Recht + Steuern Uli Hoeneß sitzt ein

Das Landgericht München hatte Uli Hoeneß im März zu einer Haftstrafe von drei Jahren und sechs Monaten verurteilt.

Das Landgericht München hatte Uli Hoeneß im März zu einer Haftstrafe von drei Jahren und sechs Monaten verurteilt. © Getty Images

Zweieinhalb Monate nach seiner Verurteilung hat Deutschlands prominentester Steuersünder seine Gefängnisstrafe angetreten. Seit diesem Montag sitzt Uli Hoeneß in der Justizvollzugsanstalt in Landsberg am Lech.

Uli Hoeneß ist im Gefängnis. Zweieinhalb Monate nach seiner Verurteilung wegen Steuerhinterziehung hat Deutschlands prominentester Steuersünder am Montag seine Haft in der Justizvollzugsanstalt Landsberg am Lech angetreten. Dies bestätigten das bayerische Justizministerium und die Münchner Staatsanwaltschaft. Zuvor hatten bereits die Anwälte des Ex-Präsidenten des FC Bayern München mitgeteilt, dass Hoeneß die gegen ihn verhängte Freiheitsstrafe angetreten habe.

Der Beginn der Gefängnisstrafe hatte sich bereits am Montagmorgen abgezeichnet. Journalisten und Schaulustige versammelten sich daher vor dem Gefängnistor. Doch niemand konnte einen Blick von Hoeneß erhaschen. Als sogenannter Selbststeller, der nicht aus der Untersuchungshaft ins Gefängnis muss, konnte sich Hoeneß innerhalb einer Zwei-Wochen-Frist den Tag selbst aussuchen. Kurz vor 12 Uhr fuhr eine silberne Limousine durch den Seiteneingang. Ob der prominente Häftling darin saß, war aber unklar.

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Das Münchner Landgericht hatte Hoeneß am 13. März in sieben Fällen der Steuerhinterziehung schuldig gesprochen und zu drei Jahren und sechs Monaten Haft verurteilt. Der Fußball-Manager hatte dem Fiskus demnach mit einem Geheimkonto in der Schweiz mindestens 28,5 Millionen Euro Steuern vorenthalten. Seine Selbstanzeige vom Januar 2013 wertete das Gericht als unzureichend.

Lockere Haftbedingungen nach zehn Monaten?

Nach dem Urteilsspruch hatte Hoeneß erklärt, dass er die Haftstrafe akzeptieren und auf eine Revision verzichten werde. Daraufhin ließ auch die Staatsanwaltschaft die Revision fallen. Hoeneß trat zudem als Präsident und Aufsichtsratschef des FC Bayern zurück.

Seine Strafe muss Hoeneß zunächst im sogenannten geschlossenen Vollzug absitzen. Der offene Vollzug beginnt üblicherweise 18 Monate vor dem voraussichtlichen Haftende. Hoeneß könnte aber bei guter Führung nach Verbüßung von zwei Dritteln seiner Strafe entlassen werden, also nach zwei Jahren und vier Monaten. Das wäre im Herbst 2016.

Zieht man davon die 18 Monate ab, dürfte Hoeneß bereits nach rund 10 Monaten geschlossenem Vollzug, also im nächsten Frühjahr, mit spürbar gelockerten Haftbedingungen rechnen. Ausgang, Urlaub und Freigang würden dazugehören. Freigänger kehren abends in die Zelle zurück. Tagsüber gehen sie in relativer Freiheit einer geregelten Arbeit nach.

Hoeneß stellt Antrag auf Verlegung

Hoeneß war zuvor juristisch gegen die Verbüßung der Haft im Gefängnis von Landsberg am Lech vorgegangen. Er sah seine Privatsphäre verletzt, weil die Justiz Ende März mehr als 150 Journalisten das dortige Gefängnis gezeigt und sogar Haftzellen geöffnet hatte. Außerdem befürchtete der prominente Gefangene, dass Mithäftlinge oder Justizbeamte Details vom Alltag hinter Mauern des ehemals wohl mächtigsten Mannes im deutschen Fußball ausplaudern könnten. Der Antrag von Hoeneß auf Absitzen der Haftstrafe in einem anderen Gefängnis wurde aber offensichtlich abgewiesen.

Den Medientermin in Landsberg hatte auch Ministerpräsident Horst Seehofer mit Verweis auf die Privatsphäre von Hoeneß kritisiert und dafür seinen Justizminister Winfried Bausback (beide CSU) gerüffelt.

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