damit drücken sie den Gewinn zusätzlich um bis zu 20 Prozent der Investitionssumme – neben der normalen Abschreibung. So setzen sie etwa beim Kauf eines neuen Firmenwagens sofort 36,67 Prozent des Kaufpreises von der Steuer ab (16,67 Prozent lineare plus 20 Prozent Sonder-AfA). Extravorteil: Wer die komplette Sonder-AfA im Moment wegen schmaler Gewinne nicht brauchen kann, verteilt sie auf bis zu fünf Jahre.

14 Tipps für Anleger und Vermieter: Privat gewinnt

Anstatt immer mehr Guthaben auf den Firmenkonten anzuhäufen, sollten Einzel- und Personenunternehmer jetzt darüber ­nachdenken, ob sie das Geld nicht lieber umschichten wollen. Schlauer ist es, auf private Festgeldkonten umzubuchen. Da kosten die Zinserträge nämlich nur 25 Prozent Abgeltungsteuer, für Zinsen auf Geschäftskonten werden dagegen bis zu 45 Prozent fällig – jeweils plus Soli.

Für Verlierer

Wer bei mehreren Geldinstituten Depots unterhält, sollte den 15. Dezember im Blick haben. Zumindest dann, wenn die Depots 2012 an Wert verloren haben. Bis zu ­diesem Datum können die Anleger bei ihren Kredit­insti­tu­ten beantragen, dass sie die Verluste bescheinigen. Das Finanzamt verlangt den offiziellen Schrieb, damit es die Verluste bei der Einkommensteuer mit anrechnet. Und bestraft Zuspätkommer: Wer den Termin verpasst, muss sich bis 2013 gedulden. Das Finanzamt berücksichtigt die Verluste dann erst nächstes Jahr.

Für Gewinner

Anleger, die vor 2009 mit Wert­papier- oder Termingeschäften Verluste gemacht haben (Kauf und Verkauf innerhalb eines Jahres), überprüfen ihr Depot auf Papiere, mit denen sie aktuell Gewinne erzielt haben. Wer diese Papiere jetzt abstößt, bekommt die Zuwächse nämlich oft steuerfrei – indem er sie mit den alten Spekulationsverlusten ­verrechnet.

Eine schöne Zinsfamilie

Seitdem 2009 die Abgeltungsteuer eingeführt wurde, zahlen grundsätzlich alle Familienmitglieder 25 Prozent Abgaben auf Kapitalerträge. Trotzdem kann es sich lohnen, die Zinsen in der Familie zu streuen: Haben die Kinder nämlich keine sonstigen Einkünfte, sind 8841 Euro Zinsen für sie komplett steuerfrei. Kluge Eltern übertragen ihren Kindern also Zinspapiere.

Gibt’s jetzt Günstiger

Unternehmer, die dieses Jahr mit einem niedrigen Einkommen und einem Grenzsteuersatz von weniger als 25 Prozent rechnen, sollten ihre gesamten Kapitalerträge in der Anlage KAP zur Ein­kom­men­steuer­erklä­rung einreichen. Dann werden auf Kapitalerträge nicht 25 Prozent Abgeltungsteuer fällig, sondern nur der individuelle, niedrigere Steuersatz. Über die Günstigerprüfung berechnen die Finanzämter automatisch, ob der Anleger mit dem Individualtarif oder mit der Abgeltungsteuer besser fährt. Zu viel gezahlte Abgeltungsteuer bekommt der Unternehmer dann vom Finanzamt zurück.

Think global

Offener Immobilienfonds heißt das Zauberwort. Am besten ist es, wenn der Auslandsanteil des Fonds möglichst hoch ist. Denn jenseits der Grenzen erzielte Mieten bleiben wegen der Dop­pel­besteu­erungs­abkom­men mit den meisten Staaten hierzulande unberücksichtigt. Investiert der Fonds also zum Beispiel in den USA oder in Großbritannien, profitiert der Anleger von den dortigen Grundfreibeträgen und oft niedrigeren Steuersätzen. Bleiben die Fondsanteile mindestens zehn Jahre im Depot, sind realisierte Wertzuwächse komplett steuerfrei.

Das ist für später

Vorsorge wird belohnt: Wer eine Rentenversicherung aufbaut, muss in der Ansparphase auf die Zinsen keine Abgeltungsteuer zahlen. Und wenn die Rente später fließt, kassiert das Finanzamt für die monatlichen Zahlungen nur Steuern nach dem Ertragsanteil. Der beträgt bei Rentenbeginn ab dem 65. Lebensjahr 18 Prozent der Rente.

In unserem Beispiel bekommt ein Unternehmer im Ruhestand aus der Versicherung zusätzlich zu anderen Einkommensquellen eine monatliche Rente von 1000 Euro. Das entspricht einer Jahresrente von 12.000 Euro. Deren Ertragsanteil (18 Prozent) liegt bei 2160 Euro. Bei einem Steuersatz im Alter von beispielsweise 30 Prozent ergibt das Abgaben in Höhe von 648 Euro. Damit liegt die Steuerlast auf die Gesamtrente bei nur 5,4 Prozent.

Mein eigener Fonds

Ab 5 bis 10 Mio. Euro Vermögen lohnt sich ein eigener Investmentfonds. Er kann nach Belieben Aktien und andere Wertpapiere kaufen und mit Gewinn wieder verkaufen – ohne einen Cent Abgeltungsteuer. Die Kosten sind überschaubar: pro Jahr rund 0,5 Prozent des Fondsvermögens.

Denk mal darüber nach

Nicht nur hübsch ist die Jugendstilvilla, sondern auch ein Steuerspartraum –wenn sie denkmalgeschützt ist. Denn Investoren können die Kosten durch hohe Abschreibungen schnell absetzen. Neuerdings gilt das selbst dann, wenn sie das Gebäude so aufwendig renovieren und sanieren, dass es sich bautechnisch um einen Neubau handelt. Das hat der BFH entschieden (Az.: X R 8/08). Voraussetzung dafür ist, dass die zuständige Denkmalbehörde bestätigt, dass die Aufwendungen erforderlich sind. Für alle Denkmalinvestoren gilt dann: Die Kosten für Renovierung und Sanierung ziehen sie über nur zwölf Jahre komplett bei den Mieteinkünften ab, in den ersten acht Jahren je neun Prozent, in den folgenden vier Jahren je sieben Prozent der Gesamtkosten. Die Abschreibung für die Altbausubstanz gibt es noch obendrauf: pro Jahr zwei oder 2,5 Prozent (Baujahr vor 1925) der Anschaffungskosten des Gebäudes vor der Sanierung. Auch wer die Immobilie allein privat bewohnt, darf immerhin 90 Prozent der Kosten für Renovierung und Sanierung absetzen – und zwar als Sonderausgaben: zehn Jahre je neun Prozent. Die Altbausubstanz bezahlt das Finanzamt hier jedoch nicht mit.

Eine Familie kauft einen denkmalgeschützten Altbau für 200.000 Euro (ohne Grundstückskosten). Sie saniert das Haus für 400.000 Euro und vermietet die Wohnungen. So rechnet sich die Investition in den ersten zwölf Jahren – mit und ohne Steuerförderung als Denkmal:
Mit Steuerförderung
Abschreibung
9 % von 400.000 (mal 8) 288.000
7 % von 400.000 (mal 4) 112.000
2,5 % von 200.000 (mal 12) 60.000
Summe 460.000
Ersparnis (bei Grenzsteuersatz 45 %) 207.000
Ohne Steuerförderung
Abschreibung
2,5 % von 600.000 (mal 12) 180.000
Ersparnis (bei Grenzsteuersatz 45 %) 81.000
Zusatzersparnis 126.000

Alle Angaben in Euro

Suche Mieter

Dranbleiben: Vermieter, die eine leer stehende Wohnung nicht sofort wieder loswerden, lassen nicht locker, sondern inserieren regelmäßig online oder in Zeitungen. Dann haben sie keine Probleme, dem Finanzamt die laufenden Kosten der Wohnung als Verluste zu präsentieren. Und natürlich erhöhen die Inseratskosten auch die steuer­wirk­samen roten Zahlen aus der Immobilie.

Drei gewinnt

Aller guten Dinge sind drei. Vermieter haben am besten ein Konto für die Mieteinnahmen, eines für die Ausgaben fürs Haus und eines für die privaten Geschäfte. Damit können sie ihre privaten Ausgaben zu Werbungskosten bei den Einkünften aus Vermietung und Verpachtung machen. Und das geht so: Für größere private Ausgaben bedient sich der Vermieter aus dem Mieteinnahmenkonto, per Umbuchung auf das Privatkonto. Weil dann das Geld für Hausaufwendungen fehlt, wächst der negative Saldo des Ausgabenkontos. Die dafür fälligen Schuldzinsen sind abziehbare Werbungskosten – da sie nicht mehr privat, sondern betrieblich veranlasst sind.

Ein verheirateter Vermieter (mit einem zu versteuernden Jahreseinkommen von 200.000 Euro) kauft sich ein Segelboot für 100.000 Euro. Anstatt dafür einen privaten Kredit aufzunehmen, wird das Geld vom Mieteinnahmenkonto auf das private umgebucht und das Schiff bar bezahlt. Weil das Geld für die Kosten der Immobile jetzt fehlt, leiht sich der Vermieter kurzfristig das Geld bei der Bank. Mit neun Prozent Zinsen rechnet sich das so:
Ohne Drei-Konten-Modell
Einkommen 200.000
Zinsen 9000
Zu versteuern 200.000
Steuer plus Soli 71.377
Mit Drei-Konten-Modell
Einkommen 200.000
Zinsen 9000
Zu versteuern 191.000
Steuer 67.389
Gespart 3988

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Für Wankelmütige

Manchmal kommt es eben anders, als man denkt: Ein Anleger wollte ein Mehr­familienhaus bauen und es anschließend ­verkaufen. Dann überlegte er es sich anders, ­behielt und vermietete das Gebäude. Seine ­Finanzierungskosten wollte der Investor natürlich bei der Steuer geltend machen. Vorab entstandene Werbungskosten – wie sie bei einem normalen Mietobjekt geltend gemacht werden können – fielen flach, weil das Gebäude ja ursprünglich verkauft werden sollte. Werbungskosten gab es also erst ab dem Zeitpunkt, an dem sich der Investor umentschieden hatte. Das Finanzamt weigerte sich dann aber auch, die Schuldzinsen des Anlegers (auf das Darlehen, das er zum Kauf des Grundstücks und zum Bau des Hauses aufgenommen hatte) in die Herstellungskosten miteinzubeziehen. Die Herstellungskosten wiederum entscheiden aber darüber, wie hoch die Bemessungsgrundlage für die Abschreibung ist. Der Investor klagte gegen die Weigerung des Finanzamts und bekam vom BFH schließlich recht (Az.: IX R 2/12). Er kann nun für die nächsten 50 Jahre pro Jahr zwei Prozent der angefallenen Zinsen absetzen.

Nicht zu lieb sein

Ein beliebtes Modell: Vater kauft dem Nachwuchs eine Wohnung und lässt ihn für einen Freundschaftspreis darin wohnen. Steuerlich betrachtet keine gute Idee. Eine Grenze sollte auch der großzügigste Papa nicht unterschreiten: 66 Prozent der ortsüblichen Miete (Mietangebote archivieren, Makler fragen) sollten auch Verwandte bezahlen. Denn so ist sicher, dass sämtliche Kosten, etwa aus der Finanzierung oder der Renovierung der Immobilie, mit der Miete verrechnet werden können – und dabei steuerlich lukra­tive Verluste produzieren. Niedrigere Mieten führen nur noch zu einem anteiligen Abzug der Kosten, auch wenn sich die Immobilie trotz der niedrigen Miete langfristig rechnet.

Happy End mit Schrott

Anleger, die mit einer vermieteten Immobilie Pech hatten, können jetzt wenigstens nachträglich ihre Schuldzinsen absetzen. Und zwar dann, wenn sie das Haus per Kredit angeschafft und Jahre später mit Verlust wieder verkauft haben. Reicht der Preis nicht, um die Schulden abzulösen, sind die ­roten Zahlen auch noch später mit anderen Einkünften gegenzurechnen, hat der BFH aktuell entschieden (Az.: IX R 67/10). Ein Segen für alle, die auf Schrottimmobilien reingefallen sind.

10 Tipps für Familie und Haushalt: Schneller schenken

Fidschi statt Firma – wer aussteigen will und ohnehin seine Nachfolge regeln wollte, sollte nicht mehr lange trödeln. Denn noch gelten die Vorteile der bisherigen Erbschaft- und Schenkungsteuer: Der Chef kann das Unternehmen, anders als anderes Vermögen, ohne Steuerlast oder zu 15 Prozent des Wertes an seine Kinder oder andere Nachfolger weiterreichen. Dieser Vorteil wankt. Der BFH hält die Bevorzugung für ungerecht und hat das Bundesverfassungsgericht angerufen. Bis zu dessen Spruch sollten Nachfolgeregelungen festgezurrt sein.

Gute Besserung

Wer sein Einfamilienhaus wegen Gesundheitsgefährdungen sanieren muss, kann den Fiskus an den Kosten beteiligen. Das zeigen gleich drei aktuelle BFH-Entscheidungen: Da geht es etwa um eine Asbestsanierung, die Beseitigung von Hausschwamm oder die Sanierung wegen unzumutbarer Geruchsbelästigungen. Allerdings muss der Hausbesitzer mögliche Schadensersatzansprüche von Dritten erst einmal mit seinen Kosten verrechnen. Genau wie den Wertzuwachs des Gebäudes, der sich durch die Baumaßnahmen eventuell ergibt.

Rürup machen

Will der Firmenchef das gute Jahr nutzen, um etwas für seine Altersversorgung zu tun, zahlt er bis zu 40.000 Euro (Ledige 20.000 Euro) in eine sogenannte Basisrente („Rürup-Rente“) ein. In diesem Jahr kann er 74 Prozent seiner Zahlungen vom Einkommen steuerwirksam abziehen.

Die lieben kleinen …

Kinder zu haben ist unbezahlbar – gut, dass über die Steuern wieder was reinkommt: Sind beide Eltern berufstätig, lassen sich Betreuungskosten bis zu zwei Dritteln absetzen, maximal 4000 Euro pro Kind. Voraussetzung: Die Kinder sind über sechs, aber noch keine 14 Jahre alt. Sind sie zwischen drei und sechs, muss nur ein Elternteil arbeiten, um die Kosten absetzen zu können.

… und Grossen

Weiter geht es mit dem Schulgeld, das für eine Privatschule fällig wird: 30 Prozent können Eltern bei der Steuer absetzen, wenn die Schule in Deutschland oder einem anderen EU-Staat liegt, für Deutsche Schulen gilt das in der ganzen Welt. Pro Kind sind jährlich maximal 5000 Euro als Sonder­ausgaben absetzbar, was einem Jahresschulgeld von 16.666 Euro entspricht.

Die Tochter besucht ein Internat in Frankreich, das die Eltern 20.000 Euro pro Jahr kostet:
Schulkosten 20.000
Davon 30 % 6000
Maximal 5000
Steuerersparnis (45 %) 2250

Alle Angaben in Euro

Meine kleine Stiftung

Gutes tun und Steuern sparen: Eheleute können bis zu 2 Mio. Euro in eine gemeinnützige Stiftung investieren und als Sonderausgaben abziehen. Entweder sofort oder über zehn Jahre verteilt. Bei Stiftern mit Einkommen in der höchsten Steuerprogression sorgt das im Ergebnis dafür, dass sie nach Abzug der Steuerersparnis – bis zu 51 Prozent Einkommen- und Kirchensteuer plus Soli – netto nur rund die Hälfte selbst aufwenden müssen.

Home sweet home

Das Wohnzimmer wird vielleicht zum Steuersparmodell. Arbeitet der Firmenchef nämlich oft zu Hause, kann er den Raum eventuell bald teilweise absetzen. Beim BFH ist ein Verfahren anhängig, in dem ein Unternehmer seinen Arbeitsplatz im Wohnzimmer anteilig geltend machen will (Az.: X R 32/11). Er beruft sich dabei auf die Rechtsprechung des Großen Senats des BFH, der sowohl beruflich als auch privat veranlasste Reisekosten zum anteiligen Abzug zugelassen hat.

Blitzblank abrechnen

Bei Haushaltshilfen gilt Schwarz­arbeit geradezu als Kavaliersdelikt. Das ist falsch – und auch was Steuern angeht ein Fehler. Eine Putzkraft oder ein Gärtner mit Arbeitsvertrag hilft nämlich beim Sparen. Dafür gibt es zwei Möglichkeiten: zum einen mit ­einem Job auf 400-Euro-Basis. Ein Familienmitglied kann dann 20 Prozent der Kosten, maximal 510 Euro, bei der Einkommensteuerschuld abziehen. Bei der zweiten Variante arbeitet die Kraft regulär auf Steuerkarte, dann sind bis zu 4000 Euro Steuerersparnis drin (20 Prozent von 20.000 Euro Lohnkosten). Der gleiche Steuervorteil ist möglich, wenn Hausarbeit, Gartenpflege oder die Betreuung pflegebedürftiger Angehöriger von ­einem Dienstleister erledigt werden. Voraussetzung: schriftliche Rechnung und Zahlung per Überweisung.

Fahrt ins Liebesnest

Unternehmer, die eine zweite Wohnung brauchen, um etwa den Bau einer neuen Fabrik zu begleiten, können die Kosten für Miete und Fahrten bekanntermaßen von der Steuer absetzen – als doppelte Haushaltsführung. Gleiches gilt dem BFH zufolge nun auch für Fahrtkosten, die entstehen, wenn der Ehepartner den Firmenchef in ebenjener Zweitwohnung besucht (Az.: VI R 15/10).

Weg mit dem Geld

Wer will schon ewig auf seinem Vermögen sitzen? Es lohnt sich doppelt, wenn Eltern oder Großeltern den Nachwuchs früh beschenken. Der kann mit dem Geld erstens sein Studium selbst bezahlen und zweitens sämtliche Kosten (für Fahrten zur Uni, Semesterbeiträge, Studiengebühren, Literatur, Exkursionen, Repetitorien, Computer oder Büromaterial) als Verlust bei den Einkünften aus nicht selbstständiger Tätigkeit in der Steuer­erklärung angeben. Und diesen dann nach Abschluss des Studiums mit den ersten Gehältern steuersparend verrechnen.

Aus dem Magazin
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