Recht + Steuern Was Chefs verdienen dürfen

Geld, Finanzen, Münzen

Oftmals fehlt es Unternehmern an genügend Reserven© rangizzz - Fotolia.com

Ein Geschäftsführer darf sich nicht auszahlen, was er will – nicht mal, wenn ihm die Firma gehört. Auch Chefs müssen bei der Vergütung gesetzliche Vorgaben beachten. Ist ihr Gehalt zu hoch, droht Ärger mit dem Fiskus.

 

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Nicht nur Manager können wegen überhöhter Gehälter Ärger bekommen: Auch Gesellschafter-Geschäftsführer dürfen sich nicht auszahlen, was sie wollen – selbst wenn ihnen das Unternehmen gehört. Das Gesetz schreibt eine „angemessene Vergütung“ vor – und das ist der Fall, wenn der Geschäftsführer ein marktübliches Gehalt bezieht. Doch was angemessen ist oder nicht, führt oft zu Streit mit der Finanzverwaltung.

„Hat der Geschäftsführer sich mehr genehmigt als das Finanzamt erlaubt, werden die Bezüge häufig einfach gekürzt und als so genannte verdeckte Gewinnausschüttung nachversteuert“, sagte der Kölner Steuerberater Martin Strahl impulse. Die Finanzämter räumen nicht jedem Geschäftsführer den gleichen Gehaltsspielraum ein – je größer die Firma, desto höher die Ansprüche an die Leitung, so die Logik.

Gehälter differieren zwischen 155.000 und 833.000 Euro

Laut einer aktuellen Studie der Beratung Kienbaum liegt das Durchschnittsgehalt eines deutschen GmbH-Geschäftsführers bei 344.000 Euro im Jahr. Die Gehälter differieren aber je nach Branche und Unternehmensgröße stark – die Spanne reicht von 155.000 Euro Jahresgehalt in einem kleinen Dienstleistungsunternehmen mit bis zu zehn Beschäftigten bis zu 833.000 Euro in produzierenden Firmen mit über 1000 Angestellten.

Auch bei Bonuszahlungen ist Vorsicht geboten: Werden mehr als 25 Prozent der Gesamtbezüge als Tantiemen gezahlt, prüft das Finanzamt oft sehr genau, ob der Zuschlag mit der betrieblichen Entwicklung zu begründen ist – oder ob es sich um eine verdeckte Gewinnausschüttung handelt. Das ist für fast alle GmbH-Chefs in Deutschland sehr relevant – laut Kienbaum-Studie genehmigen sich 94 Prozent eine Bonuszahlung.

Allerdings können findige Gesellschafter auch ihre Steuerlast drücken. Belässt der Chef nämlich die Gewinne weitgehend im Unternehmen, muss er Körperschafts- und Gewerbesteuer zahlen – und die ist teilweise abhängig vom Firmenstandort. Als Faustregel gilt: Wer mit seiner GmbH in Großstädten sitzt und hohe Gewerbesteuer zahlt, hat Steuervorteile, wenn er seinen Gehaltsspielraum nach oben ausreizt.

Aus dem Magazin
Den gesamten Artikel lesen Sie in der impulse-Ausgabe 04/2012.

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