Weihnachtsgeschenke absetzen So schenken Sie Freude – und sparen Steuern

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Schenken und sparen: Weihnachtsgeschenke an Geschäftspartner können Sie bis zu einem Betrag von 35 Euro pro Jahr als Betriebsausgabe absetzen.

Schenken und sparen: Weihnachtsgeschenke an Geschäftspartner können Sie bis zu einem Betrag von 35 Euro pro Jahr als Betriebsausgabe absetzen.© Francesca Schellhaas/photocase

Kleines Geschenk, große Freude - das gilt zumindest dann, wenn Sie bei geschäftlichen Präsenten an Weihnachten diese Regeln beachten. So sparen Sie Steuern und ersparen sich und den Beschenkten Ärger mit dem Finanzamt.

Sich für das gute Geschäftsjahr bedanken, einen lieben Gruß verschicken oder eine Bindung fürs neue Jahr schaffen: Weihnachten und den Jahreswechsel nutzen so mancher Unternehmer, um Geschäftspartnern ein Geschenk zu machen. Doch Vorsicht! Bei Angestellten können die Magnum-Champagnerflasche oder die Logenkarten für das Theater zu Problemen führen. „Die Zeit der großen Geschenke ist deshalb eigentlich vorbei“, sagt Arbeitsrechtsexpertin Nathalie Oberthür aus Köln. „Heute gibt es in der Regel nur kleine Aufmerksamkeiten, um keine Risiken einzugehen.“

Das Hauptproblem: Compliance. Der betriebswirtschaftliche Begriff umfasst die Regeltreue in einem Unternehmen. „Oft gibt es zum Beispiel klare Weisungslagen an die Mitarbeiter, ob Geschenke überhaupt angenommen werden dürfen“, sagt Oberthür. Viele Unternehmen untersagen ihren Mitarbeitern, Geschenke von Kunden zu akzeptieren. Und wenn es doch erlaubt ist, dann häufig nur, wenn es Kleinigkeiten sind, die maximal 10 bis 20 Euro kosten. Damit soll vermieden werden, dass Arbeitnehmer von Kunden beeinflusst werden, erklärt die Expertin: „Bei einem Einkäufer in einem Unternehmen könnten Geschenke von bestimmten Kunden zu Interessenkonflikten führen.“

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Geschenke an Geschäftspartner: bis 35 Euro als Betriebsausgabe absetzbar

Bei Unternehmen gelte grundsätzlich eine 35-Euro-Grenze inklusive Umsatzsteuer, um die Geschenke als steuerlich abzugsfähige Betriebsausgaben aufführen zu können. „Diese Grenze gilt pro Kunde und Jahr.“ Wer zum Beispiel einem Kunden schon zum Geburtstag eine Flasche Wein für 25 Euro geschenkt hat, könne jetzt an Weihnachten nicht noch einmal einen ähnlichen Wert drauflegen. „Wenn die Zuwendung über 35 Euro hinausgeht, verfällt der steuerliche Vorteil der Betriebsausgabe.“

Wenn das Weihnachtsgeschenk steuerlich abgesetzt werden soll, muss für das Geschenk zunächst ein betrieblicher Anlass vorliegen. Sobald auch private Gründe eine Rolle spielen oder der Betriebsprüfer derartige private Gründe mitvermutet, geht der Betriebsausgabenabzug verloren. Der steuerliche Abzug hängt auch davon ab, dass Sie besondere Aufzeichnungspflichten einhalten. Wichtig ist dabei, dass Sie die Kosten für Geschenke von vornherein auf einem gesonderten Konto oder in einer eigenen Spalte oder Aufstellung „Geschenke“ erfassen. Eine spätere Umbuchung, zum Beispiel am Jahresende, reicht nicht aus.

Doch Vorsicht: Auf den Wert des Geschenks muss der Beschenkte in bestimmten Fällen Steuern zahlen. Wie Sie das verhindern, erfahren Sie in unserem Artikel:  „Geschenke für Geschäftspartner: So bleibt Ihr Geschenk steuerfrei“.

Übrigens: Falls Sie noch nicht wissen, was Sie überhaupt schenken sollen, finden Sie hier 20 Geschenkideen für Geschäftspartner.

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Geschenke von Geschäftspartnern: als Betriebseinnahme aufführen

Und was gilt, wenn Unternehmer selbst Geschenke erhalten? Annehmen dürfen sie die Geschenke natürlich – allerdings hält auch hier der Fiskus die Hand auf. „Steuerlich besteht hier eine Freigrenze bis zu 10 Euro – danach muss das Geschenk als Betriebseinnahme aufgeführt werden“, erklärt Wolfgang Wawro, Steuerexperte des Deutschen Steuerberaterverbandes in Berlin. Auch dürfen Arbeitgeber Geschenke von ihren Mitarbeitern annehmen, wenn das Geschenk passend ist und nicht der Eindruck entsteht, dass sie demjenigen deshalb einen Vorteil gewähren.

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