Gesellschaftsformen Welche ist die Richtige für mich?

Gründer sollten genau überlegen, welche Gesellschaftsform zu ihrer Firma passt. So unterscheiden sich GbR, GmbH und GmbH & Co. KG in Sachen Haftung, Steuern und Kosten.

Für jedermann: GbR

Eigentlich ist die Sache ganz einfach: Wer nichts wird, wird eine GbR. Alle Gründer, die sich nicht darum kümmern, ihrer gemeinsamen Firma eine spezielle Rechtsform zu geben, bilden – so nicht einer allein als Einzelunternehmer arbeitet – vor dem Gesetz eine Gesellschaft bürgerlichen Rechts. Tatsächlich spricht einiges dafür, das einfach geschehen zu lassen: Eine GbR verursacht keine nennenswerten Kosten. Sie ist weder in irgendein Register einzutragen, noch muss man irgendwo Stammkapital nachweisen, und die Steuererklärung bleibt überschaubar.

Denn die GbR ist, mal abgesehen von Umsatz- und Gewerbesteuern, für das Finanzamt transparent. Heißt: „Der steuerliche Gewinn der GbR wird zwar gesondert und einheitlich ermittelt“, sagt Steuerberater Harald Bächer aus Weiden, der viele Gründer berät. „Danach aber wird er auf die Gesellschafter verteilt und von ihnen persönlich versteuert.“ Gesellschafterverträge zwischen den Gründern sind nicht vorgeschrieben, wenngleich Anwälte dazu raten, um Streitereien vorzubeugen.

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Unterm Strich ist die GbR also mit minimalem Aufwand zu haben. Und damit eigentlich die ideale Gründerrechtsform. Wäre da nicht die Sache mit der Haftung: Gesellschafter einer GbR müssen nämlich etwaige Verluste ihrer Firma unbegrenzt und persönlich tragen – und zwar mit ihrem kompletten Privatvermögen. Für Einzelunternehmer, quasi Ein-Mann-GbRs, gilt dasselbe.

Für Vorsichtige: GmbH

Wer unternehmerische Risiken eingehen muss, die er privat niemals tragen könnte, sollte Firma und Privatleben stärker voneinander trennen. Das geht am besten mit der Wahl einer Kapital- statt Personengesellschaft, traditionell über die Gesellschaft mit beschränkter Haftung, kurz GmbH. Dank GmbH sind höchstens 50.000 Euro weg. Ein weiterer Vorteil: Wagniskapitalgeber mögen Kapitalgesellschaften, bei denen die Stellung der Gesellschafter genau geklärt ist.

Der Preis: Die Gründung, die auch ins Handelsregister eingetragen werden muss, verschlang inklusive juristischer, steuerlicher und notarieller Beratung fast 30.000 Euro. Außerdem ist die GmbH buchführungspflichtig, jedes Jahr ist ein Jahresabschluss fällig, und es fallen neben der Gewerbesteuer 15 Prozent Körperschaftsteuer auf den Gewinn an, zuzüglich Solidaritätszuschlag.

Letzteres klingt allerdings schlimmer, als es ist: Denn erstens ist der Gewinn der Gesellschaft oft gar nicht so hoch, da die GmbH – anders als eine Personengesellschaft – feste Gehälter an die Chefs zahlt, die den Gewinn schmälern. Außerdem ist die Kapitalgesellschaft eben nicht nur rechtlich, sondern auch steuerlich von der Privatsphäre abgeschirmt. Die Gewinne lassen sich daher auch in der Gesellschaft verwahren, statt sie auszuschütten.

Für Steuerprofis: GmbH & Co. KG

Im Sinne der Steuergestaltung glänzt auch die GmbH & Co. KG, die dritte besonders weitverbreitete Rechtsform für Unternehmen. Dahinter steckt zunächst mal eine Kommanditgesellschaft. Das ist eine Sonderform der Personengesellschaft mit zwei Typen von Gesellschaftern: Einerseits sind da ein oder mehrere Komplementäre, die ähnlich wie GbR-Chefs unbegrenzt haften. Dazu kommen dann Kommanditisten, die nur mit dem Kapital haften, das sie in der Firma angelegt haben. Der Trick der „GmbH & Co.“ steckt nun darin, dass der eigentlich voll haftende Komplementär keine Privatperson ist, sondern eine GmbH – deren Chefs, die die Geschäfte der KG führen, wiederum nur beschränkt haften. Der Gründungs- und Bürokratieaufwand dieser Rechtsform, die ja aus zwei ineinander verschachtelten Gesellschaften besteht, ist entsprechend hoch.

Wozu das Ganze? „Die GmbH & Co. KG bietet den Vorteil der Haftungsbeschränkung bei gleichzeitiger Inanspruchnahme steuerlicher Vergünstigungen einer Personengesellschaft“, erklärt Steuerberater Bächer. Heißt im Klartext: Als Personengesellschaft muss die KG keine Körperschaftsteuern abführen. Und wer – etwa als Freiberufler – keine gewerblichen Leistungen anbietet, spart auch noch die Gewerbesteuer ein, die bei der GmbH unabhängig vom tatsächlichen Geschäft immer anfällt. Und noch einen Pluspunkt verdient sich der Zwitter unter den Rechtsformen: Ändern sich die Besitzanteile, lässt sich das – anders als bei einer GmbH – vertraglich auch regeln, ohne dass immer gleich ein Notar unterschreiben muss. „Gesellschaftsanteile können veräußert und der Gesellschaftsvertrag kann verändert werden, ohne dass das zu beurkunden ist“, sagt Dirk Waldorf, Fachanwalt für Handels- und Gesellschaftsrecht bei der Koblenzer Kanzlei Caspers Mock.

Auf einen Blick

Einzelunternehmen und GbR GmbH GmbH & Co. KG
Inhaber haftet mit Privatvermögen ja nein nein
Eigene Steuerpflicht für Umsatzsteuer (USt), gegebenenfalls Gewerbesteuer (GewSt) USt, GewSt, Körperschaftsteuer (KSt) USt, GewSt, KSt nur für Gewinnanteil der GmbH
Mindestkapital-
einlage
keine 25.000 Euro 25.000 Euro für die GmbH
Gründungsaufwand keiner, nur gegebenenfalls Gewerbeanmeldung Vertrag, Registereintrag, Notar zwei Verträge, Registereinträge, Notar für zwei Gesellschaften
Buchführungs-
aufwand
nur Einnahmen-Überschuss-Rechnung, gegebenenfalls Gewerbesteuer-
erklärung
vollständige eigene Bilanz zwei Bilanzen

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