Recht + Steuern Was Rechtsanwälte und Steuerberater verdienen

impulse.de startet eine neue Gehaltsserie. Im monatlichen Rhythmus analysiert die Vergütungsberatung Personalmarkt.de die Saläre von Angestellten in verschiedenen Branchen. Zu Beginn: die Verdienstmöglichkeiten von Rechtsanwälten, Steuerberatern, Steuerfachwirten und Steuerfachangestellten.

Wer Elektrotechnik, Maschinenbau oder Informatik studiert, der hat als Berufseinsteiger meist leichtes Spiel – vorausgesetzt, die Abschlussnote stimmt einigermaßen. Juristen jedoch müssen ihr Examen schon mit Prädikat abschließen, wollen sie nahtlos den Wechsel zum ersten Arbeitgeber schaffen und dort ordentlich verdienen.

Großkanzleien mit magischer Anziehungskraft

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Schließlich beenden jedes Jahr etwa 12.000 examinierte Juristen ihr Studium. Viele wünschen sich einen Arbeitsplatz beim Staat oder eine der großen, namhaften Anwaltskanzleien – wie etwa Freshfields Bruckhaus Deringer, Hengeler Mueller oder Clifford Chance. Neben der Zusammenarbeit mit den Anwaltslegenden üben natürlich die hohen Einstiegsgehälter magische Anziehungskraft auf die Juristen aus. So kommen Berufseinsteiger in Groß-Kanzleien mit über 1.000 Mitarbeitern nach einer Auswertung der Hamburger Vergütungsberatung PersonalMarkt im Schnitt auf 84.533 Euro.

Die breite Masse der Absolventen dagegen muss sehen, wo sie bleibt. Die meisten Uni-Abgänger finden deshalb Anschluss in Kanzleien mit einer Größe bis zu 100 Mitarbeiter. Tatsächlich, so befinden viele Einsteiger nach den ersten Monaten, bieten diese Firmen einige Vorteile gegenüber den Konzernen. „Flachere Entscheidungshierarchien, direktere Kommunikation, mehr Nähe zur Führungsspitze und oftmals sogar familiäre soziale Strukturen. Man fühlt sich nicht als kleines Rädchen im großen Getriebe“, sagt Heike Friedrichsen von Personalmarkt.de.

Wie man Steuerberater wird

Anna M. hat sich bewusst eine kleinere Kanzlei als Arbeitgeber ausgesucht. Die 31-Jährige ist heute Inhaberin einer Anwaltsfirma in Norddeutschland. Der Betrieb beschäftigt 20 Mitarbeiter. M., die über das 2. Staatsexamen verfügt, leitet drei Mitarbeiter. Sie nimmt 91.000 Euro mit nach Hause. Mit ihrem Gehalt liegt sie etwas über dem Schnitt. Nach Angaben von Personalmarkt.de verdienen Rechtsanwälte mit Personalverantwortung in Deutschland in einer Firmengröße bis 100 Mitarbeiter im Durchschnitt 90.813 Euro. Aufgeschlüsselt nach Altersstufen ergibt sich folgendes Bild: Ein 35-Jähriger nimmt 77.803 Euro mit nach Hause, ein 40-Jähriger erhält im Durchschnitt 89.737, ein 45-Jähriger verdient 96.825 Euro.

Ein anderes Gehaltsgefüge zeigt sich, betrachtet man den Beruf des Steuerberaters. Steuerberater kann in Deutschland der werden, der entweder Wirtschaftswissenschaften oder Rechtswissenschaften studiert hat, und zudem Praxiserfahrung auf dem Gebiet des Steuerrechts vorweisen kann. Alternativ kann man den Weg über eine kaufmännische Berufsausbildung plus zehnjähriger praktischer Tätigkeit auf dem Gebiet des Steuerrechtes einschlagen.

Was Steuerfachangestellte verdienen

Steuerberater verdienen im Durchschnitt 79.715 Euro und damit weniger als Rechtsanwälte. Weil er gut verhandelt hat, nimmt Arndt H., Steuerberater aus Hamburg, ein überdurchschnittlich hohes Salär mit nach Hause. Der 42-Jährige, der zunächst an einer Fachhochschule studiert und anschließend sein Steuerberaterexamen absolviert hat, bekommt ein Grundgehalt in Höhe von 85.800 Euro. Inklusive Extras wie beispielsweise Prämien und betrieblicher Altersvorsorge summiert sich das Ganze auf 96.664 Euro. H. arbeitet in einer Firma mit 20 Mitarbeitern, führt selbst ein dreiköpfiges Team. Aufgeschlüsselt nach Altersstufen ergibt sich bei den Durchschnittsverdiensten der Steuerberater folgendes Bild: Ein 30-Jähriger kommt auf 50.567 Euro, ein 35-Jähriger nimmt 70.846 Euro mit nach Hause, ein 40-Jähriger erhält im Durchschnitt 82.295, ein 45-Jähriger verdient 98.800 Euro.

Analysiert hat Personalmarkt.de zudem die Gehälter von Steuerfachangestellten, Steuerfachwirten und Rechtsanwaltsfachangestellten. So verdient ein Steuerfachangestellter in Deutschland im Durchschnitt 26.933 Euro, ein Steuerfachwirt 35.201 Euro und ein Rechtsanwaltsgestellter 23.090 Euro. Beispielhaft führt Personalmarkt.de dafür an: Die Steuerfachangestellte Gisela H., 31, arbeitet seit ihrer Ausbildung in einer Steuerberatungsfirma mit 20 Mitarbeitern. Sie kommt auf 27.000 Euro. Die Steuerfachwirtin Martina O. ist 40 Jahre alt, arbeitet in einer Firma mit 40 Mitarbeitern und kommt auf 36.000 Euro. Die Rechtsanwaltsgestellte Nina S, 48, arbeitet in einer 5-Personen-Firma und kommt auf 24.000 Euro.

3 Kommentare
  • Fritz 22. Dezember 2014 15:13

    So unrealistisch sind die Zahlen nicht.

    Die höheren Gehälter wird man sicher nur in den Großstädten (MUC, FFM, HH, DUS usw.) finden, dort dafür aber auch diverse Berater, die weit darüber liegen.

    Zusätzlich ist „Steuerberater“ nicht gleich „Steuerberater“. Diejenigen, die sich etwas auskennen, werden wissen, dass man kaum einen Einzelkämpfer in Mecklenburg-Vorpommern, der ESt-Erklärungen für AN erstellt, mit einem Steuerberater vergleichen kann, der unter viel Zeitdruck steuerliche Due Dilligence Tätigkeiten ausführt oder VP-Dokumentation erstellt.

    Diese beiden unterscheiden sich erheblich im Hinblick auf inhaltliche Anforderungen, Zeitdruck/Stress und daher auch Gehalt.

  • Ylander 18. März 2014 11:35

    Woher die Gehaltszahlen für Steuerberater (Quelle)?

    Mir erscheinen die Zahlen deutlich zu hoch.

    Wenn Ihre Zahlen richtig wären, bekäme ich als deutlich überdurchschnittlich qualifizierter Steuerberater in einer Großstadt erheblich unter dem Durchschnitt meiner Altersgruppe.

    Für eine Antwort wäre ich dankbar.
    M.W.

  • Gero 19. Januar 2014 11:03

    Niemals! Selektives Zahlenmaterial. Die Masse der angestellten Steuerberater in den Standardkanzleien bekommt viel weniger! Das gleiche gilt für den Standard-Steuerberater um die Ecke!

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